Kochen, Duschen und Wäschetrocknen erzeugen Wasserdampf, der sich in der Raumluft sammelt. Bleibt diese Feuchtigkeit in der Wohnung, kondensiert sie an kalten Stellen, zuerst an Fensterscheiben und Fensterrahmen, und fördert Schimmel.

Ob Sie das Fenster öffnen oder die Abzugshaube einschalten, hängt davon ab, wo die Feuchtigkeit entsteht und wie die Haube gebaut ist.

Wann die Abzugshaube besser ist

Die Abzugshaube saugt die Luft dort ab, wo die Feuchtigkeit entsteht. Beim Kochen steigt der Dampf direkt über dem Herd auf. Eine eingeschaltete Haube erfasst ihn, bevor er sich im Raum verteilt. Ein geöffnetes Fenster schafft das nicht. Es tauscht nur Luft aus und saugt nicht aktiv ab. Bei starker Dampfentwicklung, etwa beim Kochen von Nudeln, Kartoffeln oder Gemüse in großen Töpfen, ist die Haube daher die wirksamere Lösung.

Dabei kommt es auf die Bauart Ihrer Haube an. Eine Ablufthaube führt die feuchte Luft über einen Schacht nach draußen und entfernt damit auch die Feuchtigkeit aus der Wohnung. Eine Umlufthaube saugt die Luft an, filtert Fett und Gerüche und bläst sie zurück in den Raum. Die Feuchtigkeit bleibt also in der Wohnung. Wenn Ihre Haube die Luft nur umwälzt, reicht sie allein nicht aus, um die Luftfeuchtigkeit zu senken. Dann müssen Sie zusätzlich lüften.

Wann das Fenster besser ist

Ein geöffnetes Fenster sorgt für Luftaustausch: Die feuchte Raumluft zieht ab, und trockenere Außenluft strömt nach. Das ist überall dort die erste Wahl, wo keine Abzugshaube steht, also im Schlafzimmer, im Wohnzimmer und in Bädern ohne Lüfter. Stoßlüften senkt die Luftfeuchtigkeit zuverlässiger als ein dauerhaft gekipptes Fenster. Beim Stoßlüften öffnen Sie das Fenster mehrmals täglich für einige Minuten weit. Bei voller Öffnung entsteht ein kräftiger Luftstrom.

Allerdings hilft das Fenster nur, wenn die Außenluft tatsächlich trockener ist als die Raumluft. An heißen, schwülen Sommertagen oder bei Regen kann die Außenluft so viel Feuchtigkeit enthalten, dass das Öffnen des Fensters die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung erhöht. An solchen Tagen ist es besser, das Fenster geschlossen zu halten und die Feuchtigkeit dort zu bekämpfen, wo sie entsteht.

Abzugshaube und Fenster kombinieren

Beim Kochen mit viel Dampf arbeiten Haube und Fenster am besten zusammen: Die Haube saugt den Dampf direkt am Herd ab, und ein leicht geöffnetes Fenster sorgt dafür, dass die abgesaugte Luft nachströmen kann. Eine Ablufthaube braucht diesen Nachstrom. Sonst zieht sie die Luft durch Türritzen oder aus angrenzenden Räumen, und das erzeugt Zugluft.

Öffnen Sie das Fenster in der Küche aber nicht zu weit, wenn die Haube läuft. Ein weit geöffnetes Fenster direkt neben dem Herd lenkt den aufsteigenden Dampf von der Haube weg, sodass sie ihn nicht mehr erfasst. Ein Spalt oder ein gekipptes Fenster auf der gegenüberliegenden Seite reicht aus, um den Luftstrom in Gang zu halten.

Nach dem Kochen und Duschen

Die meiste Feuchtigkeit entsteht nicht während des Kochens, sondern in den Minuten danach. Lassen Sie die Abzugshaube nach dem Kochen noch einige Minuten laufen, damit der Restdampf abziehen kann, bevor Sie sie abschalten. Nach dem Duschen schließen Sie die Badezimmertür und öffnen das Fenster oder schalten den Badlüfter ein. So wandert die Feuchtigkeit nicht in die angrenzenden Räume.

Auch Wäsche trocknen erzeugt Feuchtigkeit. Feuchte Wäsche auf einem Wäscheständer in einem geschlossenen Raum gibt über Stunden Wasser an die Luft ab. Trocknen Sie Wäsche in einem Raum mit geöffnetem Fenster oder in einem Raum, der regelmäßig stoßgelüftet wird. In kleinen Wohnungen ohne separaten Trockenraum ist ein Raum mit Abzugshaube oder Lüfter die bessere Wahl als das Schlafzimmer.