In Wohnungen und Häusern kommt Schimmel an der Wand häufig vor. Schimmelsporen sind überall in der Luft und zunächst harmlos, aber sichtbarer Schimmel auf feuchten Flächen belastet die Gesundheit, vor allem bei älteren Menschen und Kindern.

Ob Sie den Schimmel selbst entfernen oder einen Fachbetrieb beauftragen, hängt von der Größe der Fläche, der Ursache und Ihrer Situation ab. Kleine, klar begrenzte Flecken können Sie selbst behandeln. Bei größeren Flächen oder wenn der Schimmel wiederkommt, sollten Sie einen Fachbetrieb beauftragen.

Kleine Schimmelflecken selbst entfernen

Kleine Schimmelflecken auf glatten Flächen wie Fliesen oder lackierten Wänden können Sie mit handelsüblichen Mitteln entfernen. Die meisten Schimmelentferner enthalten oxidierende Wirkstoffe wie Wasserstoffperoxid, Natriumhypochlorit oder Peressigsäure. Diese Mittel verringern den sichtbaren Schimmel nur kurzfristig und haben Nachteile: Sie können das Material angreifen und bei unsachgemäßer Anwendung Mensch und Umwelt belasten. Deshalb sollten Sie solche Produkte nur mit Bedacht einsetzen.

Bei der Arbeit tragen Sie Handschuhe, Schutzbrille und Atemschutz und lüften den Raum gut. Sprühen Sie das Mittel auf die betroffene Stelle, lassen Sie es kurz einwirken und wischen Sie die Fläche danach mit einem feuchten Tuch ab. Danach trocknen Sie die Wand gründlich, denn Feuchtigkeit ist die Grundlage für neuen Schimmel.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist

Sobald der Schimmel eine größere Fläche bedeckt, in die Wand eingedrungen ist oder immer wieder an derselben Stelle auftaucht, reicht die Selbstentfernung nicht mehr aus. Ein Fachbetrieb findet die Ursache, entfernt den Schimmel fachgerecht und behandelt die Fläche so, dass der Schimmel nicht sofort wiederkommt. Das ist besonders wichtig, wenn ältere Menschen oder Kinder im Haushalt leben, denn für sie ist Schimmel eine echte Gesundheitsgefahr.

Auch wenn Sie unsicher sind, ob es überhaupt Schimmel ist oder ob Ihre Beschwerden damit zusammenhängen, lohnt sich der Gang zum Fachbetrieb. Ein Sachverständiger beurteilt den Befall, ein Labor bestimmt die Pilzart. Diese Untersuchungen geben Ihnen eine klare Grundlage für die nächsten Schritte.

Feuchtigkeitsquelle zuerst finden

Schimmel entsteht selten zufällig. An Raumecken bildet er sich häufig, weil dort Wärmebrücken liegen und die kalte Wandfläche Feuchtigkeit aus der Raumluft kondensiert. Wenn Sie nur den sichtbaren Schimmel entfernen, aber die Feuchtigkeitsquelle nicht beseitigen, kommt der Schimmel zurück. Richtiges Lüften und Heizen beugt vor: Lüften Sie mehrmals täglich stoßweise, halten Sie die Raumtemperatur gleichmäßig und stellen Sie Möbel nicht direkt an kalte Außenwände.

Bevor Sie einen Fachbetrieb beauftragen, sollten Sie klären, woher die Feuchtigkeit kommt. Liegt ein Bauschaden vor, ein undichtes Rohr oder eine dauerhaft zu hohe Luftfeuchtigkeit? Der Betrieb sollte diese Ursache ebenfalls untersuchen, sonst zahlen Sie für eine Sanierung, die nach wenigen Monaten wieder von vorn beginnt.

Den passenden Fachbetrieb finden

Suchen Sie gezielt nach Schimmelsanierungsfirmen, Sachverständigen oder Laboren, die sich auf Feuchteschäden spezialisiert haben. Fragen Sie vor dem Auftrag, wie der Betrieb die Ursache ermittelt, welche Schutzmaßnahmen er anwendet und ob er die Fläche nach der Behandlung kontrolliert. Lassen Sie sich mehrere Angebote geben und vergleichen Sie den Preis und den Umfang der Leistung.

Achten Sie darauf, dass der Betrieb die Schimmelsanierung als eigenständige Aufgabe behandelt und nicht nebenbei erledigt. Eine seriöse Firma dokumentiert den Befall vorher und nachher und erklärt Ihnen, was sie gegen die Feuchtigkeitsquelle unternimmt. Wenn Ihnen ein Angebot ohne Ortsbesichtigung gemacht wird, sollten Sie skeptisch sein.