Saugt Ihr Staubsauger schwächer als früher, ist meist eine verstopfte oder verschmutzte Stelle im Luftweg die Ursache. Ein neues Gerät brauchen Sie dann nicht. Die Stelle finden und beheben Sie mit wenigen Handgriffen. Welche der fünf Stellen zuerst infrage kommt, hängt vom Gerätetyp ab: Beutelstaubsauger, beutelloser Zyklonstaubsauger (mit Staubbehälter) oder Akkusauger. Eine Handprobe an der Düse zeigt ohne Werkzeug, wo die Verstopfung sitzt.
Filter zuerst prüfen
Wenn die Saugkraft langsam über Wochen nachlässt, ist meist der Filter die Ursache. Der Filter hält Feinstaub aus dem Luftstrom fest und setzt sich mit der Zeit zu. Je dichter er wird, desto weniger Luft strömt durch. Der Motor arbeitet dann gegen den Widerstand. Bei beutellosen Geräten sitzt meist ein waschbarer Filter im Behälter oder am Gehäuse. Sie können ihn unter kaltem Wasser ausspülen und vollständig trocknen lassen, bevor Sie ihn wieder einsetzen. Ein feuchter Filter verklebt und saugt danach schlechter, also planen Sie mindestens einen Tag Trocknungszeit ein. Bei Beutelstaubsaugern lohnt ein Blick in die Anleitung: Manche Modelle haben einen zusätzlichen Motorschutzfilter, den Sie ebenfalls reinigen oder ersetzen können. Wird ein Filter nicht mehr sauber oder ist er beschädigt, tauschen Sie ihn aus. Ein neuer kostet je nach Modell nur wenige Euro.
Blockade im Schlauch finden
Sinkt die Saugkraft plötzlich, ist meist etwas verstopft. Eine Socke, ein Spielzeugstein oder ein verklebter Haarballen kann den Schlauch, das Rohr oder die Düse blockieren. Die Handprobe ohne Werkzeug: Halten Sie die Hand an die Düsenöffnung und spüren Sie, ob dort Luft ankommt. Saugt es an der Düse kaum, aber am Schlauchende kräftig, sitzt die Blockade in der Düse. Kommt auch am Schlauchende nichts an, steckt der Fremdkörper weiter hinten im Rohr oder im Schlauch. Bei einem geraden Rohr schieben Sie den Fremdkörper mit einem langen, stabilen Gegenstand wie einem Besenstiel vorsichtig durch. Bei einem flexiblen Schlauch nehmen Sie ihn ab und sehen ihn durch oder klopfen ihn von beiden Seiten durch. Schalten Sie das Gerät vorher aus, damit sich nichts bewegt, während Sie hineinfassen.
Beutel oder Behälter leeren
Ein voller Beutel oder ein voller Staubbehälter ist die häufigste einfache Ursache. Bei Beutelstaubsaugern sollten Sie den Beutel wechseln, bevor er randvoll ist. Feiner Staub setzt die Poren des Beutels zu, sodass die Saugkraft schon nachlässt, obwohl noch Platz wäre. Ein voller Beutel kann außerdem reißen und Staub in den Motor blasen. Bei beutellosen Geräten leeren Sie den Behälter regelmäßig. Reinigen Sie außerdem den Zyklon, also die Kammer, in der der Staub vom Luftstrom getrennt wird, oder befreien Sie die Vorkammer von anhaftendem Staub. Auch hier gilt: Wenn der Behälter fast voll ist, sinkt die Leistung spürbar. Leeren Sie den Behälter über dem Mülleimer und klopfen Sie grobe Rückstände heraus, bevor Sie ihn wieder einsetzen.
Bürstenwalze und Düse freilegen
Haare, Fäden und Tierhaare wickeln sich mit der Zeit um die Bürstenwalze und blockieren sie. Die Walze dreht sich dann langsamer oder gar nicht mehr. Der Staubsauger schiebt den Schmutz nur noch vor sich her. Drehen Sie das Gerät um und prüfen Sie die Unterseite der Bodendüse. Bei den meisten Modellen lässt sich die Walze entnehmen oder zumindest freilegen. Schneiden Sie die umwickelten Haare mit einer Schere oder einem Nahttrenner auf und ziehen Sie sie ab. Arbeiten Sie dabei vorsichtig, damit Sie die Borsten nicht beschädigen. In der Düsenöffnung selbst können sich kleine Gegenstände verkeilen. Entfernen Sie sie mit den Fingern oder einer Pinzette. Bei Akkusaugern mit Rollenantrieb schauen Sie in die Anleitung, ob sich die Walze zur Reinigung herausnehmen lässt.
Dichtungen und Verbindungen
Wenn die Saugkraft schwächelt, aber alle genannten Stellen sauber sind, prüfen Sie die Dichtungen. Gummi- oder Filzdichtungen sitzen an den Verbindungen zwischen Schlauch, Rohr und Gerät sowie am Deckel des Behälters oder des Beutelfachs. Eine poröse Dichtung, ein falsch sitzender Beutel oder ein undicht schließender Deckel lassen Luft an der Düse vorbei in das Gerät strömen. Die Folge: Der Motor saugt zwar, aber die Kraft kommt nicht am Boden an. Prüfen Sie die Dichtungen auf Risse und setzen Sie sie wieder richtig ein. Ein schief eingesetzter Beutel oder ein nicht eingerasteter Behälter hat denselben Effekt. Kontrollieren Sie also, ob diese Teile richtig sitzen.
Nach dem Saugen richtig lüften
Das Saugen entfernt den Schmutz vom Boden, aber feiner Staub wirbelt dabei auf und bleibt eine Weile in der Raumluft. Öffnen Sie direkt nach dem Saugen die Fenster. Das bläst den Staub nach draußen und senkt zugleich die Luftfeuchtigkeit. Das ist gerade in Schlaf- und Kinderzimmern sinnvoll, denn dort verbringen die Bewohner besonders viel Zeit. In schlecht gelüfteten Räumen ist die Innenluft bis zu fünfmal stärker mit Schadstoffen belastet als die Außenluft. Die Feinstaubkonzentration kann zehnmal höher liegen. Hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt außerdem Schimmel an Wänden und in Ecken, besonders in Badezimmern und Küchen. Beim Stoßlüften öffnen Sie die Fenster mehrmals täglich für einige Minuten vollständig. Am besten öffnen Sie gegenüberliegende Fenster gleichzeitig, sodass ein Durchzug entsteht. Im Winter reichen fünf bis zehn Minuten, im Sommer etwas länger. So trocknen die Räume aus, und der aufgewirbelte Staub zieht ab, bevor er sich wieder auf Möbeln und Böden absetzt.