Waagerechte Lamellen werden schnell staubig, weil die flachen Flächen viel Staub sammeln und die warme Luft des Heizkörpers unter dem Fenster aufsteigt und zusätzlichen Staub nach oben trägt. Zum Entstauben müssen Sie die Lamellen nicht abmontieren. Drehen Sie die Lamellen mit dem Wendestab, der Stange zum Drehen der Lamellen, zu einer geschlossenen Fläche, wischen Sie die eine Seite ab, wenden Sie die Lamellen und reinigen Sie die zweite. Das dauert wenige Minuten.
Einen belegbaren Zusammenhang zwischen staubfreien Jalousien und niedrigeren Heizkosten gibt es nicht. Eine Staubschicht auf den Lamellen verändert die Wärmeabgabe des Raums nicht messbar. Regelmäßiges Entstauben spart in erster Linie Arbeit, hält die Raumluft sauberer und macht die Grundreinigung seltener nötig. Sinnvoll bleibt die Pflege trotzdem, nur sollte man keine niedrigeren Heizkosten erwarten.
Warum Jalousien so schnell stauben
Jalousien bestehen aus waagerechten Lamellen, die sich mit dem Wendestab drehen lassen. In der waagerechten Stellung liegt jede Lamelle offen, und genau diese große, ebene Fläche sammelt den Staub. Dazu kommt, dass die Heizkörper meist direkt unter dem Fenster sitzen. Ihre warme Luft steigt nach oben und nimmt Staub aus dem Raum mit. Ein Teil davon bleibt an den Lamellen hängen, und wer viel Staub in der Wohnung hat, sieht das an den Jalousien zuerst.
Schnell abstauben ohne Abmontieren
Der schnellste Weg braucht nur den Wendestab und ein Staubtuch oder einen Staubwedel. Drehen Sie die Lamellen zu einer geschlossenen Fläche, wischen Sie die eine Seite ab, wenden Sie die Lamellen und reinigen Sie die zweite Seite. So erreichen Sie alle Lamellen, ohne eine einzige abzubauen.
Wer die gesamte Fläche in einem Durchgang schaffen will, dreht die Lamellen hochkant, erst nach links, dann nach rechts. Damit kommen Sie an beide Seiten der ganzen Jalousie heran. Noch schneller geht es mit einer Jalousiebürste aus Mikrofaserplüsch. Sie hat fünf weiche Bürsten, die in die Zwischenräume greifen und mehrere Lamellen gleichzeitig von oben und unten reinigen. Das Wenden in zwei Durchgängen entfällt.
Staubwedel, Jalousiebürste oder Staubsauger
Für die 14-Tage-Routine reichen ein Staubwedel oder ein Staubtuch. Sie sind schnell zur Hand und schonen alle Oberflächen. Eine Jalousiebürste lohnt sich, wenn im Haushalt mehrere Jalousien hängen, weil sie die Arbeit auf einen Durchgang verkürzt.
Zum Absaugen stellen Sie den Staubsauger auf die niedrigste Stufe und nehmen einen glatten Aufsatz, der in die Zwischenräume passt. Die niedrige Saugstufe verhindert, dass sich die Lamellen verbiegen. Bei empfindlichen Lamellen aus Holz oder Stoff bleiben Sie besser beim Staubwedel oder bei der weichen Bürste und verzichten auf Feuchtigkeit.
Ein Hilfsmittel für die schnelle Runde kommt aus der Küche: Wickeln Sie zwei Putztücher um eine Grillzange, pro Seite ein Tuch, und fixieren Sie sie mit Gummibändern. Damit fahren Sie die Lamellen in einem Zug ab. Diese Konstruktion kostet nichts und reicht für die grobe Staubschicht zwischendurch völlig aus.
Die Preise für Staubwedel und Jalousiebürsten schwanken je nach Anbieter und Ausstattung, beide bleiben aber im günstigen Bereich. Eine deutlich teurere Anschaffung ist nur die professionelle Reinigung, und die ist nur bei starkem Schmutz sinnvoll.
