Schimmel in der Wohnung entsteht immer durch erhöhte Feuchtigkeit. Beim Kochen, Duschen und Wäschetrocknen entsteht Wasserdampf, der sich an kalten Wänden niederschlägt. Dort finden Schimmelpilze ideale Bedingungen. Schimmelpilze kommen überall in der Umwelt vor, in der Wohnung sind sie unerwünscht. Ein massiver Befall kann die Atemwege reizen und allergische Reaktionen auslösen.

Der Weg zu einer schimmelfreien Wohnung führt über drei Schritte: den Befall beurteilen, kleine Flächen reinigen und die Feuchtigkeitsquelle beseitigen. Bei großflächigem Befall sind Sachverständige gefragt. Das Umweltbundesamt hat dafür den „Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden" veröffentlicht, der die Grundlage für die Bewertung von Schimmel bildet.

Die Reihenfolge der Schritte ist wichtig. Wer nur den Schimmel entfernt, ohne die Feuchtigkeit zu stoppen, wird den Schimmel wiedersehen. Deshalb beginnen Sie mit der Ursachenklärung und enden mit dem Vorbeugen.

Warum Schimmel in der Wohnung entsteht

Schimmel braucht drei Dinge: Feuchtigkeit, Nährstoffe und eine geeignete Oberfläche. In Wohnungen gibt es davon genug. Feuchtigkeit entsteht im Haushalt: Duschen, Kochen, Wäschetrocknen und das Atmen erzeugen Wasserdampf. Wenn der Wasserdampf an kalten Wänden, Fensterrahmen oder Ecken kondensiert, entsteht ein feuchter Film. Auf diesem Film setzen sich Schimmelpilzsporen ab und wachsen. Schimmelpilzsporen kommen überall in der Luft vor.

Auch Staub spielt eine Rolle. Staub bindet Feuchtigkeit und enthält organische Bestandteile, die Schimmelpilzen als Nährstoff dienen. Deshalb ist regelmäßiges Entstauben nicht nur eine Frage der Sauberkeit, sondern auch eine Vorbeugung gegen Schimmel.

Die drei Schritte gegen Schimmel

Befall beurteilen

Bevor Sie mit der Reinigung beginnen, prüfen Sie die Größe des Befalls. Kleine Flächen können Sie selbst behandeln, zum Beispiel einen Fleck auf der Fensterlaibung oder in der Badecke. Große Flächen gehören in die Hände von Sachverständigen, wenn sie über mehrere Quadratmeter gehen, an mehreren Stellen auftreten oder immer wiederkommen. Das gilt auch, wenn die Ursache nicht offensichtlich ist, etwa bei einem Wasserschaden oder aufsteigender Feuchtigkeit im Mauerwerk.

Das Umweltbundesamt zählt die Suche nach fachkundigen Firmen zu den häufigen Fragen bei Schimmelbefall. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie selbst handeln können, holen Sie eine fachliche Einschätzung ein. Eine falsche Bewertung kann den Schaden verschlimmern.

Kleine Flächen sicher reinigen

Für die Reinigung kleiner Flächen brauchen Sie Schutzausrüstung. Einmalhandschuhe, eine Schutzbrille und eine Maske mit Feinstaubfilter verhindern, dass Sie Sporen einatmen oder die Haut berühren.

Verwenden Sie milde Reinigungsmittel. Für die meisten Flächen reicht warmes Wasser mit etwas Spülmittel. Bei hartnäckigerem Befall können Sie ein alkoholhaltiges Reinigungsmittel verwenden, aber lesen Sie vorher die Herstellerhinweise und prüfen Sie, ob das Mittel für die Oberfläche geeignet ist. Chlorhaltige Mittel sind aggressiv und können die Oberfläche schädigen. Sie sind nur in Ausnahmefällen nötig.

Wischen Sie den Schimmel vorsichtig mit einem feuchten Tuch ab, ohne zu reiben. Reiben verteilt die Sporen in der Luft. Verwenden Sie kein trockenes Tuch und keinen Staubsauger ohne Feinstaubfilter, denn das schleudert die Sporen in die Luft. Nach der Reinigung wischen Sie die Fläche mit klarem Wasser ab und lassen Sie sie vollständig trocknen. Das Reinigungstuch entsorgen Sie in einem verschlossenen Beutel.

Feuchtigkeitsquelle beseitigen

Die Ursache des Schimmels ist immer erhöhte Feuchtigkeit. Wenn Sie die Feuchtigkeit nicht stoppen, kehrt der Schimmel zurück. Prüfen Sie die Feuchtigkeitsquellen in der Wohnung: Lüften Sie nach dem Duschen, Kochen und Wäschetrocknen gründlich, damit der Wasserdampf abziehen kann. Heizen Sie die Räume ausreichend, denn kalte Wände ziehen Wasser an und erzeugen Kondenswasser. Stellen Sie Möbel und Schränke nicht direkt an die Außenwände, sondern lassen Sie einen Abstand, damit die Luft dahinter zirkulieren kann. Trocknen Sie die Wäsche nicht in der Wohnung, wenn die Feuchtigkeit nicht abgeleitet wird. Prüfen Sie außerdem, ob Wasserleitungen oder das Dach undicht sind.

