Fliesenfugen sind die schmalen Zwischenräume zwischen den Fliesen. Sie verbinden die Fliesen optisch, gleichen kleine Bewegungen des Untergrunds aus und schützen Wand und Boden vor Schmutz und Feuchtigkeit. Die poröse Fugenoberfläche hält Schmutz fest. Deshalb setzen sich mit der Zeit Haushaltsschmutz, Kalk und manchmal Schimmel darin fest.
Wählen Sie ein Reinigungsmittel passend zur Verschmutzung und halten Sie die Einwirkzeit ein, ohne die Fuge zu beschädigen.
Schmutz, Kalk und Schimmel in Fugen
Die häufigste Ablagerung in Fliesenfugen ist gewöhnlicher Straßen- oder Haushaltsschmutz. Er entsteht aus Staub, Fettspritzern und Feuchtigkeit, die sich in der porösen Fugenoberfläche festhalten. In der Küche und im Bad kommt Kalk hinzu, der sich aus dem Wasser ablagert. Schimmel bildet sich vor allem in feuchten Räumen mit schlechter Belüftung, etwa in der Dusche oder im Waschkeller. Schimmel ist nicht nur ein optisches Problem. Er kann die Gesundheit der Bewohner belasten und die Bausubstanz angreifen. Deshalb sollten Sie Schimmel in den Fugen schnell behandeln und nicht über Wochen ignorieren.
Geeignete Fugenreiniger auswählen
Für die Reinigung von Fliesenfugen sind spezielle Fugenreiniger besser geeignet als Hausmittel wie Soda, Natron oder Backpulver. Diese Hausmittel wirken bei hartnäckigen Ablagerungen oft nicht stark genug. Bei falscher Anwendung können sie die Fugenoberfläche angreifen. Spezielle Fugenreiniger sind auf das Fugenmaterial abgestimmt und lösen Kalk, Schmutz und Schimmel gezielt. Achten Sie beim Kauf darauf, ob das Mittel für Zementfugen oder Epoxidharzfugen geeignet ist. Das hängt von den Fugen in Ihrer Wohnung ab.
Die Einwirkzeit, also die Zeit, die das Mittel auf der Fuge bleiben muss, bevor Sie es abwischen, steht auf der Verpackung. Bei leichten Verschmutzungen genügt eine kurze Einwirkzeit, bei starken Verschmutzungen braucht das Mittel länger. Verlängern Sie die Einwirkzeit nicht unnötig. Aggressive Reinigungsmittel können bei zu langer Dauer die Fugenoberfläche entfernen. Arbeiten Sie deshalb in kleinen Abschnitten und wischen Sie das Mittel nach der angegebenen Zeit gründlich ab.
So reinigen Sie die Fugen schonend
Für die schonende Reinigung brauchen Sie ein Werkzeug, das die Fugen nicht verkratzt. Eine weiche Bürste, ein Spülschwamm oder eine Zahnbürste eignen sich gut für die Fugen. Vermeiden Sie Drahtbürsten, Stahlwolle und kräftige Scheuerschwämme, weil sie die Fugenoberfläche aufrauen und beschädigen. Tragen Sie das Reinigungsmittel auf die Fuge auf, lassen Sie es kurz einwirken und arbeiten Sie dann mit dem weichen Werkzeug in die Fuge. Bei sehr schmalen Fugen führen Sie die Bürste oder den Schwamm in die Fuge und arbeiten Sie mit mäßigem Druck.
Wenn Sie die Fugen mit einem Dampfreiniger behandeln möchten, arbeiten Sie vorsichtig. Dampf löst Fett und Schmutz gut. Bei zu hoher Temperatur oder zu langer Einwirkung kann er die Fugen auslaugen. Wählen Sie eine niedrige Dampfstufe und halten Sie den Dampf nicht zu lange auf einer Stelle. Bei beschädigten Fugen ist Dampf keine gute Wahl, weil die Feuchtigkeit durch die Fugen in den Untergrund gelangen kann.
Risse und bröckelnde Fugen erkennen
Eine beschädigte Fuge erkennen Sie an Rissen, fehlenden Stellen, Verfärbungen oder bröckeligem Material. Wenn die Fuge rissig ist, kann Feuchtigkeit in den Untergrund gelangen, besonders in Badezimmer, Küche oder Nassbereich. Das ist gefährlich, weil Feuchtigkeit hinter den Fliesen Schäden an Wand und Boden verursachen kann, die Sie nicht sofort sehen. Eine poröse Fuge, die an der Oberfläche rau und bröckelig wirkt, hat ihre Schutzfunktion verloren. Verfärbungen allein sind kein Zeichen für eine beschädigte Fuge. Wenn sie mit Rissen oder bröckeligem Material zusammen auftreten, sollten Sie handeln.
Kleine Risse sollten Sie nicht lange ignorieren. Sie vergrößern sich mit der Zeit, weil sich Feuchtigkeit und Schmutz darin festsetzen und das Material weiter angreifen. Je später Sie warten, desto größer wird der Schaden und desto höher werden die Reparaturkosten. Wenn eine Fuge nur an der Oberfläche verfärbt ist, kann eine Reinigung reichen. Wenn sie jedoch rissig oder bröckelig ist, hilft keine Reinigung mehr. Die Fuge muss dann ausgedrückt und neu verfugt werden.