Fingerabdrücke auf Edelstahl entstehen schnell, Schlieren nach der Reinigung auch. Meist liegt es an der Technik: zu viel Reiniger, zu viel Druck oder Wischen gegen die Schliffrichtung. Reinigen Sie mild, mit wenig Mittel und immer entlang der Maserung.

Die Schliffrichtung ist die feine, gleichmäßige Struktur, die bei der Herstellung ins Metall gebürstet wird. In diese Richtung verteilen sich Fett und Reinigungsreste gleichmäßig und bleiben kaum sichtbar. Gegen die Maserung entstehen helle und dunkle Streifen, die wie Schlieren wirken.

Warum Schlieren entstehen

Schlieren auf Edelstahl entstehen fast immer durch Rückstände. Fingerabdrücke bestehen aus Hautfett und Feuchtigkeit. Wenn Sie nur mit einem trockenen Tuch wischen, verteilen Sie das Fett dünn auf der Oberfläche, statt es zu entfernen. Das Ergebnis ist ein matter, streifiger Film.

Hinzu kommt die Oberflächenstruktur: Gebürsteter Edelstahl hat feine Rillen, in denen sich Fett und Reinigungsmittel festsetzen. Ein Tuch erreicht den Grund dieser Rillen nicht vollständig. Deshalb brauchen Sie Wasser oder ein mildes Reinigungsmittel, das das Fett löst, und danach ein trockenes Tuch, das die Reste aufnimmt.

Die Grundreinigung mit Spülmittel

Für die tägliche Reinigung reicht meist warmes Wasser mit ein paar Tropfen Spülmittel. Nehmen Sie einen weichen Schwamm oder ein Mikrofasertuch, wringen Sie es gut aus und wischen Sie die Fläche entlang der Schliffrichtung. Anschließend wischen Sie mit klarem Wasser nach und polieren Sie mit einem trockenen, fusselfreien Tuch nach.

Spülmittel löst Hautfett zuverlässig, ohne die Oberfläche anzugreifen. Aggressive Reiniger, scheuernde Schwämme oder säurehaltige Mittel sollten Sie bei Edelstahl vermeiden. Das Metall ist nicht unbegrenzt korrosions- und säurebeständig. Bei regelmäßigem Einsatz solcher Mittel wird die Oberfläche matt und kann im schlimmsten Fall Flecken bekommen.

Zu viel Reiniger hinterlässt Rückstände

Mehr Reiniger bedeutet nicht mehr Sauberkeit. Edelstahlreiniger, Spülmittel oder Hausmittel wie Natron bestehen aus Substanzen, die nach dem Trocknen auf der Oberfläche zurückbleiben. Verwenden Sie zu viel davon, bleibt ein feiner Film, der nach dem Trocknen als Schlieren sichtbar wird.

Sie brauchen weniger, als die meisten annehmen. Ein Spritzer Spülmittel in einem Liter warmem Wasser reicht für eine komplette Gerätefront. Bei speziellen Edelstahlreinigern reicht ein dünner Auftrag, den Sie anschließend gründlich abwischen. Spülen Sie nach der Reinigung mit klarem Wasser nach, um überschüssiges Mittel zu entfernen, und trocknen Sie die Fläche sofort. Wenn Sie den Reiniger an der Luft trocknen lassen, setzt er sich als Schlierenfilm ab.

Natron gegen hartnäckige Fingerabdrücke

Bei älteren oder eingetrockneten Abdrücken hilft eine Paste aus Natron und Wasser. Mischen Sie zwei Teile Natron mit einem Teil Wasser zu einer dickflüssigen Paste, tragen Sie sie mit einem weichen Tuch dünn auf und reiben Sie sanft entlang der Schliffrichtung. Danach spülen Sie gründlich mit klarem Wasser ab und reiben Sie die Fläche trocken.

Natron wirkt leicht schleifend und löst eingetrocknetes Fett, ohne die Oberfläche zu beschädigen. Backpulver ist eine Alternative, enthält aber zusätzlich Säure und Stärke. In beiden Fällen ist gründliches Nachspülen wichtig, sonst bleiben weiße Rückstände in den Rillen des Metalls zurück.

Gerätefronten und Spülen getrennt behandeln

Gerätefronten und Spülen brauchen unterschiedliche Pflege. Eine Spüle hat Kontakt mit Lebensmitteln, heißem Wasser und Spülmittel, eine Gerätefront nur mit Fingern und Staub.

Bei Gerätefronten wie Kühlschrank, Geschirrspüler oder Backofen reicht ein feuchtes Mikrofasertuch mit etwas Spülmittel. Wringen Sie das Tuch gut aus, damit kein Wasser in die Fugen oder hinter die Bedienelemente läuft. Nach dem Wischen polieren Sie mit einem trockenen Tuch nach. Spezielle Edelstahlreiniger hinterlassen eine dünne Schutzschicht, die neue Fingerabdrücke weniger sichtbar macht. Tragen Sie sie sparsam auf und verteilen Sie sie gleichmäßig.

Die Spüle ist stärker beansprucht. Hier hilft dieselbe Grundreinigung mit Spülmittel und warmem Wasser. Bei Kalkablagerungen oder eingetrockneten Flecken verwenden Sie die Natronpaste. Nach der Reinigung spülen Sie die Spüle mit klarem Wasser ab und reiben Sie sie mit einem trockenen Tuch ab. Wasserflecken entstehen, wenn Sie die Spüle an der Luft trocknen lassen. Ein kurzes Abtrocknen verhindert Kalkränder und Schlieren.

Auch die Pflegehäufigkeit ist unterschiedlich: Die Spüle wischen Sie am besten nach jedem Gebrauch kurz ab, die Gerätefront einmal pro Woche. Bei beiden gilt: Entfernen Sie Verschmutzungen sofort, dann bleibt die Oberfläche länger gleichmäßig.