Essig, Natron und Kernseife ersetzen die meisten Spezialreiniger im Haushalt: Sie lösen Fett, entfernen Kalk und wirken leicht scheuernd. Allerdings verträgt nicht jede Oberfläche jedes Mittel, und die drei ersetzen keine Desinfektion im medizinischen Sinn.

Warum drei Putzmittel genügen

Die meisten Reinigungsaufgaben im Haushalt betreffen drei Grundprobleme: Fett, Kalk und festsitzender Schmutz. Genau für diese drei Probleme ist je eines der Mittel zuständig. Essig löst Kalk und Fett. Natron wirkt als mildes Scheuermittel und neutralisiert Gerüche. Kernseife entfernt Fett und Schmutz und eignet sich für Böden und Textilien.

Ein Allzweckreiniger kann diese Aufgaben ebenfalls übernehmen. Stiftung Warentest hat 2020 in einem Test von 13 Allzweckreinigern gezeigt, dass diese Produkte trotz ihres Namens nicht für jede Aufgabe geeignet sind. Ein günstiger Allzweckreiniger schnitt im Test gut ab, während das teure Markenprodukt Sagrotan enttäuschte. Wer auf die drei Grundmittel setzt, spart Geld und reduziert die Zahl der Chemikalien im Haushalt.

Essig: Der Entkalker

Essig ist ein schwaches Säuregemisch, das Kalkablagerungen löst. Sie verwenden ihn überall dort, wo sich Wasserreste mit Mineralien absetzen: am Wasserhahn, in der Dusche, im Wasserkocher und in der Kaffeemaschine. Mischen Sie Essig im Verhältnis eins zu drei mit Wasser und wischen Sie Armaturen damit ab. Bei starken Kalkablagerungen lassen Sie die Lösung einige Minuten einwirken und spülen danach mit klarem Wasser nach.

Für den Wasserkocher füllen Sie eine Mischung aus Essig und Wasser bis zur Markierung, kochen sie auf und lassen sie eine halbe Stunde stehen. Danach spülen Sie den Wasserkocher gründlich aus. Essig entfernt auch Fett auf Arbeitsplatten und in der Spüle, weil Säure Fett anlöst.

Vorsicht bei Naturstein: Essig greift Marmor und Granit an, weil die Säure den Stein ätzt. Auf diesen Flächen verwenden Sie besser nur Wasser oder ein mildes Reinigungsmittel.

Natron: Das Scheuermittel

Natron, chemisch Natriumhydrogencarbonat, kennen Sie aus der Küche als Backtriebmittel. Als Putzmittel wirkt es leicht scheuernd und neutralisiert Gerüche. Sie streuen etwas Natron auf einen feuchten Schwamm und reiben damit verschmutzte Flächen wie Herdplatten, Spülen oder Backbleche. Die feinen Kristalle lösen angetrocknete Rückstände, ohne die Oberfläche zu zerkratzen.

In der Toilette hilft Natron gegen Ablagerungen und Geruch: Geben Sie eine halbe Tasse Natron in die Schüssel, lassen Sie es kurz einwirken und bürsten Sie nach. Auch für Textilien ist Natron nützlich. Ein Esslöffel im Waschgang neutralisiert Gerüche in Handtüchern oder Sportkleidung.

Wichtig ist der Unterschied zu Soda, also Natriumcarbonat. Soda ist stärker alkalisch und greift Glas, Aluminium und Linoleum an. Auf Marmor und Granit kann Soda dunkle Flecken hinterlassen. Soda-Pulver reizt außerdem Schleimhäute, Haut, Augen und Atemwege, wenn Sie es einatmen oder mit der Haut in Kontakt kommt. Verwenden Sie für den normalen Hausputz Natron, nicht Soda, und tragen Sie bei empfindlicher Haut Handschuhe.

Kernseife: Der Fettlöser

Kernseife ist eine einfache Seife aus pflanzlichen oder tierischen Fetten und wirkt stark fettlösend. Sie eignet sich für Böden, Arbeitsflächen, Türen und Fensterrahmen. Reiben Sie ein Stück Kernseife in warmem Wasser, bis sich eine leichte Seifenlauge bildet, und wischen Sie damit den Boden. Die Lauge entfernt Fett und Schmutz, ohne aggressive Chemikalien zu hinterlassen.

Auch für Flecken in Textilien ist Kernseife brauchbar. Reiben Sie den Fleck direkt mit der Seife ein, lassen Sie das Kleidungsstück kurz liegen und waschen Sie es wie gewohnt. Bei hartnäckigen Flecken wie Öl oder Fett wiederholen Sie den Vorgang.

Kernseife hinterlässt auf empfindlichen Oberflächen wie lackiertem Holz oder versiegeltem Stein einen dünnen Film. Testen Sie die Lauge an einer unauffälligen Stelle, bevor Sie größere Flächen behandeln. Nach dem Wischen mit Kernseife können Sie den Boden mit klarem Wasser nachwischen, um Schlieren zu vermeiden.

Was die drei Putzmittel nicht leisten

Die drei Mittel ersetzen keine Desinfektionsmittel. Essig tötet zwar einige Bakterien ab, aber nicht zuverlässig alle Krankheitserreger. In Küche und Bad reicht das für den normalen Haushalt, wenn Sie regelmäßig putzen. Nach dem Umgang mit rohem Fleisch oder bei Krankheitsfällen in der Familie verwenden Sie ein zugelassenes Desinfektionsmittel für die betroffenen Flächen.

Auch für Spezialaufgaben sind die drei Mittel nur bedingt geeignet. Dazu gehören das Reinigen von Backofenscheiben, das Entfernen von hartnäckigem Fett in Dunstabzugshauben und das Polieren von Edelstahl. Für diese Fälle lohnt sich ein einzelnes Spezialprodukt, das Sie gezielt einsetzen, statt den Schrank mit vielen Flaschen zu füllen.