Beim Erhitzen von hartem Leitungswasser setzt sich Kalk als weiße bis graue Kruste auf dem Heizelement und den Innenwänden ab. In Regionen mit hartem Wasser ist die Schicht nach wenigen Wochen sichtbar. Die Folgen sind längeres Aufheizen, höherer Stromverbrauch und ein kalkiger Geschmack von Tee und Kaffee.
Essig oder Essigessenz entfernen die Ablagerungen bei Edelstahl, Glas und Kunststoff. Edelstahl verträgt die Säure am besten, Glas reagiert empfindlich auf Temperaturwechsel, und Kunststoff speichert den Essiggeruch. Offene Heizwendeln verkalken schneller als verdeckte Heizplatten.
Mit Essig oder Essigessenz entkalken
Für das Entkalken brauchen Sie keine teuren Spezialreiniger. Füllen Sie den Wasserkocher etwa zur Hälfte mit kaltem Leitungswasser. Bei Speiseessig mischen Sie gleiche Teile Essig und Wasser (1:1). Bei Essigessenz, also stark konzentriertem Essig, reicht ein Teil Essenz auf vier Teile Wasser. Bringen Sie die Mischung einmal zum Kochen, schalten Sie das Gerät aus und lassen Sie die Lösung stehen, bis sich der Kalk gelöst hat. Danach gießen Sie die Flüssigkeit weg, spülen den Kocher mehrmals mit klarem Wasser aus und kochen einmal frisches Wasser auf. Das schütten Sie ebenfalls weg.
Legen Sie entfernbare Teile wie Siebe oder Kalkfilter vorher in die Lösung oder entkalken Sie sie zusammen mit dem Kocher. Beim Erhitzen entsteht ein stechender Geruch. Lüften Sie die Küche deshalb gut, am besten mit offenem Fenster. Bei dicken Kalkkrusten wiederholen Sie den Vorgang mit frischer Lösung. Kochen Sie die Mischung nicht länger.
Edelstahl verträgt Essig gut
Edelstahl ist beim Entkalken unproblematisch. Das Grundrezept funktioniert ohne besondere Vorsicht: Lösung ansetzen, einmal aufkochen, einwirken lassen, gründlich ausspülen. Verzichten Sie auf Stahlwolle und scheuernde Schwämme, denn sie zerkratzen die Oberfläche. In den feinen Kratzern setzen sich neuer Kalk und Schmutz schneller fest, und der Edelstahl verliert seinen Glanz. Ein weicher Lappen oder Spülschwamm reicht völlig. Essiggeruch bleibt an Edelstahl kaum hängen; falls doch, beseitigt ihn ein Durchgang mit klarem, kochendem Wasser.
Glas vorsichtig entkalken
Glaskocher zeigen den Kalk besonders deutlich, verzeihen aber Fehler weniger. Die größte Gefahr ist der Temperaturschock: Heißes Glas kann springen, wenn es mit kaltem Wasser in Berührung kommt. Lassen Sie die Essiglösung deshalb im Kocher abkühlen, bevor Sie sie ausgießen. Spülen Sie einen warmen Glaskocher niemals mit kaltem Wasser. Auch hartes Schrubben schadet dem Material, denn Glas zerkratzt leicht und die Kratzer bleiben sichtbar. Die Essiglösung selbst ist für Glas geeignet. Spülen Sie den Innenraum nach dem Entkalken gründlich aus, damit kein Säurerest auf dem Glas zurückbleibt. Bei Modellen mit Kunststoffdeckel oder Dichtungen spülen Sie diese Teile separat ab.
Kunststoff nimmt Gerüche an
Kunststoffkocher sind leicht und günstig, aber das Material nimmt den Essiggeruch auf. Nach dem Entkalken spülen Sie den Kocher mehrmals aus, kochen ein- oder zweimal frisches Wasser auf und lassen den Deckel anschließend offen, damit der Geruch entweicht. Essigessenz verwenden Sie bei Kunststoff nur verdünnt; unverdünnt kann sie das Material angreifen. Reiniger mit Bleichmitteln oder starken Lösungsmitteln gehören bei Kunststoffkochern nicht in den Innenraum, denn ihre Rückstände landen im nächsten Trinkwasser.
Verdeckte und offene Heizelemente
Die meisten modernen Wasserkocher haben ein verdecktes Heizelement: eine glatte Metallplatte am Boden, unter der das Heizelement sitzt. Auf der glatten Platte setzt sich weniger Kalk ab, und sie lässt sich leicht abwischen. Offene Heizwendeln liegen direkt im Wasser und verkalken schneller. Sie müssen häufiger entkalkt werden. Das Grundrezept funktioniert für beide Bauarten. Füllen Sie bei einem verdeckten Heizelement mindestens bis zur Mindestmarkierung, damit die Lösung die Platte vollständig bedeckt. Entkalken Sie offene Heizwendeln, sobald sich ein weißer Belag zeigt. Kalk auf dem Heizelement verschlechtert die Wärmeübertragung und verkürzt die Lebensdauer des Geräts.
Welche Reiniger Sie meiden sollten
Nicht jedes Mittel, das Kalk entfernt, gehört in einen Wasserkocher. Scheuermittel, Stahlwolle und kratzende Schwämme schaden Edelstahl und Glas, weil sie die Oberfläche aufrauen. Aggressive chemische Entkalker aus dem Handel enthalten oft starke Säuren. Verwenden Sie sie nur, wenn der Hersteller Ihres Kochers sie ausdrücklich für das Material freigibt. Bei Glas und Kunststoff ist das Risiko von Trübungen und Rückständen besonders hoch. Bleichmittel, Desinfektionsmittel und Spülmittel gehören nicht in den Innenraum. Spülmittel schäumt, lässt sich schwer vollständig ausspülen und verfälscht den Geschmack des nächsten Aufgusses. Mischen Sie Essig oder Essigessenz niemals mit chlorhaltigen Reinigern. Dabei entstehen gesundheitsschädliche Dämpfe.
Wann Sie entkalken sollten
Entkalken Sie den Wasserkocher, sobald sich ein feiner Belag am Boden oder am Heizelement zeigt. Bei hartem Leitungswasser ist das nach wenigen Wochen der Fall. Wer wartet, bis sich eine dicke Kruste gebildet hat, braucht mehrere Durchgänge mit Essig. Außerdem isoliert die Kalkschicht das Heizelement: Der Kocher arbeitet langsamer und verbraucht mehr Strom. Regelmäßiges Entkalken hält den Wasserkocher schnell, schützt das Gerät und erhält den Geschmack von Tee und Kaffee.