Kondenswasser an der Fensterinnenseite entsteht, weil warme, feuchte Raumluft auf die kalte Scheibe trifft und dort abkühlt. Abgekühlte Luft hält weniger Wasserdampf. Der Überschuss schlägt sich als Tropfen nieder.
Heizen ist die richtige Lösung, wenn die Scheibe der kälteste Punkt im Raum ist und keine Feuchtigkeitsquellen wie Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen die Raumluft zusätzlich anfeuchten. Wischen entfernt das Wasser, beseitigt aber die Ursache nicht. Bleibt die Feuchtigkeit dauerhaft stehen, drohen Schimmel und Schäden an Fensterrahmen und Laibung.
Wie Kondenswasser entsteht
Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist. Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte. Sinkt die Temperatur der Luft, gibt sie einen Teil des Wasserdampfs wieder ab. Genau das passiert an der Fensterscheibe: Die Raumluft berührt das kalte Glas, kühlt ab und erreicht ihren Taupunkt. Das überschüssige Wasser setzt sich als Beschlag oder Tropfen ab.
Schon bei einer Temperaturdifferenz von etwa 5 Grad zwischen Raumluft und Scheibe bildet sich erstes Kondenswasser. Bei 10 Grad oder mehr bildet sich deutlich mehr Wasser. Deshalb sind schlecht gedämmte Fenster besonders betroffen: Das Glas bleibt kalt, während die Raumluft warm ist. Auch hohe Luftfeuchtigkeit verstärkt das Problem. Je mehr Wasserdampf die Luft enthält, desto früher erreicht sie an der kalten Oberfläche ihren Sättigungspunkt.
Wann Heizen Kondenswasser verhindert
Heizen erwärmt die Raumluft und damit auch die Fensterscheibe von innen. Eine wärmere Scheibe bleibt über dem Taupunkt, und die Luftfeuchtigkeit schlägt sich nicht mehr nieder. Das gilt vor allem für Räume, die tagsüber stark auskühlen, etwa Schlafzimmer oder selten genutzte Zimmer. Wer dort erst abends heizt, hat eine kalte Scheibe und warme, feuchte Luft. Diese Kombination führt schnell zu Kondenswasser.
Besser ist es, den Raum gleichmäßig warm zu halten. Wenn die Heizung nachts oder tagsüber ganz aus bleibt, kühlen neben den Wänden auch die Fenster aus. Beim nächsten Heizen steigt die Lufttemperatur schnell, die Scheibe braucht aber länger, um warm zu werden. In dieser Zeit kondensiert die Feuchtigkeit. Auch schwere Vorhänge oder Möbel direkt vor dem Fenster halten die Wärme von der Scheibe fern und fördern die Kondensation. Lassen Sie die Heizungswärme ans Fenster, damit die Scheibe trocken bleibt.
Wann Lüften mehr hilft als Heizen
Heizen löst das Problem nicht, wenn die Luftfeuchtigkeit im Raum so hoch ist, dass die Luft schon vor der Fensterscheibe fast gesättigt ist. Typische Quellen sind Duschen, Kochen, Wäschetrocknen in der Wohnung oder viele Personen in einem kleinen Raum. Dann stößt die feuchte Luft an der Scheibe schnell an ihre Grenze, egal wie warm das Glas ist. In diesem Fall führt Stoßlüften die feuchte Luft ab. Danach sollte der Raum wieder auf normale Temperatur kommen, damit die Scheibe nicht erneut auskühlt.
Das Abwischen der Tropfen bleibt eine Notlösung. Wer das Wasser nur wegwischt, beseitigt die Feuchtigkeitsquelle nicht und riskiert auf Dauer Schimmel an Fensterrahmen, Dichtungen und Wandflächen. Besser ist es, jede Kondensation ernst zu nehmen und zu prüfen, woher die Feuchtigkeit kommt. Ein gelegentlicher Beschlag nach dem Duschen ist meist harmlos. Tritt das Wasser aber regelmäßig auf, wenn der Raum normal genutzt wird, ist die Kombination aus zu kaltem Glas und zu hoher Luftfeuchtigkeit die Erklärung.
So finden Sie die Feuchtigkeitsquelle
Beobachten Sie zunächst, wann und wo das Wasser auftritt. Steht es jeden Morgen an derselben Scheibe, während der Raum normal beheizt ist, ist die Scheibe der kälteste Punkt. Dann hilft es, die Heizung im Raum nicht ganz abzuschalten oder die Wärme besser ans Fenster zu lassen. Werden nach dem Duschen oder Kochen alle Fenster nass, ist die Luftfeuchtigkeit die Hauptursache. Dann sollten Sie regelmäßig stoßlüften.
Prüfen Sie außerdem, ob die Heizung ihre Wärme überhaupt ans Fenster abgeben kann. Heizkörper unter dem Fenster arbeiten nur dann richtig, wenn Vorhänge und Möbel sie nicht verdecken. In Räumen mit hoher Feuchtigkeit kombinieren Sie beides: erst lüften, um die feuchte Luft loszuwerden, dann heizen, damit die Scheibe über dem Taupunkt bleibt. Wenn Sie die Reihenfolge einhalten, bleibt das Fenster deutlich länger trocken.