Sie wollen Ihren Haushalt sauber bekommen, ohne viel Plastikmüll zu produzieren? Das geht einfacher, als viele denken. Die meisten Reinigungsprodukte stecken in Plastikflaschen und enthalten Chemikalien, die weder die Umwelt noch Ihre Gesundheit brauchen.

Dabei reicht eine kleine Grundausstattung, die Sie wiederverwenden oder aus natürlichen Zutaten selbst herstellen. In acht Schritten verzichten Sie auf Plastik und bleiben dabei genauso sauber.

Weniger Produkte, weniger Plastik

Der erste und wichtigste Schritt ist, Ihren Putzschrank auszumisten. Sie brauchen nicht für jeden Raum und jede Verschmutzung ein eigenes Spezialprodukt. Für die allermeisten Reinigungsarbeiten reichen ein Allzweckreiniger, ein Scheuermittel und ein Glasreiniger. Wenn Sie diese drei Produkte durch plastikfreie Alternativen ersetzen, reduzieren Sie Ihren Plastikmüll bereits erheblich. Alles andere, von Duftsprays bis zu Spezialreinigern für einzelne Oberflächen, können Sie weglassen. Das schont die Umwelt und Ihren Geldbeutel.

Reinigungstabs und Konzentrate nutzen

Reinigungstabs und Konzentrate sind ein praktischer Weg, Plastik zu vermeiden. Diese werden in Papier oder Pappe verpackt und Sie lösen sie zu Hause in Wasser auf. Sie brauchen dafür eine wiederverwendbare Sprühflasche aus Glas oder Edelstahl, die Sie mit Leitungswasser füllen und mit dem Tab oder Konzentrat anreichern. So entsteht Ihr eigener Allzweckreiniger ganz ohne Plastikverpackung. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Tabs in plastikfreiem Material verpackt sind und keine Mikroplastik-Partikel enthalten. Viele Hersteller bieten inzwischen entsprechende Produkte an.

Auf vertrauenswürdige Öko-Siegel achten

Beim Kauf fertiger Reinigungsmittel lohnt ein Blick auf die Siegel. Der Blaue Engel und das EU Ecolabel kennzeichnen Produkte, die strengere Umweltauflagen erfüllen als herkömmliche Reiniger. Diese Siegel garantieren, dass die Produkte weniger schädliche Inhaltsstoffe enthalten und die Verpackung recyclingfähig ist. Eine Untersuchung von Greenpeace hat allerdings gezeigt, dass nicht alle Öko-Siegel gleich vertrauenswürdig sind. Als besonders zuverlässig gelten die Siegel Ecogarantie und Nature Care Product. Produkte mit diesen Siegeln können Sie bedenkenlos verwenden, wenn Sie Wert auf Umweltverträglichkeit legen.

Selbstgemachte Reiniger aus Hausmitteln

Die plastikfreiste Variante ist, Ihre Reinigungsmittel selbst herzustellen. Dafür brauchen Sie nur wenige Grundzutaten, die Sie in Glas- oder Papierverpackungen kaufen können: Essig, Zitronensäure, Natron und Kernseife. Aus diesen Zutaten lassen sich wirksame Reiniger für fast alle Bereiche herstellen. Ein Gemisch aus Essig und Wasser im Verhältnis eins zu drei eignet sich gut als Glasreiniger und entkalkt gleichzeitig Wasserhähne. Zitronensäure löst Kalkablagerungen in Bad und Küche, während Natron als sanftes Scheuermittel für Töpfe und Spülen dient. Kernseife können Sie zu einem milden Allzweckreiniger verarbeiten, indem Sie etwas Seife in warmem Wasser auflösen. Diese selbstgemachten Reiniger sind plastikfrei und günstiger als gekaufte Produkte.

