Fett, Feuchtigkeit und Essensreste setzen sich mit der Zeit im Mikrowelleninneren fest. Sie erzeugen im geschlossenen Innenraum den Geruch, der beim nächsten Einschalten wieder hochkommt. Dagegen helfen regelmäßiges Reinigen des Innenraums und ein Küchenklima, das Feuchtigkeit und Gerüche nach draußen abführt.
Warum die Mikrowelle riecht
Fetthaltige Speisen setzen beim Erhitzen feine Öl- und Fetttröpfchen frei, die sich als Film an Decke, Wänden und Türinnenseite legen. Dieser Film nimmt Geruchsstoffe auf und gibt sie erst nach und nach wieder ab, manchmal schon bei der nächsten Erwärmung. Auch Feuchtigkeit spielt eine Rolle: Dampf kondensiert an kühleren Stellen und verbindet sich mit den Fettrückständen. Dazu kommen Spritzer von Soßen und Suppen, die an den Wänden antrocknen und beim nächsten Gebrauch verbrennen.
Wer die Tür nach dem Erhitzen eine Weile offen lässt, sorgt dafür, dass ein Teil der Feuchtigkeit entweicht, bevor sie sich absetzen kann.
Gerüche mit Dampf und Essig entfernen
Die einfachste Methode gegen anhaftende Gerüche nutzt Wasserdampf: Eine hitzebeständige Schüssel mit Wasser füllen, einen Schuss Essig oder Zitronensaft dazugeben und in der Mikrowelle erhitzen, bis das Wasser deutlich dampft. Den Dampf einige Minuten im Gerät lassen, damit er Fett und Essensreste an den Wänden aufweicht. Danach den Innenraum mit einem feuchten Tuch auswischen, auch die Decke und die Türdichtung. Ein anschließender Durchgang mit klarem Wasser entfernt Essigreste.
Wer empfindlich auf Essiggeruch reagiert, nimmt stattdessen Natron oder Backpulver. Bei jeder Methode gilt: Erhitzen Sie die Schüssel nur so lange, bis das Wasser deutlich dampft, und schalten Sie das Gerät aus, bevor Sie den Innenraum auswischen.
Spritzer leichter lösen
Wer sein Essen beim Erhitzen mit einer passenden Abdeckhaube oder einem Teller schützt, hält den Innenraum sauber. Die Haube fängt Spritzer auf und lässt sich in der Spülmaschine reinigen. Falls doch etwas an die Wände gerät: die Tür kurz offen lassen, damit der Dampf die Reste feucht hält. Frische Spritzer lassen sich dann meist mit einem feuchten Tuch abwischen. Die Essig-Dampf-Behandlung lockert angetrocknete Reste, bevor Sie mit etwas Spülmittel nachwischen.
Küchenklima durch Lüften und Heizen regulieren
Wer den Geruch langfristig loswerden will, muss auch die Küchenluft im Blick haben. Menschen in Mitteleuropa verbringen rund 80 bis 90 Prozent des Tages in Innenräumen. Die Luft dort nimmt durch Kochen, Heizen und alltägliche Aktivitäten Feuchtigkeit und Geruchsstoffe auf. Regelmäßiges Lüften hält beides in der Küche in Grenzen.
Beim Kochen und Erhitzen entsteht Dampf, der sich sonst an Fenstern und Fliesen niederschlägt. Abhilfe schafft Stoßlüften: das Fenster weit öffnen, kurz und kräftig durchlüften und wieder schließen, am besten mehrmals am Tag. Im Winter dabei die Heizung herunterdrehen oder abstellen, damit die Wärme nicht ungenutzt nach draußen zieht, und nach dem Lüften wieder aufdrehen. Eine Dauerlüftung über gekippte Fenster kühlt die Bausubstanz aus und begünstigt Feuchtigkeitsschäden.
Auch die Mikrowelle gibt nach dem Betrieb Feuchtigkeit ab. Deshalb die Tür nicht sofort schließen, sondern offen lassen, bis der Innenraum trocken ist. Bei stärkerer Dampfentwicklung hilft die Dunstabzugshaube, falls vorhanden, auch schon während des Erhitzens.
Was gegen hartnäckige Gerüche hilft
Wenn die Mikrowelle trotz Reinigung riecht, lohnt ein Blick auf den Drehteller, die Rollen und die Türdichtung. Dort sammeln sich Reste, die beim Wischen übersehen werden. Diese Teile mit warmem Spülwasser reinigen und trocken reiben. Gegen eingezogene Gerüche helfen Schalen mit Kaffeesatz, Natron oder Aktivkohle, die mehrere Stunden oder über Nacht im Gerät stehen. Sie binden Geruchsstoffe, ersetzen aber keine Reinigung.
Wer in der Küche raucht, sollte wissen: Tabakrauch zählt zu den stärksten Belastungen der Raumluft. Er setzt sich in Räumen und Geräten fest und vermischt sich mit Speisegerüchen, was die Situation deutlich verschlimmert.