Eis im Gefrierschrank entsteht, weil warme Raumluft beim Öffnen der Tür in das Gerät strömt. Sie trägt mehr Feuchtigkeit als kalte Luft. Die Feuchtigkeit kondensiert an den kalten Innenwänden und gefriert. Ab etwa einem Zentimeter Eisdicke kostet die Schicht Strom und nimmt Platz weg.
Dann hilft nur Abtauen. Damit der Boden trocken bleibt und die Lebensmittel die Pause unbeschadet überstehen, zählen drei Dinge: die Vorräte vorbereiten, das Schmelzwasser auffangen und das Gerät vor dem Wiedereinschalten gründlich trocknen.
Wann Sie abtauen sollten
Bei einer Eisschicht von einem Zentimeter Dicke sollten Sie abtauen. Dünneres Eis können Sie noch laufen lassen, dicker sollte es nicht werden. Die Schicht enthält viele kleine Lufteinschlüsse. Sie wirken wie eine Isolierung. Dadurch nimmt die Wand weniger Wärme aus dem Innenraum auf. Das Gerät braucht mehr Energie, um die Temperatur zu halten, und der nutzbare Platz schrumpft. Bei sehr dicken Schichten bleiben Schubladen hängen oder Ablagen verformen sich.
Wer regelmäßig abtaut, spart Strom. Je nach Gerät und Grad der Vereisung liegt die Ersparnis bei einigen Prozent.
Manuell, Low-Frost oder No-Frost
Die passende Methode hängt vom Gerätetyp ab. Ein herkömmlicher Gefrierschrank ohne besondere Technik bildet mit der Zeit Eis. Die Feuchtigkeit aus der Raumluft gefriert an den kalten Wänden. Dieses Gerät müssen Sie von Hand abtauen, sobald die Eisschicht etwa einen Zentimeter dick ist.
Low-Frost-Geräte sind so konstruiert, dass sich weniger Eis bildet. Sie müssen seltener abtauen, irgendwann aber auch. No-Frost-Geräte verhindern die Eisbildung weitgehend. Die Hersteller geben an, dass ein manuelles Abtauen entfällt. Ganz ohne Pflege kommen auch diese Geräte nicht aus. Das mühsame Abtauen von Hand ist bei ihnen aber nicht nötig.
Einige Modelle haben eine Abtauautomatik. Sie übernimmt das Abtauen regelmäßig selbst. Diese Technik ist nicht dasselbe wie No-Frost. Die Abtauautomatik schmilzt entstandenes Eis in Abständen selbst ab. No-Frost verhindert die Eisbildung dagegen weitgehend.
Lebensmittel während des Abtauens lagern
Bevor Sie das Gerät abschalten, räumen Sie alle Lebensmittel aus. Die Kühlkette sollte dabei möglichst intakt bleiben. Der Winter ist die beste Zeit zum Abtauen, weil Sie die Vorräte dann auf den Balkon oder die Terrasse stellen können. Wenn es draußen zu warm ist, packen Sie die Lebensmittel in eine Kühlbox oder in die Badewanne. Legen Sie ausreichend Kühlakkus dazu und decken Sie alles ab.
Gerät abschalten und Wasser auffangen
Schalten Sie das Gerät aus und ziehen Sie den Stecker. Auch wenn Ihr Gerät den Gefrierteil separat abtauen lässt, schalten Sie den ganzen Kühlschrank aus. Der Motor kann sonst schnell überhitzen. Die Innentemperatur steigt plötzlich und die Kühlleistung schnellt nach oben.
Legen Sie alte Handtücher oder Putztücher unter das Gerät und in die unterste Ebene. So fangen Sie das Schmelzwasser auf. Mehrere Lagen saugen mehr Wasser auf. Wenn sich die Tücher vollgesogen haben, wringen Sie sie aus und legen sie neu aus.
Das Eis sicher schmelzen lassen
Das Eis taut von selbst, wenn das Gerät ausgeschaltet ist und die Tür offen bleibt. Das dauert je nach Eisdicke mehrere Stunden. Wer es beschleunigen möchte, stellt eine Schüssel mit heißem Wasser in den Gefrierraum und schließt die Tür. Das warme Wasser gibt Wärme ab. Das Eis schmilzt schneller. Sobald das Wasser abgekühlt ist, ersetzen Sie es durch frisches heißes Wasser.
Kratzen Sie das Eis nicht mit Messern, Schraubendrehern oder Eiskratzern von den Wänden. Dabei können Sie die Innenwände oder die Kühlschlangen beschädigen. Das Gerät verliert dann Kühlmittel oder wird undicht. Auch ein Föhn oder Heizlüfter gehört nicht in den Gefrierschrank. Die heiße Luft kann das Kunststoffinnenleben verformen.
Nach dem Abtauen trocknen und reinigen
Bevor Sie das Gerät wieder einschalten, muss es innen trocken sein. Wischen Sie alle Flächen mit einem sauberen Tuch ab, auch die Türdichtung und die Ecken. Danach lassen Sie die Tür noch kurz offen, damit die Restfeuchtigkeit verdunsten kann. Wasser, das beim Einschalten zurückbleibt, gefriert sofort wieder und bildet die nächste Eisschicht.
Zur Reinigung genügt warmes Wasser mit etwas Spülmittel. Scharfe Reiniger und Scheuermittel greifen die Oberflächen an. Sie hinterlassen Rückstände, die später mit dem Gefriergut in Berührung kommen. Nach dem Reinigen wischen Sie einmal mit klarem Wasser nach und reiben alles trocken.
Wieder einschalten und einräumen
Stecken Sie den Stecker wieder ein. Lassen Sie das Gerät erst auf seine Betriebstemperatur kommen, bevor Sie die Lebensmittel zurücklegen. Wenn Sie die Vorräte zu früh einräumen, taut die Oberfläche des Gefrierguts an und die Kühlkette reißt. Die Wartezeit hängt vom Gerät ab. Bei Geräten mit Temperaturanzeige sehen Sie daran, wann die eingestellte Temperatur wieder erreicht ist.