Ein Fleck auf dem Stoffsofa ist ärgerlich, aber die Reinigung richtet oft mehr Schaden an als der Fleck selbst. Zu viel Wasser, starkes Reiben oder der falsche Reiniger machen aus dem Fleck einen Wasserrand oder eine bleiche Stelle. Mit der richtigen Technik entfernen Sie die meisten Flecken, ohne den Bezug zu beschädigen. Entscheidend sind vier Dinge: Pflegeetikett lesen, Reiniger testen, tupfen statt reiben und von außen nach innen arbeiten.

Das Pflegeetikett und der Materialcode

Bevor Sie Wasser oder Reinigungsmittel auf den Stoff bringen, prüfen Sie das Pflegeetikett. Es sitzt meist unter der Sitzfläche oder an einem der abnehmbaren Kissen und zeigt einen Buchstaben, der angibt, wie der Bezug gereinigt werden darf. W bedeutet: Reinigung mit Wasser. S bedeutet: Reinigung mit Lösungsmitteln. WS bedeutet: beides ist erlaubt. X bedeutet: Nur Staubsaugen ist erlaubt. Ein Stoff mit der Kennzeichnung X verträgt weder Wasser noch Reinigungsmittel. Hier hilft nur die professionelle Reinigung. Ist der Bezug abnehmbar, lesen Sie das Etikett vor dem ersten Fleck. Dann müssen Sie im Ernstfall nicht raten.

Den Reiniger an einer unauffälligen Stelle testen

Jeder Reiniger kann den Farbstoff des Stoffes angreifen, auch ein milder. Testen Sie die Mischung deshalb zuerst an einer unauffälligen Stelle, zum Beispiel an der Unterseite des Sofas oder hinter einem Kissen. Tragen Sie dort etwas von der Lösung auf, tupfen Sie mit einem weißen Tuch und warten Sie, bis die Stelle getrocknet ist. Hat sich die Farbe verändert oder hat das Tuch Farbe aufgenommen, verwenden Sie diesen Reiniger nicht. Der Test dauert nur wenige Minuten und verhindert, dass aus dem Fleck eine bleiche Fläche wird.

Tupfen statt reiben

Wenn Sie reiben, drücken Sie den Fleck tiefer in das Gewebe und verteilen ihn auf einer größeren Fläche. Außerdem raut das Reiben die Fasern auf, sodass der Stoff an der Stelle stumpf und abgenutzt aussieht. Tupfen Sie stattdessen mit einem saugfähigen, weißen Tuch oder Küchenpapier. Legen Sie das Tuch auf den Fleck und drücken Sie es leicht an, damit die Flüssigkeit aufgesogen wird. Wiederholen Sie das mit einem sauberen Stück Tuch, bis nichts mehr aufgenommen wird. Arbeiten Sie dabei immer von außen nach innen, also vom Rand des Flecks zur Mitte. So verhindern Sie, dass sich der Fleck über den Rand hinaus ausbreitet und ein größerer Wasserrand entsteht.

Wenig Wasser verwenden und gleichmäßig trocknen

Die meisten Schäden entstehen nicht durch den Fleck selbst, sondern durch zu viel Feuchtigkeit. Verwenden Sie lauwarmes oder kaltes Wasser, kein heißes. Denn heiße Flüssigkeit fixiert Eiweißflecken wie Milch oder Blut im Gewebe. Für die Reinigung genügt eine milde Seifenlösung aus etwas neutraler Seife und Wasser oder ein spezieller Polsterreiniger. Befeuchten Sie ein Tuch, wringen Sie es gut aus und tupfen Sie damit den Fleck ab. Der Stoff sollte feucht sein, nicht nass. Nach dem Reinigen tupfen Sie die Stelle mit einem trockenen Tuch ab, um überschüssige Flüssigkeit aufzunehmen. Ein Wasserrand entsteht, wenn der Stoff ungleichmäßig trocknet. Deshalb bedecken Sie die gereinigte Stelle mit einem trockenen Tuch oder lassen Sie sie an der Luft trocknen, ohne sie zu berühren. Wenn Sie die gesamte Fläche eines Kissens oder einer Armlehne gleichmäßig anfeuchten, trocknet sie gleichmäßiger und ein Rand bleibt aus.

Wann eine professionelle Reinigung sinnvoll ist

Nicht jeden Fleck sollten Sie selbst entfernen. Wenn der Stoff die Kennzeichnung X trägt, wenn der Fleck groß ist oder wenn Sie nicht wissen, was die Substanz enthält, ist die professionelle Polsterreinigung die sicherere Wahl. Das gilt auch für alte, eingetrocknete Flecken, die sich mit Hausmitteln nicht lösen lassen, und für Bezüge aus empfindlichen Materialien wie Seide oder Viskose. Ein Fachbetrieb hat Extraktionsgeräte, die Wasser und Reiniger direkt wieder absaugen, sodass der Stoff kaum feucht wird. Das ist besonders bei großen Flächen ein Vorteil, weil dort das Risiko von Wasserrändern am höchsten ist. Fragen Sie vorher nach, ob der Betrieb Erfahrung mit Ihrem Stofftyp hat und wie er den Bezug nach der Reinigung trocknet.