Vorbeugen im Alltag

Nach der Reinigung und der Ursachenbeseitigung halten Sie den Schimmel dauerhaft fern. Am wichtigsten ist regelmäßiges Lüften: Öffnen Sie die Fenster vollständig für mehrere Minuten, mehrmals täglich, und schließen Sie die Türen zwischen den Räumen, damit die Luft durchziehen kann. Das senkt die Luftfeuchtigkeit und verhindert, dass sich Wasser an den Wänden niederschlägt.

Auch das Entstauben gehört zur Vorbeugung. Staub bindet Feuchtigkeit und bietet Schimmelpilzen Nährboden. Wischen Sie die Flächen regelmäßig ab und saugen Sie den Boden mit einem Staubsauger mit Feinstaubfilter. Die richtige Lagerung von Gegenständen ist ebenfalls wichtig. Lagern Sie Kleidung, Bücher und andere Gegenstände nicht direkt an den Außenwänden. In feuchten Räumen wie Kellern sollten Sie empfindliche Dinge entweder nicht lagern oder regelmäßig kontrollieren. Prüfen Sie außerdem die Ecken, Fensterrahmen und Bereiche hinter Möbeln regelmäßig auf erste Anzeichen von Schimmel.

Wann Sachverständige nötig sind

Großflächiger Schimmel, wiederkehrender Befall oder eine unklare Ursache sind Fälle für Sachverständige. Das Umweltbundesamt hat den „Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden" veröffentlicht, der sich an Sachverständigenbüros, Handwerksunternehmen und mikrobiologische Labore richtet. Er hilft auch Wohnungsunternehmen und örtlichen Behörden.

Wenn Sie in einer Mietwohnung wohnen, informieren Sie den Vermieter oder die Hausverwaltung. In vielen Fällen ist die Sanierung von Schimmel Sache des Vermieters, besonders wenn die Ursache in der Bausubstanz liegt. Ein Sachverständiger kann feststellen, ob die Ursache in der Bausubstanz oder im Nutzungsverhalten liegt.

Kernaussagen

  • Schimmel entsteht immer durch erhöhte Feuchtigkeit in der Wohnung.
  • Kleine Flächen können Sie selbst reinigen, großflächiger Befall gehört in die Hände von Sachverständigen.
  • Die Feuchtigkeitsquelle muss beseitigt werden, sonst kehrt der Schimmel zurück.
  • Regelmäßiges Lüften, Heizen, Entstauben und die richtige Lagerung von Gegenständen beugen Schimmel vor.
  • Das Umweltbundesamt bietet mit dem Schimmelleitfaden eine Grundlage für die Bewertung und Sanierung.

Fazit

Beurteilen Sie den Befall, reinigen Sie kleine Flächen sicher und beseitigen Sie die Feuchtigkeitsquelle. Regelmäßiges Lüften, Heizen, Entstauben und die richtige Lagerung von Gegenständen beugen Schimmel vor. Bei großflächigem oder wiederkehrendem Befall holen Sie fachliche Unterstützung ein. Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts liefert die Grundlage für die Bewertung.

FAQ

Ist Schimmel in der Wohnung gesundheitsschädlich?

Massiver Schimmelbefall kann die Atemwege reizen und allergische Reaktionen auslösen. Die Empfindlichkeit ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Wenn Sie gesundheitliche Beschwerden vermuten, wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Kann ich Schimmel selbst entfernen?

Kleine Flächen können Sie selbst behandeln, wenn Sie Schutzausrüstung tragen und milde Reinigungsmittel verwenden. Große Flächen oder wiederkehrender Befall sollten Sie von Sachverständigen behandeln lassen.

Wie verhindere ich Schimmel?

Lüften Sie regelmäßig durch Stoßlüften, heizen Sie die Räume ausreichend und entfernen Sie die Feuchtigkeit nach dem Duschen und Kochen. Lassen Sie die Luft hinter Möbeln zirkulieren, entstauben Sie regelmäßig und lagern Sie Gegenstände nicht direkt an kalte Außenwände.

Welche Reinigungsmittel eignen sich für Schimmel?

Für kleine Flächen reichen warmes Wasser und ein Spülmittel. Bei hartnäckigerem Befall können Sie ein alkoholhaltiges Reinigungsmittel verwenden. Prüfen Sie vorher die Herstellerhinweise. Aggressive chlorhaltige Mittel sind selten nötig und können die Oberfläche schädigen.

Wann muss ich einen Sachverständigen rufen?

Wenn der Schimmel großflächig ist, an mehreren Stellen auftritt oder immer wiederkommt, sollten Sie einen Sachverständigen hinzuziehen. Das gilt auch, wenn die Ursache nicht offensichtlich ist, etwa bei einem Wasserschaden.

Was tun, wenn der Schimmel nach der Reinigung wiederkommt?

Der Schimmel kommt zurück, weil die Feuchtigkeitsquelle weiter besteht. Prüfen Sie Ihre Lüftungsgewohnheiten und die Bausubstanz. Wenn der Schimmel weiterhin auftritt, lassen Sie die Ursache von einem Sachverständigen abklären.