Frisches Brot vom Bäcker hat eine kräftige Kruste, die die saftige Krume schützt. Bei falscher Lagerung wird die Kruste zäh, die Krume trocknet aus, oder es bildet sich Schimmel. Die richtige Lagerung hängt von der Brotsorte, der Umgebung und dem Aufbewahrungsort ab. Mit wenigen Grundregeln bleibt Brot mehrere Tage genießbar.
Die Kruste schützt die Krume
Die Kruste hat zwei Aufgaben: Sie schützt die Krume und gibt dem Brot Geschmack. Sie hält die Feuchtigkeit in der Krume und verhindert, dass das Brot schnell austrocknet. Deshalb sollten Sie die Kruste möglichst intakt lassen und das Brot nicht anschneiden, bevor Sie es essen. Jede Schnittfläche gibt Feuchtigkeit ab, und das Brot wird an dieser Stelle schneller altbacken. Bewahren Sie das Brot daher immer mit der Schnittfläche nach unten auf oder legen Sie die Schnittfläche an ein Stück der eigenen Kruste, das Sie als Abdeckung nutzen.
Welche Brote länger frisch bleiben
Nicht jedes Brot hält gleich lange. Die Zusammensetzung des Teigs entscheidet darüber, wie schnell das Brot austrocknet oder schimmelt. Brote mit hohem Roggenanteil, hohem Vollkorn- oder Schrotanteil sowie Sauerteigbrote bleiben länger frisch. Sie binden mehr Feuchtigkeit und enthalten natürliche Säuren, die das Wachstum von Schimmelpilzen verlangsamen.
Konkret bedeutet das für die Haltbarkeit bei richtiger Lagerung:
- Weizenbrot bleibt etwa zwei Tage frisch.
- Weizenmischbrot hält sich ungefähr vier Tage.
- Roggenmischbrot ist etwa drei Tage genießbar.
Reine Roggenbrote und Sauerteigbrote können sogar noch länger halten. Wenn Sie also nicht täglich frisch backen oder kaufen, greifen Sie eher zu diesen Sorten.
Die richtige Brotaufbewahrung wählen
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Brot aufzubewahren, und jede hat ihre Vor- und Nachteile. Entscheidend ist, dass das Brot atmen kann, aber nicht austrocknet.
Ein Brotkorb aus Naturmaterial wie Weide oder Holz ist eine gute Wahl für jeden Tag. Er lässt Luft zirkulieren und verhindert, dass sich Feuchtigkeit staut. Allerdings schützt er nicht vor Austrocknung, wenn das Brot mehrere Tage liegen bleibt. Decken Sie das Brot im Korb mit einem sauberen Baumwolltuch ab, um die Feuchtigkeit zu halten.
Eine Papiertüte ist ebenfalls geeignet. Sie nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf und gibt sie langsam wieder ab. Achten Sie darauf, dass die Tüte nicht zu fest verschlossen ist, sonst wird das Brot weich und die Kruste verliert ihren Biss. Offene Enden oder ein leicht geöffneter Verschluss reichen aus.
Der Römertopf, ein unglasierter Tontopf, funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip. Der Ton nimmt Feuchtigkeit auf, wenn das Brot frisch ist, und gibt sie später wieder ab. So bleibt das Brot über mehrere Tage gleichmäßig feucht. Sie müssen den Topf vor dem ersten Gebrauch wässern und ihn gelegentlich an der Luft trocknen lassen, damit er nicht schimmelt.
Ein Brotbeutel aus Leinen oder Baumwolle hält das Brot ebenfalls länger frisch, ist aber nicht die beste Lösung für alle Sorten. Der Beutel schützt vor Austrocknung, kann aber bei sehr feuchtem Brot die Feuchtigkeit stauen und so Schimmel fördern. Verwenden Sie ihn am besten für Brote mit fester Kruste und kontrollieren Sie den Inhalt regelmäßig.
Kühlschrank und luftdichte Behälter vermeiden
Der Kühlschrank ist für Brot ungeeignet. Bei niedrigen Temperaturen verdunstet die Feuchtigkeit aus der Krume schneller, und das Brot wird altbacken, auch wenn es nicht schimmelt. Lagern Sie Brot daher bei Zimmertemperatur.
Auch luftdichte Plastikbehälter oder Folien sind problematisch. Sie verhindern zwar das Austrocknen, aber die eingeschlossene Feuchtigkeit bildet Kondenswasser, das Schimmelpilzen ideale Bedingungen bietet. Im Gefrierfach schadet die luftdichte Verpackung nicht, weil die niedrigen Temperaturen das Schimmelwachstum stoppen.
Heizen und Lüften beeinflussen das Brot
Die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung wirkt sich direkt auf das Brot aus. In feuchten Räumen, etwa in der Küche beim Kochen oder im Schlafzimmer über Nacht, nimmt das Brot Feuchtigkeit auf, wodurch die Kruste weich wird und die Gefahr von Schimmel steigt. Bei starker Heizung im Winter und sehr trockener Luft trocknet das Brot dagegen schneller aus.
Regelmäßiges und ausreichendes Lüften beugt Schimmel an Wänden vor und hält das Raumklima für die Brotlagerung günstig. Wie oft und wie lange Sie lüften, hängt von den Räumen und ihrer Nutzung ab. In der Küche sollten Sie nach dem Kochen kurz stoßlüften, also das Fenster weit öffnen und für einige Minuten Durchzug schaffen. So entweicht die Kochfeuchtigkeit, bevor sie sich im Raum und am Brot niederschlägt.
Im Schlafzimmer lüften Sie am besten vor dem Schlafengehen und morgens nach dem Aufstehen intensiv mit weit geöffnetem Fenster. Die Tür zu kühleren Schlafzimmern sollte immer geschlossen bleiben, um Kondensfeuchte und Schimmelbildung an kühlen Oberflächen zu vermeiden. Das gilt auch dann, wenn Sie das Brot nicht im Schlafzimmer aufbewahren, denn die Feuchtigkeit verteilt sich über die gesamte Wohnung.
Im Wohnzimmer ist regelmäßiges Lüften ebenfalls nötig, besonders wenn dort viele Pflanzen stehen, feuchte Wäsche trocknet oder ein Aquarium läuft. Diese Quellen geben kontinuierlich Feuchtigkeit ab, die sich sonst im Raum anreichert. Öffnen Sie dann mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten das Fenster ganz, statt es dauerhaft gekippt zu lassen. Kipplüftung kühlt die Wände aus und erhöht die Luftfeuchtigkeit eher, als dass sie sie senkt.
Schimmel am Brot erkennen und entsorgen
Schimmel ist nicht immer sofort sichtbar. Er kann sich an der Schnittfläche, unter der Kruste oder an feuchten Stellen bilden. Wenn Sie einen weißlichen, grünlichen oder schwarzen Belag entdecken, gehört das gesamte Brot in den Müll. Schimmelsporen durchziehen das Brot unsichtbar, und das Abschneiden der befallenen Stelle reicht nicht aus. Wer es isst, kann Magen-Darm-Beschwerden bekommen, und für Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist Schimmel gefährlich.
Um Schimmel vorzubeugen, kontrollieren Sie das Brot regelmäßig und entfernen Sie es aus der Aufbewahrung, sobald es Anzeichen von Feuchtigkeit oder Verfärbung zeigt. Reinigen Sie Brotkorb, Tontopf und Beutel regelmäßig mit heißem Wasser und trocknen Sie sie gründlich, bevor Sie neues Brot hineinlegen.