Jalousien mit waagerechten Lamellen sammeln schneller Staub als die meisten anderen Flächen in der Wohnung: Jede Lamelle liegt waagerecht, und der Heizkörper sitzt meist direkt darunter. Zum Reinigen müssen Sie die Jalousie nicht abnehmen. Schließen Sie die Lamellen mit der Wendestange zu einer geschlossenen Fläche. Wischen Sie die eine Seite ab, drehen Sie die Lamellen und wischen Sie die andere.
Diese Reinigung verhindert keine Feuchtigkeitsschäden am Fenster. Sie entstehen, wenn warme, feuchte Raumluft auf kalte Flächen trifft und dort Kondenswasser bildet. Dagegen helfen richtiges Heizen und Lüften. Weil die Jalousie direkt vor dem Fenster hängt, sehen Sie beim Staubwischen sofort, wenn Fensterbank oder Scheibe feucht sind.
Warum Lamellen so schnell stauben
Die horizontale Lage ist der Hauptgrund. Eine geschlossene Jalousie besteht aus einer Fläche vieler einzelner Lamellen, auf denen sich Staub wie auf Regalbrettern sammelt. Mit der Wendestange ändern Sie nur den Winkel der Lamellen. Der Staub findet auf jeder oberen Kante trotzdem Halt.
Der Heizkörper unter dem Fenster verstärkt den Effekt. Warme Luft steigt auf und trägt Staubpartikel bis an die Lamellen. Aus dem anfangs lockeren Staub wird mit der Zeit eine festsitzende Schicht, die sich nicht mehr abblasen lässt. Wer die Jalousie über Wochen nicht anfasst, braucht zum Reinigen entsprechend mehr Aufwand. Wer sie regelmäßig abwischt, verhindert, dass sich der Staub überhaupt festsetzt.
Alle 14 Tage entstauben, ohne abzubauen
Stauben Sie die Jalousie etwa alle 14 Tage mit einem Staubwedel oder einem Staubtuch ab. Bei diesem Abstand bleibt der Staub locker. Sie entfernen ihn in wenigen Minuten, ohne jede Lamelle einzeln abzunehmen.
Gehen Sie an der hängenden Jalousie in vier Schritten vor:
- Schließen Sie die Lamellen mit der Wendestange, bis sie eine geschlossene Fläche bilden.
- Wischen Sie die erste Seite ab, zum Beispiel von oben nach unten.
- Drehen Sie die Lamellen mit der Wendestange in die entgegengesetzte Richtung.
- Wischen Sie die zweite Seite ab.
Damit erreichen Sie jede Lamelle in einem Durchgang. Sie müssen dafür weder die Wendestange ausbauen noch die Halterungen lösen.
Das passende Werkzeug für die Lamellen
Für den 14-Tage-Rhythmus reichen ein Staubwedel oder ein trockenes Staubtuch. Beide nehmen lockeren Staub auf, ohne die Oberfläche der Lamellen anzugreifen.
Wer mehrere Lamellen gleichzeitig reinigen möchte, nimmt eine Jalousienbürste. Sie besteht aus Mikrofaserplüsch und besitzt fünf weiche Bürsten. Sie schieben die Bürste zwischen die Lamellen, sodass die einzelnen Bürsten mehrere Lamellen gleichzeitig von oben und unten reinigen. Sie müssen die Lamellen dann nicht extra wenden.
Wenn der Staub nach einer langen Pause fest sitzt, hilft ein leicht angefeuchtetes Mikrofasertuch. Testen Sie es zuerst an einer unauffälligen Stelle und beachten Sie die Pflegehinweise des Herstellers. Nicht jede Lamellenoberfläche verträgt Feuchtigkeit gleich gut.
Feuchtigkeitsschäden entstehen durch Kondenswasser
Staub auf den Lamellen verursacht keinen Schimmel. Feuchtigkeitsschäden entstehen, wenn warme, feuchte Raumluft auf kalte Flächen trifft und dort Kondenswasser bildet. Typische Stellen sind Fenster, Außenwände, Raumecken und Flächen hinter großen Möbeln. Das Wasser aus Kochen, Waschen, Duschen und aus feuchtem Mauerwerk begünstigt das Wachstum von Schimmelpilzen.
Wer regelmäßig und ausreichend lüftet, beugt Schimmel vor. Wie oft und wie lange Sie lüften, hängt von der Raumnutzung ab. Öffnen Sie das Fenster zum Lüften für einige Minuten ganz, damit die feuchte Luft nach draußen zieht. Ein dauerhaft gekipptes Fenster tauscht die Luft deutlich langsamer aus und kühlt die Wand rund um das Fenster aus. Dadurch entsteht leichter Kondenswasser.
Schlafzimmer und Wohnzimmer richtig lüften
Im Schlafzimmer lüften Sie intensiv mit weit geöffnetem Fenster, kurz vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen. Die Tür zu kühleren Schlafzimmern bleibt am besten geschlossen. Wärmere Luft aus anderen Räumen nimmt nämlich mehr Feuchtigkeit auf und kann an den kühlen Wänden schnell Kondenswasser und Schimmel verursachen. Besonders gefährdet sind Außenwände, Raumecken, Flächen hinter und unter Betten sowie Bereiche hinter großen Möbeln.
Im Wohnzimmer genügt regelmäßiges Lüften, solange die Feuchtigkeit im normalen Rahmen bleibt. Achten Sie dort besonders auf viele Pflanzen, feuchte Wäsche oder ein Aquarium, denn diese Quellen geben ständig Wasser an die Raumluft ab. Auch Kochen, Duschen und die Atemluft der Bewohner erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Wer diese Feuchte nicht regelmäßig nach draußen lässt, begünstigt Schimmel und verschlechtert die Raumluft durch Kohlendioxid und Gerüche.
Bei guter Dämmung regelmäßiger lüften
Gute Dämmung und dicht schließende Fenster sparen Energie und verhindern, dass Außenwände so stark auskühlen, dass Wasserdampf dort kondensiert. Diese Bauweise hat einen Nachteil: Je dichter die Gebäudehülle ist, desto mehr Stoffe, die in der Wohnung entstehen, bleiben in der Raumluft. Tabakrauch, Kochdünste und Körpergerüche reichern sich an, wenn niemand lüftet.
Wer in einem gedämmten Haus oder einer sanierten Wohnung wohnt, sollte deshalb regelmäßiger und gezielter lüften als vorher. Richtiges Heizen gehört dazu, weil an warmen Wänden weniger Kondenswasser entsteht als an kalten. Beides zusammen hält die Luftfeuchtigkeit niedrig, beugt Schimmel vor und erhält den Energiespareffekt der Dämmung.