Ein riechender Kühlschrank hat fast immer eine konkrete Ursache: vergessenes Obst, ausgelaufene Milch, ein Rest Fisch oder Schimmel in der Gummidichtung. Duftspender überdecken den Geruch nur. Solange die Ursache bleibt, kehrt er nach wenigen Tagen zurück.

Der Kühlschrank wird in drei Schritten wieder frisch: Ursache finden, gründlich reinigen, Geruch neutralisieren. Auch die Küche gehört dazu. Warme, feuchte Raumluft fördert Kondenswasser und damit neue Gerüche.

Wo der Geruch herkommt

Die meisten Kühlschrankgerüche stammen aus Lebensmitteln, nicht aus dem Gerät. Verdorbenes Gemüse in der unteren Schublade, ein eingeschweißtes Stück Fisch, Käse mit alter Rinde oder ausgelaufene Milch in einer Fuge geben Geruchsstoffe ab, die sich an Kunststoff und Dichtungen festsetzen. Die Kälte verlangsamt das Verderben, stoppt es aber nicht. Deshalb entwickelt ein Rest auch dann einen starken Geruch, wenn er noch einigermaßen aussieht.

Die zweite Hauptquelle ist Schimmel an der Gummidichtung oder dort, wo sich Kondenswasser sammelt. Riecht der Kühlschrank muffig statt faulig, liegt das meist an der Dichtung oder an der Wassertasse. Die Wassertasse sitzt bei vielen Geräten unten auf dem Kompressor. Sie sammelt das Kondenswasser und ist von außen kaum sichtbar. Auch an der Rückwand sammelt sich Kondenswasser, wenn die Tür häufig offen steht.

Geruchsquelle finden

Räumen Sie den Kühlschrank vollständig aus und legen Sie alles auf eine Arbeitsfläche. Prüfen Sie jede Packung. Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, riecht der Inhalt säuerlich oder ist die Verpackung beschädigt? Alles, was nicht einwandfrei ist, gehört in die Biotonne.

Danach suchen Sie die versteckten Stellen. Ziehen Sie die Schubladen und Glasablagen heraus und leuchten Sie mit einer Taschenlampe in die Bodenecken. Hinter den Schubladen bleiben oft Flüssigkeiten liegen, die man beim normalen Abwischen nicht erreicht. Ziehen Sie die Türdichtung vorsichtig auf und fahren Sie mit dem Finger an der Innenseite entlang. Schwarze oder grünliche Beläge sind Schimmel. Auch die Gummilippe selbst kann Geruch aufnehmen, wenn sie jahrelang nicht gereinigt wurde.

Kühlschrank richtig reinigen

Waschen Sie alle herausgenommenen Teile in der Spüle mit warmem Wasser und etwas Spülmittel. Verwenden Sie keinen Scheuerschwamm. Er zerkratzt den Kunststoff, und in den Kratzern setzt sich später neuer Schmutz fest. Die Innenwände wischen Sie mit einem weichen Tuch und warmem Wasser ab, bei hartnäckigen Belägen mit etwas Essigwasser. Konzentrieren Sie sich auf die Ecken und auf die Rückwand unter den Ablagen.

Trocknen Sie den Kühlschrank vollständig, bevor Sie die Teile wieder einsetzen. Feuchtigkeit im Gerät sorgt dafür, dass Gerüche länger bleiben. Die Dichtung reinigen Sie, indem Sie sie aufklappen und die Falte auf beiden Seiten mit einem feuchten Tuch abziehen. Schwarze Schimmelflecken entfernen Sie mit Essigwasser oder einer Paste aus Natron und etwas Wasser. Danach mit klarem Wasser nachwischen. Beachten Sie bei allen Reinigungsmitteln die Hinweise in der Bedienungsanleitung Ihres Geräts.

Geruch mit Hausmitteln neutralisieren

Wenn der Geruch nach der Reinigung noch im Kunststoff sitzt, helfen Hausmittel, die den Geruch binden. Stellen Sie eine kleine offene Schale mit Natron in den Kühlschrank und wechseln Sie das Pulver regelmäßig aus. Natron nimmt Feuchtigkeit und Geruchsmoleküle auf und wirkt über mehrere Wochen.

Kaffeesatz in einer Schale saugt ebenfalls Gerüche auf, hinterlässt aber einen leichten Kaffeegeruch, den nicht jeder mag. Essig eignet sich eher zum Abwischen als zur offenen Aufstellung, weil er selbst erst einmal stark duftet. Wichtig ist bei allen Mitteln: Sie wirken nur, wenn die Ursache beseitigt ist. Ein Schälchen Natron ersetzt weder das Aussortieren verdorbener Lebensmittel noch die Reinigung der Dichtung.

Feuchtigkeit in der Küche senken

Die Raumluft in der Küche beeinflusst, wie schnell sich Kondenswasser und Gerüche bilden. Beim Kochen steigt viel Wasserdampf auf, vor allem über Töpfen und der Spüle. Diese feuchtwarme Luft schlägt sich an jeder kalten Oberfläche nieder, auch an den Wänden des Kühlschranks, sobald die Tür aufgeht. Dadurch entsteht innen Kondenswasser und die Luftfeuchtigkeit steigt. Schimmel und Gerüche bilden sich leichter.

Lüften Sie deshalb nach dem Kochen gezielt. Öffnen Sie das Fenster oder schalten Sie den Dunstabzug ein, bis der Dampf abgezogen ist. Das senkt die Feuchtigkeit in der ganzen Küche und entlastet das Gerät. Lassen Sie warme Speisen erst abkühlen, bevor Sie sie einräumen. Ein heißer Topf gibt im Kühlschrank Dampf ab. Er treibt die Temperatur im Innenraum nach oben und beschlägt die Rückwand. Decken Sie den Topf ab und stellen Sie ihn erst hinein, wenn er handwarm ist.

Auch der Standort des Kühlschranks ist wichtig. Steht der Kühlschrank direkt neben Herd oder Heizkörper, erwärmt sich seine Außenwand, und der Kompressor läuft öfter. Dadurch schwanken die Temperaturen im Gerät stärker, und Lebensmittel verderben schneller. Lassen Sie außerdem hinter dem Gerät etwas Abstand zur Wand, damit die entstehende Wärme abziehen kann. Ein Kühlschrank, der nicht gegen seine Umgebung arbeiten muss, hält seine Temperatur gleichmäßiger. Dadurch bleiben die Lebensmittel länger frisch.

Gerüche vermeiden

Die beste Geruchsbekämpfung ist Vorbeugung. Wischen Sie ausgelaufene Flüssigkeiten sofort ab, bevor sie antrocknen und in Ritzen laufen. Lagern Sie Reste in geschlossenen Behältern oder in Folie, damit sich keine Gerüche im Kühlschrank verteilen. Sortieren Sie regelmäßig aus, zum Beispiel beim Einräumen nach dem Einkauf. Entfernen Sie ein Stück weiches Obst oder ein geöffnetes Glas mit Schimmelspuren besser heute als morgen.

Die Dichtung reinigen Sie bei jeder gründlicheren Reinigung mit, denn sie ist der empfindlichste Teil des Geräts. Bei Modellen ohne No-Frost-Funktion, also ohne automatisches Abtauen, lohnt es sich, rechtzeitig abzutauen, bevor sich eine dicke Eisschicht bildet. Auch Frost nimmt Gerüche auf und gibt sie langsam wieder ab. Eine dauerhaft aufgestellte kleine Schale mit Natron fängt leichte Gerüche ab, bevor sie sich ausbreiten.