Viele Hausbesitzer führen vergilbte Kunststofffenster auf die Raumtemperatur oder das Heizverhalten zurück. Die Raumtemperatur ist aber selten die direkte Ursache. Entscheidend sind UV-Strahlung, die Qualität des PVC und vor allem die Reinigungsmittel. Wer die Rahmen richtig pflegt und aggressive Chemikalien meidet, beugt Vergilbung vor und hellt bereits verfärbte Stellen oft deutlich auf.
Warum Kunststofffenster vergilben
Kunststofffenster bestehen aus PVC, das mit Stabilisatoren und Pigmenten versetzt ist. Diese Zusätze reagieren auf Sonnenlicht, besonders auf den UV-Anteil. Mit der Zeit baut sich die Schutzschicht ab, und das Material wird gelblich. Die Raumtemperatur hat keinen Einfluss auf die Vergilbung; ob der Raum kühler oder wärmer ist, ändert daran nichts.
Auch die Himmelsrichtung spielt eine Rolle: Fenster auf der Südseite vergilben schneller als Fenster im Norden, weil sie mehr Sonnenstunden abbekommen. Aggressive Reinigungsmittel beschleunigen den Abbau zusätzlich. Chlor, Aceton oder scheuernde Pasten greifen die Oberfläche an und verstärken die Vergilbung, weil sie die schützende Deckschicht entfernen.
Sanfte Reinigung mit Hausmitteln
Bei leichten Verfärbungen hilft eine milde Reinigung mit warmem Wasser und etwas Spülmittel. Mischen Sie einen Spritzer Spülmittel in einen Eimer lauwarmes Wasser, tauchen Sie ein weiches Baumwolltuch ein und wringen Sie es gut aus. Wischen Sie den Rahmen damit ab und lassen Sie die Lösung zwei bis drei Minuten einwirken. Danach wischen Sie mit klarem Wasser nach und trocknen die Fläche mit einem fusselfreien Tuch.
Diese Methode entfernt Schmutz und Fettablagerungen, die den gelben Ton verstärken. Sie schadet dem PVC nicht und eignet sich für die regelmäßige Pflege. Wichtig ist, dass Sie das Tuch nicht zu nass machen, damit keine Feuchtigkeit in die Dichtungen oder Beschläge läuft.
Für hartnäckigere Verschmutzungen verwenden Sie ein mildes Haushaltsreinigungsmittel ohne Scheuermittel oder Lösungsmittel. Achten Sie auf der Verpackung auf Hinweise wie "für Kunststoff geeignet" oder testen Sie das Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, zum Beispiel an der Innenseite des Rahmens.
Diese Reiniger schaden Kunststofffenstern
Einige Reiniger schaden Kunststofffenstern dauerhaft und sollten daher nicht verwendet werden:
- Reiniger mit Chlor oder Bleichmittel
- Aceton und andere Lösungsmittel
- Scheuerpulver oder Reinigungsschwämme mit rauer Oberfläche
- Hochdruckreiniger mit scharfem Strahl
Diese Mittel lösen die Oberfläche an oder hinterlassen Mikrokratzer, in denen sich neuer Schmutz festsetzt. Einmal beschädigtes PVC lässt sich nicht mehr vollständig reparieren, und solche Reiniger verstärken die Vergilbung. Auch Glasreiniger mit starken Chemikalien sollten Sie nicht auf dem Rahmen anwenden.
Wann ein Fachbetrieb helfen muss
Wenn die Vergilbung tief ins Material eingedrungen ist, reicht die Reinigung mit Hausmitteln nicht mehr aus. Sie erkennen das daran, dass die Verfärbung auch nach gründlichem Wischen unverändert bleibt und der Rahmen an vielen Stellen gleichmäßig gelb ist. Dann behandelt ein Fachbetrieb das PVC mit speziellen Polituren und Schleifverfahren. Diese Behandlung entfernt die oberste, geschädigte Schicht und bringt den ursprünglichen Weißton zurück.
Eine solche professionelle Aufbereitung kostet Zeit und Geld. Sie lohnt sich aber, wenn die Fenster ansonsten in gutem Zustand sind. Bei sehr alten Fenstern mit porösen Dichtungen oder beschädigten Beschlägen ist der Austausch oft die wirtschaftlichere Lösung. Lassen Sie sich von einem Fensterbauer vor Ort beraten, bevor Sie eine teure Politur in Auftrag geben.