Riechen frisch gewaschene Handtücher muffig, liegt das selten am Gewebe selbst. Der Geruch entsteht durch Bakterien und Schimmelpilze. Sie siedeln sich auf den Fasern an und wachsen bei Feuchtigkeit und Wärme gut. Waschgänge bei 30 oder 40 Grad töten diese Keime nicht ab; sie überleben die Wäsche und vermehren sich weiter.

Damit der Geruch dauerhaft verschwindet, braucht es drei Dinge: höhere Waschtemperatur, schnelles und gründliches Trocknen und eine saubere Waschmaschine. Auch feuchte Handtücher im Wäschekorb oder ein muffiger Schrank geben Bakterien jede Gelegenheit, sich auszubreiten.

Muff entsteht durch Bakterien und Pilze

Die Ursache ist selten der Schmutz selbst. Beim Abtrocknen bleiben Hautschüppchen, Schweiß und Feuchtigkeit am Tuch zurück. Bleibt das Handtuch danach feucht, haben Bakterien und Schimmelpilze ideale Bedingungen, und die Ausscheidungen dieser Keime verursachen den sauren, muffigen Geruch.

Dazu kommt der Biofilm in der Waschmaschine. Das ist ein schleimiger Belag aus Bakterien, Schimmelsporen und Waschmittelresten. Er setzt sich in Trommel, Gummidichtung und Waschmittelfach fest. Beim nächsten Waschgang wandert dieser Belag auf die Handtücher. Deshalb reicht es oft nicht, nur die Tücher heißer zu waschen, wenn die Maschine selbst verschmutzt ist.

Manche Handtücher riechen schon direkt nach dem Kauf unangenehm. Eine gründliche Wäsche vor dem ersten Gebrauch behebt das meist. Ein Hinweis für den Einkauf: Handtücher mit Polyesteranteil nehmen Geruchsstoffe stärker auf als reine Baumwollhandtücher.

Bei hoher Temperatur waschen

Entscheidend ist die Waschtemperatur. Waschen Sie Handtücher bei hoher Temperatur, sofern das Pflegeetikett das zulässt. Bei dieser Temperatur sterben die meisten Bakterien ab. Wäschen zwischen 30 und 40 Grad sind energiesparend, sie lassen die Keime jedoch überleben.

Verträgt ein Handtuch nur 40 Grad, überleben die Bakterien den Waschgang. Das kommt bei Mischgeweben vor. Solche Tücher müssen Sie anschließend besonders gründlich trocknen, damit sich die Keime nicht erneut vermehren.

Achten Sie außerdem auf die Beladung. Eine zu voll gestopfte Maschine kann Wasser und Waschmittel nicht überall hinschleudern. Die Reinigungsleistung sinkt und der Muffgeruch bleibt im Gewebe. Handtücher sollten locker in der Trommel liegen.

Dosieren Sie das Waschmittel nicht zu großzügig. Rückstände bleiben sonst im Stoff zurück und bilden zusammen mit Hautschüppchen einen Nährboden für Bakterien. Weichspüler sollten Sie bei Handtüchern weglassen. Er legt einen Film über die Fasern, verringert die Saugfähigkeit und gibt Keimen Halt.

Handtücher schnell und luftig trocknen

Nach dem Waschen entscheidet das Trocknen darüber, ob die Keime eine zweite Chance bekommen. Trocknen Handtücher zu langsam, vermehren sich Bakterien erneut. Das passiert zum Beispiel in einem feuchten Badezimmer ohne Fenster. Hängen Sie die Tücher nach jeder Benutzung breit auf, damit Luft an alle Fasern kommt. Ein zusammengeknülltes Handtuch auf dem Boden oder im Wäschekorb ist dagegen ein perfekter Nährboden.

Am besten trocknen Handtücher an der frischen Luft oder im Trockner. An der Leine trocknen sie am schnellsten, wenn zwischen den Tüchern etwas Abstand bleibt. Im Trockner werden sie gleichmäßig trocken. Lassen Sie die Handtücher vollständig trocknen und nehmen Sie sie direkt heraus. Bleiben sie feucht über Nacht in der Trommel, fängt der Geruch von vorn an.

Handtücher trocken lagern

Nur vollständig trockene Handtücher gehören in den Schrank. Schon ein Rest Feuchtigkeit genügt, um den gesamten Stapel muffig werden zu lassen. Der Schrank sollte trocken sein und etwas Luft an die Tücher lassen. In luftdichten Plastikboxen staut sich Feuchtigkeit. Handtücher gehören dort nicht hinein.

Nutzen Sie die Handtücher im Wechsel, damit keins zu lange unbenutzt liegt. Kontrollieren Sie den Schrank gelegentlich: Riecht es darin bereits muffig, ist der ganze Inhalt betroffen und sollte gewaschen werden.

Muffige Handtücher vermeiden

Muffige Handtücher entstehen durch wiederholte Fehler. Diese Fehler geben Bakterien jedes Mal eine neue Chance. Die häufigsten sind:

  • Waschen bei 30 oder 40 Grad, weil die Keime den Waschgang überleben.
  • Die Waschmaschine überladen, sodass Wasser und Waschmittel nicht überall hinkommen.
  • Feuchte Handtücher in den Wäschekorb werfen statt sie aufzuhängen.
  • Tücher in einem fensterlosen, feuchten Badezimmer trocknen lassen.
  • Weichspüler verwenden, der einen Film auf den Fasern hinterlässt.
  • Die Waschmaschine nie reinigen, sodass sich Biofilm in Trommel und Dichtung festsetzt.

Wenn Sie diese Fehler vermeiden, beugen Sie dem Geruch vor. Dazu gehört auch die Pflege der Waschmaschine: Lassen Sie ab und zu einen leeren Waschgang bei hoher Temperatur laufen und wischen Sie Gummidichtung und Waschmittelfach trocken. So entsteht der Biofilm gar nicht erst.

Muffgeruch wieder loswerden

Wenn die Handtücher bereits muffig riechen, beginnen Sie mit der Waschmaschine. Reinigen Sie Trommel, Gummidichtung und Waschmittelfach und lassen Sie einen leeren heißen Waschgang laufen. Sonst holen sich die frisch gewaschenen Tücher den Biofilm direkt wieder aus der Maschine.

Dann waschen Sie die betroffenen Handtücher bei hoher Temperatur, sofern das Etikett es erlaubt. Ersetzen Sie den Weichspüler durch einen Schuss Essig oder Essigessenz im Weichspülerfach; das löst Waschmittelreste und neutralisiert Gerüche. Etwas Natron in der Trommel hilft zusätzlich.

Bei stark belasteten Tüchern reicht ein Waschgang selten aus. Waschen Sie sie ein zweites Mal, bevor Sie sie trocknen. Hängen Sie sie anschließend an die frische Luft oder geben Sie sie in den Trockner.

Vorsicht bei Stockflecken: Bilden sich schwarze, graue oder braune Flecken, hat sich Schimmel im Gewebe festgesetzt. Ein sehr heißer Waschgang kann helfen, aber nicht immer. Bleiben die Flecken und der Geruch, ist das Handtuch nicht mehr zu retten und gehört entsorgt.