Jalousien sammeln schneller Staub als Vorhänge. Ihre waagerechten Lamellen bilden eine große, offen liegende Fläche. Außerdem strömt warme Luft von Heizkörpern nach oben und führt Staub direkt an den Lamellen vorbei. Für die regelmäßige Reinigung müssen Sie die Jalousie nicht abnehmen. Ein Staubwedel und der Wendestab reichen aus, um die Lamellen in wenigen Minuten staubfrei zu halten. Wichtig ist: Behandeln Sie Innen- und Außenjalousien unterschiedlich und passen Sie die Methode an das Material an.
Warum Jalousien so schnell stauben
Staub besteht aus winzigen Partikeln. Dazu gehören Faserabrieb von Textilien, Hautschuppen von Menschen und Tieren sowie feine Schmutzpartikel, die durch die Fenster hereingetragen werden. Auf waagerechten Lamellen setzt sich dieser Staub auf der ganzen Oberfläche ab. An Vorhängen haftet er an einer senkrechten Fläche nur wenig. Steht die Jalousie über einem Heizkörper, kommt ein zweiter Effekt hinzu. Die aufsteigende warme Luft transportiert Staub nach oben und bläst ihn direkt gegen die Lamellen. Deshalb verschmutzen Jalousien über Heizungen spürbar schneller als an anderen Fenstern.
Bleibt der Staub länger liegen, verbindet er sich mit Luftfeuchtigkeit zu einem grauen Belag. Diesen Belag kann man nur mit mehr Aufwand entfernen. Die regelmäßige Trockenreinigung verhindert genau diesen Belag. Wer die Lamellen ungefähr alle 14 Tage abstaubt, hält den Aufwand gering und vermeidet, dass sich hartnäckige Verschmutzungen festsetzen.
Schnelle Alltagsreinigung ohne Abbau
Für die regelmäßige Pflege brauchen Sie weder Wasser noch müssen Sie die Lamellen abnehmen. Stellen Sie den Behang mit dem Wendestab so, dass die Lamellen eine geschlossene Fläche bilden. Fahren Sie mit einem Staubwedel oder einem Staubtuch von oben nach unten über diese Fläche. Danach wenden Sie die Lamellen und wiederholen den Vorgang auf der zweiten Seite. So ist die Jalousie in wenigen Minuten von beiden Seiten entstaubt.
Wer schneller arbeiten möchte, nutzt eine spezielle Jalousiebürste. Sie besteht aus mehreren weichen Bürsten aus Mikrofaserplüsch. Die Bürsten werden zwischen die Lamellen geschoben. Dabei reinigen sie mehrere Lamellen gleichzeitig von oben und unten. Das Wenden in zwei Durchgängen entfällt. Diese Bürsten sind inzwischen weit verbreitet. Sie sind vor allem bei schmalen Lamellen praktisch, weil ein Staubtuch dort nur schwer in die Zwischenräume kommt.
Gründliche Reinigung bei stärkerem Schmutz
Wenn sich trotz regelmäßiger Pflege ein Belag gebildet hat oder die Jalousie nach einer Renovierung verschmutzt ist, reicht die Trockenreinigung nicht mehr. Dann hilft eine feuchte Reinigung. Sie können sie weiterhin am hängenden Behang durchführen. Verwenden Sie ein weiches Mikrofasertuch. Wringen Sie es in lauwarmem Wasser mit etwas mildem Spülmittel aus. Wichtig ist, dass das Tuch nur leicht feucht ist. Dann läuft kein Wasser in die Mechanik oder die Aufhängung. Wischen Sie jede Lamelle einzeln ab. Trocknen Sie sie anschließend mit einem trockenen Tuch nach, damit keine Wasserflecken zurückbleiben.
Bei stark verschmutzten Lamellen können Sie den Behang auch waagerecht herausnehmen und in der Badewanne oder Dusche abbrausen. Das ist nur bei unempfindlichen Materialien sinnvoll. Die Jalousie muss danach vollständig trocknen, bevor Sie sie wieder aufhängen. Notieren Sie sich beim Herausnehmen die Reihenfolge der Lamellen. So bauen Sie den Behang später korrekt wieder zusammen. Für die meisten Fälle ist das Abwischen am Fenster der schonendere Weg.
Kunststoff, Aluminium, Holz und Stoff richtig reinigen
Nicht jede Jalousie verträgt dieselbe Reinigung. Kunststofflamellen sind am unempfindlichsten. Sie vertragen feuchtes Abwischen mit mildem Spülmittel. Auch bei stärkerer Verschmutzung lassen sie sich gut reinigen. Vermeiden Sie scheuernde Schwämme und aggressive Reiniger. Sie machen die Oberfläche matt.