Mikrofasertücher statt Einweg-Putztücher

Einweg-Putztücher und Papierrollen verursachen unnötigen Müll und sind oft in Plastik verpackt. Mikrofasertücher reinigen mit Wasser allein und benötigen keine zusätzlichen Reinigungsmittel. Das funktioniert, weil die feinen Fasern Schmutz und Fett mechanisch aufnehmen, ohne dass Chemie nötig ist. Für unterschiedliche Aufgaben können Sie verschiedene Farben verwenden, etwa eine Farbe für Küche, eine für Bad und eine für Glasflächen. So vermeiden Sie, dass Keime von einem Bereich in den anderen gelangen. Die Tücher waschen Sie einfach bei hoher Temperatur in der Waschmaschine und verwenden sie viele Jahre lang. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Tücher aus recyceltem Material bestehen und nicht mit Silberionen oder anderen antibakteriellen Zusätzen behandelt wurden.

Nachfüllpackungen und Mehrweg-Systeme

Wenn Sie nicht komplett auf gekaufte Reiniger verzichten möchten, können Sie trotzdem Plastik sparen. Viele Hersteller bieten inzwischen Nachfüllpackungen aus Papier oder Folie an, die deutlich weniger Verpackungsmaterial benötigen als eine neue Flasche. Sie füllen den Inhalt einfach in Ihre vorhandene Sprühflasche um. Einige Drogerien und Supermärkte haben außerdem Mehrweg-Systeme eingeführt, bei denen Sie Ihre leere Flasche zurückgeben und gegen eine gereinigte, befüllte Flasche tauschen. Informieren Sie sich in Ihrem örtlichen Geschäft, welche Optionen dort angeboten werden. Auch Unverpackt-Läden, die es in vielen Städten gibt, verkaufen Reinigungsmittel lose: Sie bringen Ihr eigenes Gefäß mit und lassen es an der Abfüllstation befüllen.

Auf aggressive Chemikalien verzichten

Einige Reinigungsmittel sind überflüssig und schädigen Umwelt und Gesundheit. Dazu gehören Desinfektionsreiniger, chlorhaltige Sanitärreiniger, ätzende Toilettenreiniger mit starken Säuren und chemische Abflussreiniger. Diese Produkte belasten das Abwasser mit Stoffen, die in Kläranlagen nicht vollständig herausgefiltert werden können. Sie gelangen in Flüsse und Seen und schaden dort Tieren und Pflanzen. Für den normalen Haushalt sind sie auch nicht nötig: Regelmäßiges Putzen mit milden Mitteln hält Bad und Küche hygienisch sauber, ohne dass Sie desinfizieren müssen. Verstopfte Abflüsse lassen sich meist mit einem Pümpel oder einer Mischung aus Natron und Essig befreien, statt aggressive Chemie einzusetzen. Wenn Sie diese Produkte aus Ihrem Haushalt entfernen, reduzieren Sie Plastikmüll und die Chemikalienbelastung in Ihrer Wohnung und im Abwasser.

Reiniger richtig dosieren und lagern

Auch bei plastikfreien Reinigern sollten Sie sparsam dosieren. Die meisten Menschen dosieren ihre Reinigungsmittel viel zu großzügig. Ein Esslöffel Allzweckreiniger auf einen Liter Wasser reicht für die meisten Oberflächen völlig aus. Wenn Sie Konzentrate oder Tabs verwenden, halten Sie sich an die Dosierhinweise des Herstellers. Zu viel Reinigungsmittel hinterlässt Schlieren und Rückstände und belastet unnötig das Abwasser. Bewahren Sie Ihre selbstgemachten Reiniger und die Grundzutaten außerhalb der Reichweite von Kindern auf, am besten in einem verschließbaren Schrank. Essig und Zitronensäure sind zwar natürliche Stoffe, können aber in hoher Konzentration Augen und Haut reizen. Beschriften Sie Ihre selbstgemachten Mischungen deutlich, damit niemand sie versehentlich mit Getränken verwechselt.