Das Gemüsefach ist der feuchteste Bereich des Kühlschranks. Paprika, Salat und Gurken geben ständig Wasser ab, das sich auf dem Glas und der Rückwand niederschlägt. Zudem dringt beim Öffnen der Tür kalte Luft ein, deren Feuchtigkeit sich an den kältesten Stellen als Tropfen absetzt. Vor allem in älteren Geräten lässt sich diese Feuchtigkeit kaum vermeiden und fördert Schimmel auf Obst und Gemüse, obwohl die niedrige Temperatur das Wachstum eigentlich verlangsamt.

Auch in gepflegten Kühlschränken entsteht Schimmel im Gemüsefach, denn die Luftfeuchtigkeit im Innenraum liegt oft über dem Idealwert, und in der kältesten Zone lagern die feuchtesten Lebensmittel. Gelegentlicher Schimmelbefall gehört deshalb zum normalen Kühlalltag. Dauerhaft hilft eine Kombination aus drei Maßnahmen: Luftfeuchtigkeit messen und regulieren, Gemüse vor dem Einlagern abtrocknen und eine feste Reinigungsroutine.

Woher die Feuchtigkeit im Fach kommt

Obst und Gemüse geben auch im gekühlten Zustand weiter Wasser ab. Manche Sorten mehr, andere weniger: Gurken, Zucchini und Salatköpfe verlieren sichtbar Feuchtigkeit, wenn sie unbedeckt liegen. Diese Verdunstung schlägt sich als Kondenswasser an den Innenseiten des Fachs nieder. Zusätzlich gelangt beim Öffnen der Kühlschranktür Feuchtigkeit aus der Raumluft ins Gerät. Diese warme, feuchte Luft trifft auf die kältere Innenwand und kondensiert zu Tropfen.

In älteren Kühlschränken, deren Dichtungsgummi nachgelassen hat, sammelt sich diese Feuchtigkeit schneller. Sie gelangt weiter ins Gemüsefach, wo feuchtes Obst und Gemüse rasch zu schimmeln beginnen. Ganz verhindern lässt sich die Feuchtigkeit im Fach nicht, aber die Menge können Sie beeinflussen, indem Sie das Gemüse vor dem Einlegen trocknen.

Luftfeuchtigkeit messen

Der günstige Bereich der Luftfeuchtigkeit im Kühlschrank liegt bei etwa 40 bis 50 Prozent. Unterhalb dieses Bereichs trocknet Gemüse schneller ein, oberhalb läuft Wasser an den Wänden ab und fördert Schimmel und Bakterien. Vor allem Blattgemüse trocknet in zu trockener Luft schnell aus. Zu viel Nässe dagegen begünstigt Schimmel.

Ein Thermometer reicht dafür nicht aus. Sie brauchen ein Hygrometer, das die Luftfeuchtigkeit im Innenraum misst. Hängen Sie es an die Innenwand, nicht direkt über dem Gemüse. Die Messung schwankt kurz nach jedem Öffnen der Tür; lesen Sie den Wert daher erst einige Minuten nach dem Schließen ab. Zeigt das Hygrometer dauerhaft mehr als 50 Prozent an, ist das Fach zu feucht, und die Maßnahmen zur Reinigung und zum Einräumen helfen weiter. Fällt der Wert zu niedrig aus, trocknet Obst schneller ein. Für die Schimmelvorsorge ist das meist unproblematischer als zu viel Nässe.

Dabei gilt: Das Hygrometer sollte 40 bis 50 Prozent anzeigen. Einfache analoge Geräte zeigen größere Schwankungen, vor allem wenn Sie direkt nach dem Öffnen der Tür ablesen. Ein bis zwei Kontrollen pro Woche reichen aus.

Das Gemüsefach reinigen

Die regelmäßige Reinigung des Fachs selbst ist die wichtigste Arbeit. So gehen Sie einmal pro Woche vor:

  • Leeren Sie das Schubfach vollständig, auch kleine Fächer und Einsätze.
  • Reinigen Sie das Fach und die Glasabdeckung mit warmem Wasser und etwas Spülmittel. Spezielle Scheuermittel sind nicht nötig.
  • Lassen Sie die Flächen eine halbe Stunde trocknen, bevor Sie das Fach wieder einlegen.
  • Einmal im Monat reinigen Sie zusätzlich die Rückwand und die Dichtungen mit einem feuchten, gut ausgewrungenen Tuch. Dort bildet sich mit der Zeit ein Feuchtigkeitsfilm.
  • Wischen Sie die Ecken gründlich aus, weil sich dort am ehesten Schmutz festsetzt.

Wichtig ist, dass das Fach nach der Reinigung wirklich trocken ist. Ein frisch gereinigtes und noch feuchtes Fach kann schnell wieder schimmeln, weil Obst auf nassem Untergrund neuen Schimmel ansetzt. Trocknen Sie das Fach deshalb mit einem sauberen Tuch ab, bevor Sie es wieder einräumen.

Als Reinigungsmittel reichen warmes Wasser und etwas Spülmittel. Aggressive Mittel sind nicht nötig. Wenn Sie Essig verwenden möchten, mischen Sie etwas Apfelessig mit Wasser und wischen Sie die Flächen danach mit klarem Wasser nach, damit das Gemüse später nicht nach Essig riecht.

Der Lohn dieser Routine ist ein Fach, das über Wochen trocken bleibt und nicht unangenehm riecht.

Gemüse richtig einräumen

Auch beim Einräumen können Sie mit ein paar Gewohnheiten viel bewirken. Bewährt hat sich eine einfache Lagerregel: Lagern Sie Obst und Salat getrennt voneinander und jede Art für sich. Äpfel und Tomaten geben das Reifegas Ethylen ab und machen benachbartes Gemüse schneller anfällig für Schimmel. Legen Sie sie deshalb getrennt von Salat, Lauch und Blattgemüse. Salat und Kräuter geben besonders viel Wasser ab. Waschen Sie sie nicht erst kurz vor dem Einlagern, oder trocknen Sie sie danach gründlich ab. Feuchter Salat wird im geschlossenen Fach schnell matschig.

Die zweite Gewohnheit betrifft das Vorbereiten: Schneiden Sie Gemüse erst unmittelbar vor dem Verzehr. Angeschnittenes und unverpacktes Gemüse gibt im Fach besonders viel Feuchtigkeit ab. Gurken, Paprika und Möhren bleiben in einem locker verschlossenen Beutel länger frisch. Der Grundsatz lautet: gut verpackt und nicht zu dicht nebeneinander. So hält das Gemüse länger, und es bildet sich weniger Schimmel.

Das Ergebnis: Sie müssen seltener verdorbenes Gemüse aussortieren. Wenn Sie vom ersten Tag an richtig sortieren und lagern, bleibt die Feuchtigkeitsmenge im Fach begrenzt.