Beim Putzen denken viele: Viel hilft viel. Wer den Boden wischt, gießt großzügig Reiniger ins Wasser. Wer hartnäckige Flecken entfernt, nimmt die doppelte Menge.

Sparsam dosieren ist der einfachste Weg, um umweltfreundlich zu putzen: Sie belasten Abwasser und Gewässer weniger, schonen Haut und Oberflächen und sparen Geld. Das Putzergebnis bleibt gleich gut. Konzentrate und Produkte mit Umweltzeichen reinigen zuverlässig, wenn Sie sich an die Mengenangaben auf dem Etikett halten.

Warum weniger Reiniger besser reinigt

Ein Reiniger muss Schmutz lösen und abtransportieren. Zu viel Produkt bleibt dagegen auf der Oberfläche zurück. Es bildet Schlieren auf Glas und Fliesen und hinterlässt einen fetthaltigen Film auf Böden. Dieser Rückstand zieht neuen Staub an, dadurch wirken die Flächen schneller wieder schmutzig. Gleichzeitig gelangen unnötige Mengen an Tensiden, Duft- und Konservierungsstoffen ins Abwasser. Kläranlagen filtern einen Teil davon heraus, ein Rest landet in Flüssen und Seen und belastet dort Wasserorganismen. Allein in Deutschland kauften private Haushalte 2021 rund 1,5 Millionen Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel. Ein erheblicher Teil davon wird überdosiert.

Auch in der Wohnung selbst gibt es eine Belastung. Viele Reiniger enthalten Duftstoffe und andere Substanzen, die empfindliche Menschen reizen oder Allergien auslösen können. Wer weniger Produkt verwendet, bringt weniger von diesen Stoffen in die Raumluft. Auch die Haut profitiert: Allzweckreiniger und Spülmittel entfetten die Haut bei jedem Kontakt. Konzentrierte Lösungen verstärken diesen Effekt.

So dosieren Sie richtig

Die Grundregel lautet: Die Menge auf dem Etikett ist eine Obergrenze, nicht die Mindestanforderung. Die meisten Hersteller geben Dosierungen für starke, normale und leichte Verschmutzung an. Für den Alltag reicht meist die unterste Stufe. Messen Sie mit dem Dosierbecher oder der Dosierkappe, statt frei ins Putzwasser zu gießen. Viele Reiniger sind Konzentrate, bei denen wenige Milliliter für einen Eimer Wasser genügen. Geben Sie das Mittel erst ins Wasser und rühren Sie dann um. So verteilt es sich gleichmäßig, und es bleiben keine unsichtbaren Produktreste auf der Oberfläche.

Bewahren Sie Reinigungsmittel außerhalb der Reichweite von Kindern auf, am besten im Originalbehälter mit gut lesbarem Etikett. Wer Mittel in andere Flaschen umfüllt, riskiert Verwechslungen, und gerade bei Konzentraten führt eine falsche Anwendung schnell zu Reizungen.

Die richtigen Produkte wählen

Beim Kauf lohnt der Blick auf den Blauen Engel oder das EU-Umweltzeichen. Diese Produkte erfüllen strengere Anforderungen an Inhaltsstoffe, Abbaubarkeit und Verpackung. Sie müssen dafür nicht auf Reinigungswirkung verzichten. Im normalen Haushalt sollten Sie auf Desinfektionsreiniger, chlorhaltige Sanitärreiniger und WC-Reiniger mit ätzenden anorganischen Säuren verzichten. Chemische Abflussreiniger sollten Sie ebenfalls nicht verwenden. Diese Mittel schädigen Haut und Augen, greifen empfindliche Oberflächen an und belasten das Abwasser stark. Sie reinigen im Alltag nicht besser als milde Produkte. Aggressive Reiniger hinterlassen außerdem auf Naturstein, lackiertem Holz oder empfindlichem Kunststoff dauerhafte Schäden, die sich mit keiner Putztechnik rückgängig machen lassen.

Schmutz sofort entfernen

Frische Verschmutzungen lassen sich mit wenig Wasser und einem Tuch entfernen. Eingetrocknete Flecken brauchen dagegen mehr Zeit, kräftigeres Scheuern und oft zusätzliches Produkt. Wer verschüttete Flüssigkeiten gleich aufwischt und nach dem Kochen die Arbeitsfläche kurz feucht abnimmt, hält Küche und Bad sauber, ohne starke Reiniger zu brauchen. So bleibt die Grundverschmutzung niedrig. Beim gelegentlichen Grundputzen genügt dann eine kleine Dosis.

Waschen mit sparsamer Dosierung

Beim Wäschewaschen gelten ähnliche Regeln wie beim Putzen. Zwei Punkte kommen dazu: Maschinenbeladung und Temperatur. Eine voll beladene Maschine wäscht pro Gang mehr Wäsche mit der gleichen Menge Wasser und Energie. Bei normaler Koch- und Buntwäsche füllen Sie die Trommel so weit, dass noch etwa eine Handbreit Luft bleibt. Fein- und Wollwäsche brauchen dagegen mehr Bewegungsraum. Beladen Sie die Maschine dann weniger voll.

Richten Sie die Waschmittelmenge nach zwei Faktoren: dem Verschmutzungsgrad der Wäsche und der Wasserhärte an Ihrem Wohnort. Hartes Wasser braucht etwas mehr Waschmittel, weiches Wasser weniger. Die Dosierangaben auf der Verpackung unterscheiden genau diese Fälle. Die örtlichen Wasserwerke geben den Härtegrad an. Waschen Sie außerdem bei möglichst niedriger Temperatur. Verwenden Sie hochkonzentriertes Waschpulver, denn Pulver enthält im Gegensatz zu vielen Flüssigprodukten keine Füllstoffe, die unnötig ins Abwasser wandern.

Weichspüler können Sie weglassen. Er belastet das Abwasser und bringt Duft- und Konservierungsstoffe in die Wäsche. Diese können empfindliche Haut reizen. Wäsche, die an der Luft trocknet, wird auch ohne Weichspüler weich.

Wo sparsames Putzen an Grenzen stößt

Bei der Küchenhygiene stößt sparsames Dosieren an Grenzen: Rohes Fleisch, Geflügel oder Fisch hinterlassen auf Arbeitsflächen und Schneidebrettern Keime, die Sie nicht auf andere Lebensmittel übertragen sollten. Hier reicht ein Tropfen Spülmittel in heißem Wasser. Die Fläche muss aber wirklich gründlich abgewischt und abgetrocknet werden.

Desinfektionsmittel setzen Sie im Haushalt nur ein, wenn ein konkreter Anlass besteht. Das ist zum Beispiel bei einer ansteckenden Erkrankung im Haushalt der Fall oder wenn das Gesundheitsamt eine Desinfektion ausdrücklich empfiehlt. Im normalen Alltag ist Desinfizieren unnötig. Gründliches Reinigen mit warmem Wasser und etwas Reiniger entfernt Schmutz und einen großen Teil der Keime bereits zuverlässig.