Streifige Fenster und graue oder schwarze Fugen entstehen meist durch falsche Putztechnik oder ungeeignete Reiniger. Wer diese Fehler vermeidet, bekommt die Scheiben und Fugen auch ohne teure Spezialprodukte sauber.

Bei Fenstern verursachen zu viel Reinigungsmittel, Putzen in der Sonne und ungeeignete Tücher Streifen. Bei Fugen hängt das richtige Mittel von der Art der Verschmutzung ab. Kalk, Schmutz und Schimmel brauchen unterschiedliche Reiniger. Säurehaltige Hausmittel wie Essig oder Zitronensäure schaden Zementfugen.

Warum Fenster streifig bleiben

Streifen entstehen, wenn Rückstände auf dem Glas trocknen. Vier typische Fehler verursachen das. Dazu gehören zu viel Reinigungsmittel, Putzen in der Sonne, ungeeignete Tücher und die falsche Reihenfolge der Arbeitsschritte.

Zu viel Reinigungsmittel ist der häufigste Fehler. Wenn Sie großzügig Spülmittel oder Glasreiniger ins Wasser geben, bleibt ein Teil des Reinigungsmittels zusammen mit dem gelösten Schmutz auf der Scheibe zurück. Beim Trocknen wird dieser Film als Streifen sichtbar. Dosieren Sie deshalb sparsam: Für normal verschmutzte Fenster reichen wenige Tropfen Reiniger auf einen Eimer Wasser. Nach dem Waschen ziehen Sie das Wasser mit einem Abzieher ab oder wischen die Scheibe mit einem trockenen Tuch nach.

Putzen Sie nicht in direktem Sonnenlicht. Auf einer warmen, sonnigen Scheibe trocknet die Reinigungslösung innerhalb weniger Sekunden. Der Schmutz und das Reinigungsmittel, die noch im Wasser gelöst sind, bleiben dann auf dem Glas zurück. Putzen Sie Fenster deshalb morgens, abends oder an einem bedeckten Tag. Wenn Sie keine Wahl haben, arbeiten Sie auf der Schattenseite und putzen Sie die Scheibe in kleinen Abschnitten, die Sie sofort abziehen.

Ungeeignete Tücher verschmieren die Scheibe, statt sie zu reinigen. Tücher, die fusseln oder das Wasser nicht aufnehmen, verteilen den Schmutz nur. Verwenden Sie ein fusselfreies Tuch, das Wasser gut aufnimmt, zum Beispiel ein Mikrofasertuch. Für große Scheiben eignet sich ein Abzieher mit Gummilippe.

Die Reihenfolge der Arbeitsschritte entscheidet ebenfalls über das Ergebnis. Putzen Sie von oben nach unten, damit keine Tropfen über bereits gereinigte Flächen laufen. Waschen Sie zuerst und ziehen Sie das Wasser dann mit dem Abzieher ab. Wischen Sie die Gummilippe nach jedem Zug mit einem trockenen Tuch ab, sonst ziehen Sie das schmutzige Wasser wieder über die Scheibe.

Sind die Streifen bereits da, hilft ein zweiter Durchgang mit klarem Wasser. Wischen Sie die Scheibe mit einem feuchten Mikrofasertuch ab und trocknen Sie sie sofort nach. Damit entfernen Sie den Rückstand, den zu viel Reinigungsmittel hinterlassen hat.

Kalk, Schmutz oder Schimmel an Fugen erkennen

Der falsche Reiniger schadet den Fugen oft mehr, als er nützt. Prüfen Sie vorher, was die Fuge verfärbt: Kalk, Schmutz oder Schimmel.

Kalk bildet einen weißlichen, harten Belag, der dort entsteht, wo Wasser trocknet, zum Beispiel an Fliesen in der Nähe der Dusche. Schmutz sitzt dagegen als grauer oder brauner Belag in den Poren der Fuge. Schimmel erkennen Sie an schwarzen oder dunkelgrünen Flecken, die meist in feuchten Räumen oder in Silikonfugen auftreten.

Graue Fugen, die durch Schmutz verfärbt sind, reinigen Sie mit einer Paste aus Natron und etwas Wasser. Die Paste eignet sich für Zementfugen, also die üblichen Fugen zwischen Fliesen. Tragen Sie sie auf, lassen Sie sie einige Minuten einwirken und schrubben Sie die Fuge dann mit einer Bürste. Anschließend spülen Sie mit klarem Wasser nach.

Säure an Zementfugen vermeiden

Essig und Zitronensäure lösen Kalk gut, greifen aber Zementfugen an, weil die Säure den Zement anlöst und die Fuge porös und rau macht. Danach setzt sich Schmutz noch schneller fest als vorher. Verwenden Sie deshalb keine säurehaltigen Hausmittel auf Zementfugen. Bei Zementfugen ist die Bürste mit Natronpaste die schonendere Wahl.

Wenn sich Kalk auf einer Zementfuge nicht mit der Bürste lösen lässt, testen Sie einen Reiniger zuerst an einer unauffälligen Stelle. Halten Sie sich an die Herstellerangaben. Die Warnung gilt für Zementfugen. Bei Silikonfugen, etwa rund um Badewanne und Waschbecken, ist das Problem meist ein anderes: Schimmel.

Schimmel in Fugen dauerhaft entfernen

Schwarze Flecken in Silikonfugen sind Schimmel, der im Material sitzt. Hausmittel entfernen nur die Oberfläche. Der Schimmel wächst nach kurzer Zeit wieder nach, weil die Sporen im Inneren der Fuge überleben. Wenn Schimmel immer wieder an derselben Stelle auftritt, sollten Sie die Fuge erneuern: Schneiden Sie die alte Silikonfuge heraus und versiegeln Sie die Fuge neu. Wenn Sie sich das nicht zutrauen, übernimmt das ein Handwerker.

Wischen Sie Schimmel in der Wohnung nicht nur weg. Finden und beseitigen Sie die Ursache, sonst kommt der Befall zurück. Häufige Ursachen sind zu wenig Lüften oder Bauschäden wie undichte Stellen. Schimmel schadet der Bausubstanz und kann die Gesundheit belasten. In feuchten Räumen wie dem Bad beugt regelmäßiges Lüften vor. Kleine Schimmelflecken an Wänden können Sie selbst behandeln. Wenn die befallene Fläche größer als etwa einen halben Quadratmeter ist, sollten Fachleute die Sanierung übernehmen und die Ursache prüfen.