Aluminiumjalousien sind ebenfalls robust. Ihre Lamellen verbiegen aber leicht, wenn Sie zu fest drücken. Wischen Sie immer mit leichtem Druck und in Längsrichtung. So behalten die Lamellen ihre Form. Feuchtes Abwischen ist unproblematisch, solange Sie anschließend trocknen.
Holzjalousien brauchen besondere Vorsicht. Holz quillt bei Feuchtigkeit auf. Die Oberfläche ist meist mit einer empfindlichen Lack- oder Ölschicht versehen. Reinigen Sie Holzlamellen möglichst nur trocken mit dem Staubwedel. Ist eine feuchte Reinigung nötig, nehmen Sie ein fast trockenes Tuch. Wischen Sie zügig, damit das Holz nicht lange feucht bleibt. Auf keinen Fall sollten Sie Holzjalousien abbrausen oder in Wasser einweichen. Das gilt auch für Bambus- und Kunstholzjalousien, die oft wie echtes Holz behandelt werden.
Stoffjalousien, etwa aus Polyestergewebe, lassen sich weder mit dem Staubwedel noch mit dem feuchten Tuch richtig reinigen. Hier hilft regelmäßiges Absaugen mit der Polsterdüse des Staubsaugers. So lösen Sie Staub aus dem Gewebe. Bei stärkerer Verschmutzung müssen Sie sich an den Hersteller wenden. Viele Stoffjalousien lassen sich nicht abnehmen und nicht waschen. Einige Modelle können Sie vorsichtig mit einem feuchten Tuch abtupfen. Das Gewebe kann dabei aber Flecken bekommen oder sich verziehen.
Außenjalousien anders reinigen
Außenjalousien sind anderen Belastungen ausgesetzt. Regen, Pollen, Vogelkot und Abgase setzen den Lamellen zu. Hier reicht die Trockenreinigung nicht aus. Sie müssen die Jalousie regelmäßig mit Wasser abspülen. Bei erreichbaren Lamellen arbeiten Sie mit einem weichen Schwamm und lauwarmem Wasser mit etwas Spülmittel. Hartnäckige Ablagerungen wie Vogelkot sollten Sie vorher mit Wasser einweichen. Dann müssen Sie nicht kratzen.
Bei Außenjalousien in größerer Höhe gilt: Arbeiten Sie nur mit sicherem Stand, etwa auf einer stabilen Leiter oder vom Fenster aus. Halten Sie sich an die Sicherheitshinweise des Herstellers. Wenn die Jalousie nicht erreichbar ist oder die Mechanik bei der Reinigung beschädigt werden könnte, beauftragen Sie einen Fachbetrieb. Das gilt besonders für Jalousien, die sich nicht manuell öffnen lassen oder bei denen die Gurtführung empfindlich ist.
Sicherheit und Materialgrenzen
Die wichtigste Regel lautet: Halten Sie Wasser von der Mechanik fern. In den Kästen, Führungsschienen und Aufhängungen sitzen Teile. Sie können rosten oder verkleben, wenn sie dauerhaft feucht werden. Wischen Sie deshalb immer nur die Lamellen und nie die Mechanik.
Verzichten Sie auf aggressive Reinigungsmittel, scheuernde Schwämme und harte Bürsten. Sie beschädigen die Oberfläche von Kunststoff, Aluminium und Holz gleichermaßen. Auch Essigreiniger und stark alkalische Mittel können die Beschichtung angreifen. Ein mildes Spülmittel in geringer Konzentration ist für die meisten Materialien die sichere Wahl. Bei Holz ist trockene Pflege besser.
So bleiben Jalousien dauerhaft staubfrei
Jalousien bleiben staubfrei, wenn Sie sie regelmäßig trocken abstauben und das Material berücksichtigen. Die 14-Tage-Routine mit Staubwedel oder Jalousiebürste verhindert, dass sich ein hartnäckiger Belag bildet. Sie erspart Ihnen die aufwendige Feuchtreinigung. Bei stärkerer Verschmutzung hilft das vorsichtige Abwischen mit einem leicht feuchten Tuch. Bei Holz und Stoff ist besondere Vorsicht nötig. Außenjalousien brauchen eine eigene Pflege mit Wasser. Bei allen Arbeiten gilt: Die Mechanik darf nicht nass werden. Bei schwer erreichbaren Stellen ist ein Fachbetrieb die sicherere Wahl.