Fliesenfugen im Bad verfärben sich mit der Zeit. Graue Beläge, dunkle Ränder in der Dusche und weißliche Ablagerungen am Rand sind normal. Aggressive Reiniger wie Chlorbleiche oder starke Säuren greifen die Fugenmasse an. Die Fuge wird porös, nimmt danach mehr Wasser und Schmutz auf, und das Problem wird größer.
Fugen bleiben dauerhaft sauber, wenn Sie milde Mittel mit einer guten Bürste kombinieren und die Luftfeuchtigkeit im Bad niedrig halten. Am wichtigsten sind richtiges Lüften und Heizen.
Warum Fugen dunkel werden
Die meisten Bäder haben Zementfugen. Diese Fugen sind porös und saugen Wasser, Seifenreste, Staub und Kosmetikrückstände auf. An der Färbung erkennen Sie meist die Ursache:
- Graue oder braune Schlieren entstehen vor allem an Wänden rund um Dusche und Badewanne durch Alltagsschmutz und Seifenreste.
- Schwarze, manchmal samtig wirkende Flecken in der Nasszone sind meist Schimmel.
- Weiße, krustige Ablagerungen am Fugenrand und an Armaturen sind Kalk.
Die Unterscheidung lohnt sich: Kalk entfernen Sie anders als Schmutz und Schimmel. Kalk lösen Sie mit einer milden Säure. Seifenreste entfernen Sie vor allem durch Reibung. Schimmel entfernen Sie, und danach halten Sie die Stelle trocken.
So reinigen Sie Fugen sanft
Der einfachste Weg ist meist der richtige: warmes Wasser, ein Spritzer Spülmittel und eine Bürste. Weichen Sie die Fuge kurz ein, reiben Sie mit einer Fugenbürste oder einer festen Zahnbürste entlang, spülen Sie mit klarem Wasser nach und wischen Sie trocken.
Die eigentliche Arbeit macht die Bürste. Sanft bedeutet: mildes Mittel, nicht unbedingt wenig Druck. Eine mittelharte Bürste löst Seifenreste, ohne die Fugenmasse aufzukratzen. Stahlbürsten und Stahlwolle schaden der Fuge und hinterlassen Rostpartikel.
Bei Epoxidharzfugen reicht dasselbe Vorgehen. Die dichte Epoxidharzfuge nimmt kaum Wasser auf, aber auch auf ihr bleiben Seifenreste zurück.
Hausmittel bei hartnäckigen Belägen
Reicht die Grundreinigung nicht aus, helfen drei Hausmittel weiter:
- Seifenreste: Reines Natron mit etwas Wasser zu einer Paste anrühren, auf die Fuge streichen, kurz einwirken lassen und abbürsten. Das feine Pulver wirkt wie ein mildes Schleifmittel.
- Kalk: Essig oder Zitronensäure im Verhältnis etwa 1:3 mit Wasser mischen, auf die Fuge geben, bis zu zehn Minuten einwirken lassen und abbürsten. Spülen Sie danach gründlich mit klarem Wasser nach, denn Säure greift die Zementfuge an, wenn sie regelmäßig auf der Fuge bleibt. Auf Natursteinfliesen verzichten Sie auf Säure, weil sie die Oberfläche ätzt. Testen Sie die Mischung vorher an einer unauffälligen Stelle.
- Schimmel: Weiche Beläge entfernen Sie mit einer Paste aus Natron und etwas Wasser. Danach trocknen Sie die Stelle. Für hartnäckigere Flecken eignet sich ein Reiniger auf Alkoholbasis, der ohne Chlor auskommt. Mischen Sie niemals Essig oder Zitronensäure mit Chlorbleiche: Dabei entsteht Chlorgas.
