Außenjalousien hängen das ganze Jahr im Freien. Dabei bekommen sie mehr Schmutz ab als das Fenster dahinter: Pollen, Straßenstaub, Regenflecken und gelegentlich Vogelkot. Der Schmutz verteilt sich über viele schmale Lamellen. Die Lamellen sind mit Gurten, Schnüren und einer Kippmechanik verbunden. Wer zu harten Bürsten greift oder kräftig auf die Lamellen drückt, riskiert verzogene Profile, Kratzer und eine Mechanik, die danach nicht mehr sauber läuft.
Sicher reinigen heißt: die passenden Hilfsmittel wählen, die Lamellen in der richtigen Reihenfolge behandeln und bei Arbeiten in der Höhe den eigenen Stand ernst nehmen. Mit einer weichen Bürste, einer Teleskopstange und mildem Reinigungsmittel bekommen Sie den Großteil der Anlagen ohne Schäden sauber. Ob diese einfachen Mittel reichen, hängt von Bauart, Material und Zugänglichkeit der Anlage ab.
Die passenden Hilfsmittel wählen
Für Anlagen, die Sie vom Boden, vom Balkon oder von der Terrasse aus erreichen, reichen einfache Werkzeuge: ein Eimer mit lauwarmem Wasser, einige Tropfen Spülmittel, eine weiche Bürste und ein fusselfreies Tuch. Weiche Bürsten lösen den Schmutz, ohne die Oberfläche anzugreifen. Harte Besen, Scheuerschwämme oder metallische Kratzer hinterlassen auf lackierten und beschichteten Lamellen sichtbare Schäden.
Schwer erreichbare Lamellen reinigen Sie mit einer Teleskopstange mit Bürstenaufsatz. Viele Stangen haben abgewinkelte Aufsätze. Damit bekommen Sie auch die Unterseite der Lamellen sauber. Bei einem gekippten Fenster führen Sie die Stange von innen an der Jalousie entlang. In oberen Stockwerken ist das oft die sicherste Variante. Führen Sie die Stange ruhig und ohne Druck. Die Borsten lösen den Schmutz. Ein Nachdrücken verbiegt nur die Lamellen. Achten Sie darauf, dass der Bürstenkopf nicht zwischen Lamelle und Führungsschiene gerät und nicht an Zugbändern hängen bleibt.
Die richtige Reinigungsreihenfolge
Zweimal im Jahr, am besten im Frühjahr und im Herbst, bleibt der Aufwand überschaubar. Der erste Durchgang ist immer trocken. Kehren Sie mit der weichen Bürste oder einem trockenen Tuch den losen Staub von den Lamellen, bevor Sie Wasser verwenden. Nasser Staub verklebt und verteilt sich sonst über die gesamte Anlage.
Danach reinigen Sie die Lamellen einzeln mit der milden Seifenlösung. Drehen Sie sie so, dass Sie Ober- und Unterseite erreichen. Wischen Sie von der Mitte nach außen. Wenn Sie von oben nach unten arbeiten, läuft das Schmutzwasser über Bereiche, die ohnehin noch an der Reihe sind. Nach dem Wischen nehmen Sie klares Wasser oder ein leicht feuchtes Tuch, um Seifenreste zu entfernen. Wenn Spülmittel zurückbleibt, setzt sich neuer Staub schneller fest.
Achten Sie darauf, dass kein Wasser in den Kasten am oberen Ende der Anlage läuft. Gurte, Schnüre und die Kippmechanik vertragen keine dauerhafte Nässe. An sonnigen Tagen trocknet die Seifenlösung zu schnell und hinterlässt Schlieren. Putzen Sie darum besser bei bedecktem Himmel oder am späten Nachmittag.
Sicherheit bei Höhe und Zugang
Die größte Gefahr bei der Arbeit in der Höhe ist der Absturz. Stellen Sie Leitern nur auf festen, ebenen und rutschfesten Grund. Der Abstand zwischen Leiterfuß und Wand sollte etwa ein Viertel der Stützhöhe betragen, damit die Leiter stabil steht. Steigen Sie nie zur Seite. Liegt der nächste Abschnitt außer Reichweite, steigen Sie ab und setzen die Leiter neu auf.
Benutzen Sie keine Stühle, Tische oder Fensterbänke als Tritt. Lehnen Sie sich nicht aus dem Fenster. Fassen Sie die Jalousie nicht als Haltegriff an. Wer im oberen Stockwerk wohnt, arbeitet besser von innen mit der Teleskopstange durch das gekippte Fenster. Die Reinigung kann auch ein Fachbetrieb übernehmen. Auf Balkon und Terrasse gilt zusätzlich: Spülwasser macht den Boden rutschig. Trocknen Sie den Standplatz ab, bevor Sie die Leiter aufstellen.
Materialgrenzen beachten
Jede Lamellenart verträgt etwas anderes. Aluminiumlamellen sind robust, aber kratzempfindlich. Verwenden Sie nur weiche Bürsten und Reiniger ohne scheuernde Partikel. Kunststofflamellen sind flexibel, aber druckempfindlich. Bei Kälte wird das Material spröde. Putzen Sie an frostigen Tagen nicht und biegen Sie die Lamellen nie kräftig durch. Holzlamellen vertragen keine Nässe. Wischen Sie sie nur leicht feucht ab und trocknen Sie sie zügig. Sonst verziehen sich die Profile.
Auf den Hochdruckreiniger verzichten Sie besser ganz. Der feine Wasserstrahl drückt Feuchtigkeit in die Mechanik und kann dünne Lamellen aus den Führungen drücken oder verbiegen. Wenn die Anlage eine besondere Beschichtung hat, gelten die Pflegehinweise des Herstellers. Sie haben Vorrang vor allgemeinen Reinigungstipps.
Wann ein Fachbetrieb nötig ist
Bei hartnäckigen Verschmutzungen, die sich mit Seifenwasser nicht lösen, ist ein Fachbetrieb die bessere Wahl. Das gilt auch für Anlagen, die nur über eine Leiter oder ein Gerüst erreichbar sind. Er kann Lamellen vorsichtig ausbauen und beide Seiten gründlich reinigen. Außerdem entfernt er Schmutz aus der Mechanik, ohne Gurte oder Schnüre zu belasten. Wer die Mechanik öffnet, ohne den Aufbau zu kennen, richtet dort häufig mehr Schaden an, als die Verschmutzung je verursachen würde.
Die Kernpunkte
Die sichere Reinigung von Außenjalousien braucht kein Spezialwerkzeug. Sie müssen aber bei der Vorgehensweise konsequent bleiben. Weiche Bürste, mildes Reinigungsmittel, der trockene erste Durchgang und ein sicherer Stand entscheiden darüber, ob die Anlage danach sauber läuft oder ob Gurte und Mechanik leiden.
Bei schwer erreichbaren Anlagen gehört die Entscheidung für einen Fachbetrieb zur sicheren Reinigung dazu. Das spart Zeit und hält Sie von wackeligen Leitern und riskanten Griffen fern.