Beim Öffnen der Gefrierschranktür strömt feuchte Raumluft ein und gefriert an den Wänden zu Eis, das sich mit der Zeit festsetzt. Je dicker die Eisschicht, desto mehr Strom verbraucht der Kompressor, weil die Kälte schlechter ins Innere dringt. Deshalb müssen Sie regelmäßig abtauen. Dabei entsteht Schmelzwasser, das sonst über die Gerätekante läuft. Mit der richtigen Reihenfolge und ein paar Hilfsmitteln bleibt es in Handtüchern und Schalen – und nicht auf dem Küchenboden.

Lebensmittel sichern und Ablauf planen

Sichern Sie zuerst den Inhalt. Schalten Sie den Gefrierschrank aus oder ziehen Sie den Stecker. Packen Sie die Lebensmittel dicht in eine Kühlbox, wickeln Sie sie in Handtücher oder stellen Sie sie für die kurze Zeit in den Kühlschrank. Im Winter hält ein Keller oder die Garage die Ware ebenfalls kühl, solange die Temperatur unter null bleibt.

Legen Sie alte Handtücher auf den Boden vor dem Gerät. In das leere Gefrierfach gehört zusätzlich eine flache Schale, eine Fettpfanne oder ein Backblech, möglichst direkt unter den vereisten Flächen. So tropft das Schmelzwasser nicht erst über die Türkante, sondern wird dort aufgefangen, wo das Eis schmilzt.

Mit Wärme beschleunigen

Eis schmilzt am schnellsten mit warmer Luft. Stellen Sie eine feuerfeste Schüssel mit heißem Wasser in das Gefrierfach und schließen Sie die Tür. Der Dampf löst das Eis spürbar schneller als die bloße Raumtemperatur. Wenn das Wasser abkühlt, tauschen Sie es gegen frisches heißes Wasser aus.

Ein Föhn funktioniert ebenfalls: mittlere Stufe, ein paar Zentimeter Abstand, den Luftstrahl nicht zu lange auf eine Stelle richten. Arbeiten Sie wegen der Dichtungen und der Kunststoffwände mit großer Vorsicht. Zum Ablösen angetauter Eisbrocken nehmen Sie einen Plastikschaber. Messer, Metallspachtel und Eispickel lassen Sie besser im Schrank: Die Kühlmittelleitungen verlaufen direkt unter der Wand, und ein Stich beschädigt sie so stark, dass das Gerät unbrauchbar wird.

Schmelzwasser auffangen statt aufwischen

Fangen Sie das Wasser direkt auf, dann entstehen keine Pfützen. Prüfen Sie in der Bedienungsanleitung, ob Ihr Gerät eine Tauwasserabführung hat. Viele Gefrierfächer besitzen eine Rinne oder einen Ablauf, vor den Sie eine flache Schale oder ein Handtuch legen.

Auch ohne eingebauten Abfluss funktioniert die Kombination aus Handtüchern im Gerät, einer Schale unter der größten Eisfläche und einem Handtuch auf dem Boden. Wechseln Sie die Handtücher, sobald sie durchnässt sind. Falten Sie sie nicht mehrfach zusammen, sondern legen Sie sie flach aus, damit die Feuchtigkeit möglichst viel Fläche erreicht und nichts übersteht.

Nach dem Abtauen richtig trocknen

Wenn das letzte Eis abgefallen ist, reinigen Sie die Innenwände mit einem Lappen, warmem Wasser und einem Schuss Essig oder Spülmittel. Das entfernt Ablagerungen und beugt Gerüchen vor. Danach wischen Sie alle Flächen vollständig trocken. Bereits feuchte Wände beschlagen nach dem Einschalten sofort wieder, und neues Eis bildet sich schneller.

Erst wenn alles trocken ist, stecken Sie den Stecker wieder ein und stellen die gewünschte Temperatur ein. Warten Sie, bis das Gerät die Kälte erreicht hat, bevor Sie die Lebensmittel zurückräumen.

Weniger Eis von vornherein

Wer die Tür nur kurz öffnet, keine warmen Speisen einfriert und die Gummidichtung regelmäßig prüft, muss seltener abtauen. Eine poröse oder undichte Dichtung lässt ständig warme Luft ins Gerät, sodass die Eisschicht innerhalb weniger Wochen wieder wächst.

Bei Kühl-Gefrier-Kombinationen mit NoFrost übernimmt ein Gebläse das Abtauen automatisch, und manuelles Abtauen ist gewöhnlich nicht nötig. Bildet sich dort trotzdem Eis, stimmt meist etwas nicht, etwa eine beschädigte Dichtung oder eine dauerhaft geöffnete Tür.

Wann sich ein neues Gerät lohnt

Eine dicke Eisschicht erhöht den Stromverbrauch. Deshalb lohnt sich regelmäßiges Abtauen. Wie viel ein älteres Gerät tatsächlich verbraucht, lässt sich selbst herausfinden: Lassen Sie ein Strommessgerät sieben Tage zwischen Steckdose und Gerät hängen und rechnen Sie den gemessenen Wert auf ein Jahr hoch. Hält sich der Verbrauch, spricht das dafür, das vorhandene Gerät weiterzunutzen; ist er deutlich höher als bei aktuellen Modellen, amortisiert sich ein Neukauf mit der Zeit.

Beim Kauf hilft das EU-Energielabel. Die alten Plusklassen A+ bis A+++ gibt es dort nicht mehr. Die Skala reicht von A bis G, wobei ein grüner Balken und ein früher Buchstabe für einen niedrigen Verbrauch stehen.