Aufwand, Zeit und Kosten einplanen
Am wichtigsten für die Planung ist die Routine. Ungefähr alle 14 Tage genügt ein kurzer Durchgang mit Staubwedel oder Staubtuch, damit sich der Staub gar nicht erst festsetzt. Pro Jalousie dauert das nur wenige Minuten. Koppeln Sie die Runde an eine ohnehin anstehende Aufgabe, etwa an das Staubsaugen der Wohnung. Dann rutscht das Abstauben nicht aus dem Terminplan.
Für die feuchte Grundreinigung sollten Sie bewusst Zeit einplanen, weil die Lamellen anschließend trocknen müssen. In Haushalten mit Rauchern setzen Fett und Nikotin schneller hartnäckige Flecken an. Dort ist die Grundreinigung öfter nötig.
Bei den Kosten bleibt der Aufwand überschaubar. Die Hilfsmittel sind günstig, die monatliche Arbeitszeit liegt bei wenigen Minuten. Die professionelle Reinigung ist die teuerste Lösung; sie lohnt bei starkem Schmutz oder schwer erreichbaren Stellen. Lassen Sie sich vorher ein Angebot geben, dann können Sie Preis und eigenen Aufwand vergleichen.
Feuchte Grundreinigung mit Spülmittel
Wenn sich Staub festgesetzt hat oder Fett und Nikotin im Spiel sind, hilft ein feuchter Lappen mit etwas Spülmittel. Wringen Sie den Lappen gut aus, wischen Sie die Lamellen und gehen Sie direkt mit einem trockenen Tuch nach, damit keine Streifen zurückbleiben. Arbeiten Sie in derselben Reihenfolge wie beim trockenen Abstauben: Lamellen schließen, eine Seite reinigen, wenden, zweite Seite reinigen.
Verschmutzungen, die mit Spülmittel nicht verschwinden, gehören in professionelle Hände. Das gilt vor allem für schwer zugängliche Jalousien und für empfindliche Lamellen, bei denen die Gefahr von Beschädigungen zu groß ist.
Außenjalousien reinigen
Außenjalousien, auch Raffstoren genannt, sammeln anderen Schmutz und brauchen andere Reinigungszeiten. Sie sollten regelmäßig gesäubert werden, am besten im Frühjahr und im Herbst, wenn grober Schmutz von Wetter und Pflanzen anfällt. Grobe Verschmutzungen entfernen Sie mit Wasser, einer milden Seifenlösung und einer weichen Bürste.
Sind die Fenster kippbar, können Sie die Außenjalousien von innen reinigen. Sonst brauchen Sie ein spezielles Reinigungsgerät oder eine stabile Leiter. Bei Arbeiten in größerer Höhe sollten Sie Ihren Stand sichern und sich nicht aus dem Fenster lehnen. Im Zweifel rufen Sie einen Fachbetrieb. Bei starkem Schmutz oder schlecht erreichbaren Stellen lohnt sich die professionelle Reinigung ohnehin.
Entstauben spart keine Heizkosten
Die Aussicht auf gesparte Heizkosten sollten Sie realistisch sehen: Einen belegbaren Effekt des Entstaubens auf die Heizkosten gibt es nicht; die Staubschicht auf den Lamellen dämmt nichts und verändert auch nicht die Wärmeabgabe des Heizkörpers. Tatsächlich besteht ein anderer Zusammenhang: Der Heizkörper unter dem Fenster erwärmt die Luft, die Luft steigt auf und trägt Staub zu den Lamellen. Wer die Lamellen regelmäßig abstaubt, entfernt diesen Staub, bevor er sich festsetzt, und hält damit die Luft am Fenster sauberer.
Der spürbare Gewinn liegt im geringeren Putzaufwand und in einer saubereren Raumluft. Auf der Heizkostenabrechnung ist dadurch keine Ersparnis abzulesen. Dafür bleibt die Grundreinigung seltener nötig, weil festgesetzter Schmutz später nur mit deutlich mehr Aufwand zu entfernen ist.