Warum aggressive Mittel den Fugen schaden
Chlorhaltige Bleichmittel bleichen den Belag weg, greifen aber gleichzeitig den Zement im Fugenmörtel an. Die Oberfläche wird rau und mürbe, während das helle Weiß den Schaden zunächst überdeckt. Nach mehreren Anwendungen krümelt die Fuge. Sie saugt sich mit Wasser voll und zieht Schmutz und Schimmel schneller wieder an. Starke Säuren in manchen Kalklösern zersetzen den Mörtel auf ähnliche Weise.
An geschädigten Fugen macht der Dampfreiniger mehr kaputt, als er reinigt: Der heiße Dampf drückt mürbe Fugenmasse aus der Fuge. Wenn Sie ihn maßvoll einsetzen, schadet er intakten Fugen nicht. Die Bürste bleibt aber der schonendere Weg.
Nach der Reinigung versiegeln
Saubere Fugen sind noch nicht geschützt. Eine Imprägnierung zieht in die Poren der Zementfuge ein und lässt Wasser und Schmutz abperlen. Dadurch bleiben die Fugen länger hell, und die nächste Reinigung geht schneller. Tragen Sie die Imprägnierung auf trockene, saubere Fugen auf und erneuern Sie sie nach den Angaben des Herstellers.
Für elastische Silikonfugen zwischen Badewanne, Dusche und Fliesen taugt das Fugenmittel nicht. Reinigen Sie Silikon mit warmem Wasser und Spülmittel. Wird es schwarz, brüchig oder rissig, hilft nur der Austausch der Fuge.
Richtig lüften und heizen
Beim Duschen und Baden gibt das Wasser Dampf an die Raumluft ab. Was Sie danach im Bad tun, ist für die Fugenpflege am wichtigsten. Ein Teil davon schlägt sich als Kondensat an den kühlsten Stellen nieder, also an Fliesen, Fugen und Silikonfugen. Dort entsteht Schimmel, und dort bleiben auch die Seifenreste kleben, die der Dampf mit sich trägt.
Die wirksamste Routine nach dem Duschen:
- Ziehen Sie die Fliesen mit dem Abzieher ab. Das entfernt die meisten Wassertropfen und mit ihnen die Seifenreste, bevor sie eintrocknen.
- Öffnen Sie das Fenster weit und schaffen Sie Durchzug. Stoßlüften tauscht die Luft in wenigen Minuten aus; die Kippstellung schafft das nicht.
- Schließen Sie die Tür zum Bad, solange das Fenster offen ist, damit die Dampfluft nicht durch die Wohnung zieht.
- Stellen Sie die Heizung im Bad im Winter nicht dauerhaft ab. An kalten Wänden kondensiert die Feuchtigkeit aus der Luft, genau dort wächst Schimmel zuerst. Eine Grundwärme hält Wände und Fugen trocken.
- Wenn das Bad kein Fenster hat, übernimmt ein Raumlüfter das Lüften. Modelle mit Feuchtigkeitssensor schalten sich selbst ein.
Ein Hygrometer zeigt, ob Sie genug lüften. Faustregel: Mäßige Luftfeuchtigkeit ist im Bad unbedenklich. Dauerhaft höhere Luftfeuchtigkeit fördert Schimmel.
Wer die Fliesen nach jedem Duschen abzieht und das Bad richtig lüftet, muss sich über schwarze Fugen in der Dusche keine Gedanken machen. Dann brauchen Sie nur noch selten Reinigungsmittel.
Wann Sie die Fugen erneuern müssen
Manche Schäden lassen sich nicht mehr wegputzen. Wenn die Fugenmasse krümelt, Risse zeigt oder sich mit dem Fingernagel herausdrücken lässt, ist die Fuge am Ende. Auch eine tiefschwarze, poröse Fuge in der Dusche wird mit Bürste und Hausmitteln nicht wieder dicht. Dann hilft nur noch, die alte Masse auszukratzen, neu zu verfugen und nach dem Trocknen zu versiegeln.
Wenn Schimmel trotz trockener Wände und sauberer Oberflächen immer wiederkehrt, sollte ein Fachbetrieb die Abdichtung hinter den Fliesen prüfen. Vermutlich ist sie undicht.