Essig, Natron und Zitronensäure erledigen die meisten Reinigungsarbeiten im Haushalt. Sie kosten wenig, sind biologisch abbaubar und ersetzen mehrere Flaschen Fertigreiniger. Damit sie gut wirken, müssen Sie sie richtig dosieren und auf das Material abstimmen: Säuren lösen Kalk, Natron bindet Gerüche und scheuert, Soda entfettet. Jedes Mittel hat Stärken und Grenzen.

So wirken Essig, Natron und Soda

Vier Faktoren bestimmen das Reinigungsergebnis: Zeit, Reinigungsmittel, Temperatur und Mechanik. Ohne aggressive Chemie brauchen Sie mehr Zeit oder mehr Reibung. Eine eingebrannte Auflaufform lösen Sie mit Natronpaste, wenn Sie die Paste einwirken lassen und dann mit etwas Geduld scheuern. Ohne Einwirkzeit und Reibung bleibt auch das beste Hausmittel wirkungslos.

Essigsäure und Zitronensäure lösen Kalk, weil sie mit dem Kalk reagieren. Natron (Natriumhydrogencarbonat) ist ein mildes Alkali und ein feines Scheuermittel. Soda (Natriumcarbonat) ist stärker alkalisch und löst Fett. Wer weiß, welcher Stoff wofür zuständig ist, bekommt mit drei Pulvern und einer Flasche Essig fast jeden Haushalt sauber.

Essig und Essigessenz richtig dosieren

Essig aus dem Supermarkt enthält etwa fünf Prozent Essigsäure. Essigessenz ist deutlich konzentrierter und muss stärker verdünnt werden. Für einen Allzweckreiniger mischen Sie einen Teil Essig mit drei bis vier Teilen Wasser. Aus Essigessenz wird derselbe Reiniger mit einem Teil Essenz auf fünf bis sechs Teile Wasser. Die Mischung reinigt Glas, Spiegel, Armaturen und Fliesen und hinterlässt nach dem Trocknen kaum Streifen.

Zum Entkalken von Wasserkocher oder Kaffeemaschine füllen Sie das Gerät zur Hälfte mit Essig und zur Hälfte mit Wasser. Im Wasserkocher lassen Sie die Mischung aufkochen und dann stehen, bis sich der Kalk löst. Bei der Kaffeemaschine lassen Sie die Lösung statt des Wassers durchlaufen. Lüften Sie dabei, denn die Dämpfe reizen die Atemwege. Danach spülen Sie gründlich mit klarem Wasser nach, am besten kochen Sie einmal reines Wasser auf. Bei Essigessenz verwenden Sie einen Teil Essenz auf vier Teile Wasser. Beachten Sie außerdem die Herstellerhinweise, denn nicht jedes Gerät verträgt Säure.

Essig hat klare Grenzen. Naturstein wie Marmor oder Granit wird von Säure angeätzt und verliert seinen Glanz. Auch Aluminium, unversiegeltes Holz und Gummidichtungen vertragen Essig schlecht. Eiflecken behandeln Sie besser nicht mit Essig, denn Säure lässt Eiweiß gerinnen und erschwert das Entfernen.

Natron scheuert, Soda entfettet

Natron ist ein feines, mildes Scheuermittel und bindet Gerüche. Eine offene Schale Natron im Kühlschrank oder im Schuh nimmt unangenehme Gerüche auf und wird nach einigen Wochen ausgetauscht. Für hartnäckige Verschmutzungen rühren Sie Natron mit etwas Wasser zu einer Paste an, tragen sie auf und lassen sie kurz einwirken. Damit reinigen Sie Spüle, Backofentür, Ceranfeld und eingebrannte Töpfe, ohne die Oberfläche zu zerkratzen.

Soda ist das stärkere Geschwister von Natron. Es löst Fett und eignet sich für Abzugshauben-Filter, stark verschmutzte Arbeitsflächen und als Zusatz zur Wäsche. Weil Soda aggressiver ist, tragen Sie besser Handschuhe und verwenden es nicht auf empfindlichen Oberflächen wie lackiertem Holz oder Aluminium. Testen Sie Soda zuerst an einer unauffälligen Stelle.

Natron und Essig zusammen zu verwenden, ist ein verbreiteter Irrtum. Die beiden Stoffe reagieren zu Wasser, Kohlendioxid und einem Salz. Das Schäumen löst mechanisch etwas Schmutz, aber die Reinigungskraft hebt sich gegenseitig auf. Wer Kalk lösen will, nimmt Essig oder Zitronensäure. Wer scheuern will, nimmt Natron. Getrennt wirken beide besser als zusammen.

Mit Zitronensäure entkalken

Zitronensäure löst Kalk genauso zuverlässig wie Essig, riecht aber nicht. Sie ist als Pulver oder flüssige Lösung erhältlich und eignet sich für Wasserkocher, Kaffeemaschinen, Duschköpfe und Armaturen. Für eine Entkalkungslösung geben Sie etwa einen Esslöffel Zitronensäurepulver auf einen Liter Wasser und lassen die Lösung einwirken. Bei starken Verkalkungen können Sie die Lösung erwärmen, denn Wärme beschleunigt die Reaktion.

Auch die Waschmaschine lässt sich mit Zitronensäure entkalken. Dazu geben Sie die Lösung in die leere Trommel und starten ein Programm bei hoher Temperatur. Übertreiben Sie es nicht: Zu häufiges Entkalken mit Säure greift Gummidichtungen und Kunststoffteile an. In Gebieten mit normalem Wasser reichen ein bis zwei Behandlungen pro Jahr. In der Spülmaschine übernimmt eine verdünnte Zitronensäurelösung die Aufgabe des Klarspülers, sofern die Bedienungsanleitung das erlaubt.

Wie Essig ist Zitronensäure eine Säure und verträgt sich nicht mit Naturstein, Aluminium und beschädigtem Emaille. Pulverförmige Zitronensäure bewahren Sie außerdem kindersicher auf, denn das weiße Pulver sieht aus wie Zucker und reizt die Augen.

Chlorgas vermeiden und Material schonen

Die wichtigste Sicherheitsregel: Säuren wie Essig oder Zitronensäure niemals mit chlorhaltigen Reinigern mischen. Dabei entsteht Chlorgas, das die Atemwege angreift. Auch die Kombination von Essig und Natron in geschlossenen Gefäßen ist riskant, weil das entstehende Kohlendioxid Druck aufbaut.

Bei allen Hausmitteln gilt: sparsam dosieren, einwirken lassen, gründlich nachspülen. Besonders bei Flächen, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, müssen Essig und Zitronensäure vollständig abgespült werden. Konzentrierte Essigessenz und Soda reizen die Haut, Handschuhe sind hier sinnvoll. Wenn ein Hersteller ausdrücklich von Säure oder Scheuermitteln abrät, hat das meist einen Grund: Edelstahl wird bei längerem Kontakt mit Säure matt, versiegelte Arbeitsplatten und beschichtete Töpfe reagieren ebenfalls empfindlich. Im Zweifel testen Sie das Mittel an einer unauffälligen Stelle, bevor Sie die ganze Fläche behandeln.