Jalousien und Lamellenvorhänge sammeln besonders viel Staub, weil die Lamellen waagerechte Flächen haben, auf denen sich Partikel absetzen. Sie müssen die Lamellen nicht einzeln abnehmen und in die Badewanne legen.
Drehen Sie die Lamellen senkrecht, dann erreichen Sie beide Seiten direkt am Fenster – mit einem Tuch, Staubsauger oder feuchten Lappen. Welche Methode passt, hängt von der Art der Verschmutzung ab.
Trocken oder feucht reinigen
Zum regelmäßigen Abstauben reicht ein trockenes Staubtuch. Drehen Sie die Lamellen mit der Wendestange oder dem Kettenzug senkrecht. So erreichen Sie die Oberseite gut. Wischen Sie einmal durch, drehen Sie die Lamellen in die andere Richtung und wiederholen Sie das auf der Unterseite. Alternativ funktioniert ein Staubsauger mit Polsterdüse oder weicher Bürstendüse. Stellen Sie die Saugleistung auf die niedrigste Stufe. So verhindern Sie, dass sich die Lamellen verbiegen oder der Staub nur aufgewirbelt wird.
Wenn trockenes Wischen nicht mehr reicht, weil sich Schmutz festgesetzt hat, nehmen Sie ein feuchtes Tuch mit etwas Spülmittel. Wischen Sie jede Lamelle einzeln ab und gehen Sie danach mit einem trockenen Tuch darüber, sonst bleiben Streifen zurück. Diese Methode eignet sich für Fett- oder Nikotinablagerungen, die ein trockenes Tuch nicht löst. Achten Sie darauf, dass das Tuch nur leicht feucht ist, damit kein Wasser in die Mechanik der Jalousie läuft.
Küche: Fett und Kochdunst
In der Küche setzt sich auf Jalousien nicht nur Staub ab, sondern auch ein feiner Fettfilm aus dem Kochdunst. Dieser Film bindet neuen Staub, sodass die Lamellen schneller grau aussehen als in anderen Räumen. Trockene Reinigung reicht hier meist nicht aus. Nehmen Sie das feuchte Tuch mit Spülmittel, denn Spülmittel löst Fett zuverlässig, ohne die Oberfläche der Lamellen anzugreifen. Arbeiten Sie von oben nach unten, damit kein Schmutz auf bereits gereinigte Lamellen tropft.
Wenn Sie täglich kochen, reicht es, die Jalousien einmal pro Woche trocken abzuwischen und einmal im Monat feucht zu reinigen. Bei starker Fettbildung können Sie die Lamellen abnehmen und in der Badewanne mit warmem Spülwasser einweichen. Das ist aber nur nötig, wenn die Verschmutzung bereits eingebrannt ist. Im Alltag hält die feuchte Reinigung vor Ort die Lamellen sauber.
Schlafzimmer: Staub und Allergene
Im Schlafzimmer ist Staub das Hauptproblem. Er fällt besonders ins Gewicht, wenn Sie oder Ihre Familie unter Allergien leiden. Hier reicht die trockene Methode, wenn Sie sie regelmäßig anwenden. Wischen Sie die Lamellen einmal pro Woche mit einem Staubtuch ab, idealerweise mit einem Mikrofasertuch, das den Staub bindet statt ihn aufzuwirbeln. Drehen Sie die Lamellen wie beschrieben in beide Richtungen, damit auch die Oberseiten staubfrei bleiben.
Ein Staubsauger mit Bürstenaufsatz ist im Schlafzimmer eine gute Ergänzung, weil er auch feinen Staub entfernt, den das Tuch nur verdrängt. Schließen Sie die Jalousie vor dem Saugen komplett, damit die Lamellen stabil liegen und nicht flattern. Eine feuchte Reinigung ist im Schlafzimmer nur selten nötig, etwa wenn sich nach dem Winter eine graue Schicht gebildet hat, die das trockene Tuch nicht mehr löst.
Wohnzimmer: Staub, Flecken und Fingerabdrücke
Im Wohnzimmer treffen verschiedene Verschmutzungsarten aufeinander: normaler Hausstaub, ab und zu eine Fliege, die an der Lamelle klebt, oder Fingerabdrücke, wenn Kinder die Jalousie bedienen. Für den Alltag reicht das trockene Staubtuch. Behalten Sie die Lamellen im Auge und reinigen Sie einzelne Stellen gezielt nach. Ein feuchtes Tuch mit etwas Spülmittel entfernt Fingerabdrücke und kleine Flecken, ohne dass Sie die ganze Jalousie nass reinigen müssen.
Wenn die Jalousie im Wohnzimmer lange nicht gereinigt wurde und eine gleichmäßige graue Schicht trägt, lohnt sich die komplette feuchte Reinigung. Planen Sie etwas Zeit ein, denn Sie müssen jede Lamelle von beiden Seiten abwischen. Drehen Sie die Lamellen in die eine Richtung, wischen Sie alle Oberseiten, drehen Sie sie in die andere Richtung und wiederholen Sie den Vorgang. Zum Schluss gehen Sie mit einem trockenen Tuch darüber, um Streifen zu vermeiden.
So reinigen Sie Kunststoff, Aluminium und Holz
Nicht jede Jalousie verträgt dieselbe Behandlung. Kunststofflamellen sind robust und halten feuchtes Wischen mit Spülmittel problemlos aus. Aluminiumlamellen können bei zu viel Druck verbeulen. Wischen Sie sie also mit leichtem Druck und einem weichen Tuch. Holzjalousien vertragen keine feuchte Reinigung, weil das Wasser in das Material eindringen und es verziehen kann. Hier bleiben Sie bei der trockenen Methode. Wenn sich hartnäckiger Schmutz nur mit Feuchtigkeit lösen lässt, verwenden Sie ein nur leicht angefeuchtetes Tuch und trocknen die Lamellen sofort nach.
Bevor Sie eine neue Reinigungsmethode ausprobieren, testen Sie sie an einer unauffälligen Stelle, zum Beispiel an der untersten Lamelle am Rand. So sehen Sie, ob das Material die Feuchtigkeit oder das Spülmittel verträgt, ohne die ganze Jalousie zu beschädigen. Bei sehr alten oder empfindlichen Jalousien kann eine professionelle Reinigung sinnvoll sein. Das ist aber nur nötig, wenn die Lamellen stark verschmutzt oder beschädigt sind.