Wer zu Hause arbeitet und trotzdem regelmäßig Gäste beherbergen möchte, hat ein Platzproblem. An manchen Tagen braucht der Raum einen Arbeitsplatz, an anderen ein Schlafzimmer für Besucher. Die Lösung sind klare Funktionstrennung, passende Möbel und ein fester Ablauf für den Wechsel.

So lassen sich beide Nutzungen in einem Raum unterbringen, ohne dass Ergonomie oder Gastfreundlichkeit leiden.

Zwei Zonen schaffen, die funktionieren

Der wichtigste Grundsatz ist: Sie müssen nicht jeden Tag den gesamten Raum umräumen. Teilen Sie den Raum in zwei feste Bereiche: eine Arbeitszone und eine Schlafzone. Legen Sie einen festen Stauraum für die Arbeitsmittel fest. Die Arbeitszone bleibt während der Bürozeit nutzbar. Die Schlafzone bleibt tagsüber frei von Akten und Kabeln. Erst wenn Besuch kommt, kommen Laptop, Monitor und Unterlagen in den Stauraum, und die Schlafzone wird vorbereitet.

Für die räumliche Trennung genügen einfache Mittel: Ein Regal als Raumteiler, ein Vorhang, ein Paravent oder ein unterschiedlicher Teppichboden können die beiden Zonen optisch und funktional abgrenzen. Besonders praktisch ist ein Rollcontainer, der tagsüber als Schreibtischablage dient und nach Feierabend mit den Arbeitsutensilien in eine Ecke oder unter einen Tisch geschoben wird. Der Arbeitsplatz sollte in Fensternähe stehen, aber nicht direkt vor dem Fenster, um Blendungen zu vermeiden. Das Bett oder Schlafsofa kommt an die ruhigere Seite des Raumes, möglichst von der Tür abgewandt.

Achten Sie darauf, dass zwischen Bett und Außenwand ein Abstand von mindestens einigen Zentimetern bleibt. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass massive Möbel an kalten Außenwänden Feuchtigkeit stauen und Schimmel begünstigen können. Auch der Weg vom Eingang zum Bett sollte nicht durch Kabel oder Möbel versperrt sein.

Der Arbeitsplatz muss auch für Gäste verschwinden können

Ein häufiger Fehler bei Mehrzweckräumen ist ein ergonomisch unzureichender Arbeitsplatz auf Klapptischen oder Beistelltischen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) empfiehlt für längeres Arbeiten am Laptop eine separate Tastatur und Maus sowie einen höhenverstellbaren Bildschirm oder einen Laptopständer. Der Sehabstand sollte mindestens 500 Millimeter betragen, die obere Bildschirmzeile unterhalb der Augenhöhe liegen. Ein schmaler Wandklapptisch mag für kurze E-Mails reichen. Für einen vollen Arbeitstag ist er ungeeignet.

Planen Sie daher einen stabilen Schreibtisch ein, der auf Rollen steht oder sich leicht zusammenklappen lässt. Ein Rollcontainer mit verschließbaren Schubladen oder ein fester Koffer für die Technik machen den Wechsel einfach. Beschriften Sie die Aufbewahrung nach Kategorien: Technik, Papier, Videokonferenz-Zubehör, Bettwäsche. So finden Sie beim Umrüsten sofort alles Nötige.

Kabel sollten nicht jedes Mal neu angeschlossen werden müssen. Eine feste Steckdosenleiste unter dem Schreibtisch, Klettbänder zur Bündelung und eine Kabelbox reduzieren den Aufwand. Trennen Sie Laptop und Monitor am besten über eine Dockingstation. Dann genügt ein Stecker, um alles mitzunehmen. Der Wechsel vom Homeoffice zum Gästezimmer läuft dann in wenigen Minuten ab: Dateien speichern, Technik in die Box legen, Unterlagen in die Schublade, Bürostuhl zur Seite schieben, Schlafsofa ausziehen, Bettwäsche bereitlegen, Licht umstellen.

Das passende Möbel für Schlafen und Arbeiten

Die Wahl des Schlafmöbels entscheidet wesentlich über Komfort und Nutzbarkeit des Raumes. Ein Schlafsofa ist die platzsparendste Lösung, da es tagsüber als Sitzgelegenheit dient. Achten Sie nicht nur auf das Aussehen. Die Liegefläche muss möglichst eben und für Gäste ausreichend breit sein. Die Mechanik sollte leichtgängig und der Bezug abnehmbar und waschbar sein. Bei häufiger Nutzung ist ein Tagesbett mit separater Matratze oft komfortabler. Ein Klappbett (Schrankbett) schafft tagsüber maximale freie Fläche, benötigt aber eine stabile Wandbefestigung und ausreichend Platz vor der Wand, um es auszuklappen.

Ein Rolltisch oder Klapptisch für den Arbeitsplatz ergänzt das Konzept. Achten Sie darauf, dass der Tisch feststellbare Rollen hat, damit er beim Tippen nicht wegrutscht. Die Arbeitsfläche sollte tief genug sein, um Tastatur und Maus nebeneinander zu platzieren.

Beleuchtung und Raumklima getrennt steuern

Arbeits- und Schlafbeleuchtung müssen unabhängig voneinander regelbar sein. Für die Arbeitszone empfehlen Fachleute eine Beleuchtungsstärke von etwa 500 Lux, die blendarm von der Seite kommt. Eine dimmbare Schreibtischleuchte und ein seitliches Fenster mit Rollo oder Plissee sind ideal. Für die Schlafzone genügt eine warme, schwache Leuchte am Bett. Wenn Sie Szenenwechsel einrichten (Arbeitslicht, Gästelicht, Aufräumlicht), sparen Sie Zeit und schaffen Atmosphäre.

Das Raumklima wird durch die Doppelnutzung stärker belastet. Tagsüber arbeitet eine Person, nachts schläft dort ein Gast. Lüften Sie daher morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafengehen intensiv. Fünf bis zehn Minuten Stoßlüften reichen meist. Lassen Sie Bettzeug nach dem Schlafen nicht sofort vollständig zugedeckt, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Bei wiederkehrenden Feuchteproblemen oder Schimmelbefall reicht Umstellen nicht. Dann müssen Sie bauliche Ursachen prüfen lassen.