Wer Haushaltskosten senken will, kann beim Einkauf die Preise ähnlicher Produkte vergleichen. Bei Strom und Gas lohnt sich ein Tarifvergleich, der zum eigenen Verbrauch passt. Wie viel Sie sparen, hängt davon ab, wie Sie bisher einkaufen und welchen Vertrag Sie haben. Eine Sparmethode ist nicht für alle günstiger.
Beim Einkauf zählt der Preis ähnlicher Produkte. Beim Tarifwechsel vergleichen Sie die Jahreskosten und die Bedingungen des neuen Vertrags. Ein Werbeetikett beweist keine Ersparnis: Discounter sind nicht immer günstiger, und ein Bonus macht einen Tarif nicht dauerhaft preiswert.
Discounter und Supermarkt vergleichen
Ein Discounter bietet nicht für jedes Produkt den niedrigsten Preis. Die Tagesschau berichtete über eine Smhaggle-Auswertung von Produkten, die sowohl Discounter als auch Supermärkte in ihrem Kernsortiment führen. Die Preise lagen meist fast gleichauf. Sonderangebote wurden nicht berücksichtigt. Deshalb lässt sich aus der Auswertung nicht ableiten, welcher Laden bei einem vollständigen Warenkorb günstiger ist.
Mit Aktionsware lässt sich trotzdem sparen. Prüfen Sie, auf welchen Preis sich der Rabatt bezieht und was ein ähnliches Produkt kostet. Die Verbraucherzentrale NRW untersuchte in einem Marktcheck 119 reduzierte Kühlwaren aus zehn Supermärkten in vier Bundesländern. Im Schnitt lagen die Rabatte rund 32 Prozent unter dem regulären Preis. Bei 15 von 27 Produkten mit Vergleichsware war das Vergleichsprodukt zum Normalpreis trotzdem günstiger als die reduzierte Ware. Ein Rabatt zeigt den Unterschied zum früheren Preis desselben Produkts. Er zeigt nicht unbedingt, welches Produkt im Regal am günstigsten ist.
Vergleichen Sie im Alltag den Grundpreis, also den Preis pro Kilogramm oder Liter. Prüfen Sie vor dem Einkauf auch Ihre Vorräte und planen Sie Mahlzeiten und Einkaufsliste. Eine größere Packung ist nur günstiger, wenn ihr Grundpreis niedriger ist und Sie alles verbrauchen. Die Verbraucherzentralen empfehlen diese Vergleiche und Planungsschritte. Daraus lässt sich aber keine feste durchschnittliche Ersparnis für jeden Haushalt ableiten.
Beim Tarif zählt die Jahresrechnung
Vergleichen Sie Strom- oder Gastarife anhand Ihres tatsächlichen Verbrauchs. Den Jahresverbrauch finden Sie auf Ihrer letzten Abrechnung. Prüfen Sie beim neuen Angebot den Arbeitspreis, also den Preis pro verbrauchter Kilowattstunde, und den Grundpreis, der unabhängig vom Verbrauch anfällt. Der beworbene Abschlag allein reicht für den Vergleich nicht aus.
Ein Bonus verändert den angezeigten Jahrespreis. Ein einmaliger Bonus senkt die Kosten im ersten Vertragsjahr, während der Tarif im zweiten Jahr teurer sein kann. Vergleichen Sie deshalb die Kosten mit Bonus und berechnen Sie sie auch ohne diesen einmaligen Vorteil. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Bonuszahlungen in Vergleichsportalen zunächst nicht einzurechnen. Prüfen Sie danach die Angebote und Vertragsbedingungen direkt beim Anbieter.
Prüfen Sie auch die Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist. Achten Sie außerdem auf die Preisgarantie. Eine Preisgarantie deckt nicht immer jede Preissteigerung ab. Manche Garantien schließen zum Beispiel Netzentgelte, Steuern, Abgaben oder Umlagen aus. Laut Verbraucherzentrale können diese ausgenommenen Bestandteile einen großen Teil des Gesamtpreises ausmachen, in manchen Fällen bis zu 70 Prozent. Dieser Wert gilt nicht pauschal für jeden Vertrag. Als Orientierung für die Suche nennt die Verbraucherzentrale eine Vertragslaufzeit von ungefähr einem Jahr.
Einkauf und Tarifwechsel im Vergleich
| Gesichtspunkt | Einkauf und Planung | Strom- oder Gastarifwechsel |
|---|---|---|
| Sparhebel | Produktwahl, Grundpreis und gezielte Angebote | Preis und Bedingungen des Vertrags im Verhältnis zum eigenen Verbrauch |
| Vergleichsmaßstab | Vergleichbare Produkte oder ein ähnlicher Warenkorb | Gesamtkosten des bisherigen und des neuen Tarifs |
| Typische Falle | Rabatt oder Großpackung wirkt günstig, obwohl der Vergleichspreis niedriger liegt | Ein Bonus senkt den ausgewiesenen Preis nur im ersten Jahr |
| Aufwand | Wiederkehrender Preisvergleich beim Einkauf | Verbrauch und Vertrag prüfen, Angebote vergleichen und Fristen beachten |
| Erfolg messen | Kosten für einen vergleichbaren Einkaufsbedarf über einen festgelegten Zeitraum | Vertragskosten mit und ohne einmaligen Bonus vergleichen |
Beim Einkauf entscheiden Sie im Alltag immer wieder, welche Produkte Sie kaufen. Bei einem Tarifwechsel prüfen Sie die Angebote und Vertragsbedingungen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Danach gelten die vereinbarten Preise und Fristen. Wie viel Sie sparen, hängt beim Einkauf von den gewählten Produkten ab. Beim Tarif zählen Ihr Wohnort, Verbrauch und bestehender Vertrag.
Zuerst die eigenen Kosten erfassen
Wenn Sie nicht wissen, wo Ihr Haushalt am meisten sparen kann, führen Sie eine Einnahmen-Ausgaben-Übersicht oder ein Haushaltsbuch. Trennen Sie feste Rechnungen wie Strom und Gas von veränderlichen Ausgaben wie Lebensmitteln. So erkennen Sie, welcher Bereich Ihr Budget am stärksten belastet und wo sich ein genauer Vergleich lohnt.
Für einen fairen Vergleich erfassen Sie beim Einkauf die Ausgaben für wiederkehrende, vergleichbare Produkte. Beim Tarif notieren Sie die tatsächlichen Jahreskosten des bestehenden Vertrags und stellen ihnen die Kosten des Angebots gegenüber. Rechnen Sie dabei den Bonus einmal ein und einmal heraus. Nur so sehen Sie, ob die Ersparnis dauerhaft ist oder vor allem im ersten Vertragsjahr entsteht.
Destatis weist für den Harmonisierten Verbraucherpreisindex 2025 aus, wie stark verschiedene Ausgabenkategorien in die Berechnung des Preisindex eingehen. Im Wägungsschema, also der Übersicht über diese Gewichte, entfallen 130,88 Promille auf Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke sowie 163,99 Promille auf Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe. Diese Werte beschreiben die Anteile der Kategorien im Warenkorb des Preisindex. Sie zeigen weder die durchschnittlichen Ausgaben eines Haushalts noch, wie viel eine Familie durch Einkaufsplanung oder einen Tarifwechsel sparen kann.