Die Wohnung wirkt voll, Sie finden Dinge nicht wieder, und jede neue Aufbewahrungsbox verspricht Abhilfe. Bevor Sie weitere Behälter kaufen, reduzieren Sie die Zahl der Dinge. Dann geben Sie jedem Gegenstand, der bleibt, einen festen Platz. So finden Sie Gegenstände schneller wieder, und das Putzen wird einfacher.
Stauraum ist jeder nutzbare Platz für Aufbewahrung: Regale, Schränke, Kisten, freie Flächen. Ordnung halten heißt, diesen Platz so zu nutzen, dass Sie Gegenstände schnell wiederfinden und leicht wegräumen können. Beides gehört zusammen, aber das Ausmisten kommt zuerst.
Erst ausmisten, dann einräumen
Der häufigste Fehler bei Platzmangel: Sie kaufen neue Regale und Boxen, bevor die vorhandenen Dinge sortiert sind. Damit verschieben Sie das Chaos nur in neue Behälter; die Menge der Dinge bleibt unverändert. Deshalb müssen Sie zuerst über jeden einzelnen Gegenstand entscheiden. Nehmen Sie sich einen Bereich vor, etwa eine Kommode oder ein Regalfach, und legen Sie den Inhalt vollständig heraus.
Für jedes Stück gibt es drei Wege: behalten, wegwerfen oder weitergeben. Kaputte und nicht mehr reparierbare Dinge kommen in den Müll. Brauchbare Dinge, die Sie nicht mehr brauchen, verkaufen Sie über Kleinanzeigen oder geben Sie sie an Freunde, Bekannte oder soziale Einrichtungen weiter. Eine gute Entscheidungshilfe: Fragen Sie sich, wann Sie den Gegenstand zuletzt benutzt haben und ob Sie ihn in den nächsten Monaten wirklich nutzen werden. Manche Dinge bleiben trotz seltener Nutzung, etwa der Wintermantel oder das Werkzeug für die gelegentliche Reparatur. Unsichere Fälle stellen Sie für eine Weile beiseite. Was Sie in dieser Zeit nicht vermissen, können Sie abgeben.
Sortieren Sie nicht alles auf einmal. Ein völlig unaufgeräumter Raum überfordert, wenn Sie ihn in einem Durchgang bewältigen wollen. Teilen Sie die Fläche in kleine Zonen und arbeiten Sie eine Zone pro Durchgang ab. Räumen Sie die sortierten Dinge direkt an ihren neuen Platz, bevor Sie die nächste Zone beginnen. So sehen Sie Fortschritte und vermeiden, dass sich aussortierte Stapel wieder in der Wohnung verteilen.
Jedes Ding bekommt einen festen Platz
Nach dem Ausmisten gilt: Alles, was bleibt, bekommt einen festen Platz, an den es nach jeder Benutzung zurückkehrt. Häufig genutzte Dinge lagern Sie dort, wo Sie sie brauchen: auf der offenen Ablage, im vorderen Schrankbereich oder in der obersten Schublade. Seltener Genutzte dürfen nach hinten, nach oben oder in schwerer erreichbare Bereiche wandern.
Damit die festen Plätze halten, braucht jeder Raum ein klares Prinzip. Im Kleiderschrank ordnen Sie die Kleidung nach Art oder Nutzungshäufigkeit. In der Küche stehen Töpfe in der Nähe des Herds, Vorratsdosen bei den Lebensmitteln. Im Bad bilden Zahnbürste, Zahnpasta und Waschzeug eine Einheit, Gästehandtücher lagern separat. Wo Sie das Prinzip erklären können, funktioniert es auch, wenn jemand anderes einräumt.
Ein fester Platz nützt wenig, wenn er unbequem liegt. Der Staubsauger in der hintersten Ecke des Abstellraums wird auf Dauer nicht zurückgeräumt, wenn der Weg dorthin aufwendig ist. Platzieren Sie täglich genutzte Gegenstände auf kurzen Wegen: Schlüssel und Portemonnaie gehören auf eine Ablage an der Tür, die Post auf ein dafür bestimmtes Tablett, die Jacke an den Haken im Flur. Die Regel zum Wegräumen: Legen Sie den Gegenstand direkt nach der Benutzung an seinen Platz zurück. Je kürzer der Weg ist, desto eher passiert das.
Stauraum schaffen, wo er fehlt
Neue Aufbewahrung ergibt erst nach dem Ausmisten Sinn. Wer vorher Regale kauft, plant für das Zuviel an Dingen. Sortieren Sie zuerst, dann sehen Sie, welche Bereiche wirklich eng sind, und kaufen Sie für diese Bereiche gezielt Behälter, Regale oder Haken.
Viele Wohnungen haben ungenutzte Flächen. Dazu zählen die Wandfläche, der Raum unter dem Bett, die Rückseite von Türen und die Fläche über Schränken. Regale und Hakenleisten an der Wand schaffen Abstellfläche, ohne Grundfläche zu beanspruchen. Flache Kisten unter dem Bett nehmen saisonale Kleidung oder Bettwäsche auf. An der Innenseite von Schranktüren finden Gürtel, Tücher oder Putzmittel ihren Platz. Über der Tür lassen sich Taschen oder selten genutzte Dinge unterbringen.
Auch vorhandene Möbel können Sie besser nutzen. Schubladen mit Inneneinteilern trennen Kleinteile und verhindern, dass alles durcheinanderrutscht. Offene Körbe erlauben schnellen Zugriff und eignen sich für Dinge, die Sie täglich benutzen. Geschlossene Boxen verbergen, was Sie nicht ständig sehen wollen. Beschriften Sie sie, sonst öffnen Sie auf der Suche mehrere Behälter hintereinander. Beim Material entscheidet der Einsatzort: Stoffboxen sind leicht und passen in Regale, Kunststoffboxen widerstehen Feuchtigkeit und Schmutz und eignen sich für Keller oder Abstellkammer. Prüfen Sie zuerst, ob ein vorhandenes Möbelstück die Aufgabe übernimmt, bevor Sie Neues anschaffen.
Ordnung halten mit kleinen Routinen
Ordnung bleibt ein laufender Prozess, weil Haushalte sich ständig verändern. Dinge kommen dazu, andere scheiden aus, Gewohnheiten verschieben sich. Wer Ordnung als einmaligen Zustand versteht, wird enttäuscht, sobald wieder etwas auf dem Tisch liegt. Sinnvoller sind kleine, feste Routinen: Nach dem Abendessen räumen Sie die Küche auf, am Feierabend leeren Sie den Schreibtisch, und einmal pro Woche gehen Sie über die kritischen Flächen wie den Esstisch oder die Ablage an der Tür. Diese Durchgänge dauern Minuten, verhindern aber, dass sich Stapel bilden.
Nicht alles muss in Schränken verschwinden. Ein Raum, in dem jede Oberfläche leer ist, wirkt schnell wie ein unbelebtes Hotelzimmer. Lassen Sie sichtbar, was zum Leben gehört: das Buch auf dem Nachttisch, die frischen Blumen auf dem Tisch, das aktuell benutzte Gerät auf der Arbeitsfläche. Entscheidend ist, dass alles seinen Platz hat und nach der Benutzung dorthin zurückfindet. Freie Flächen sind kein Selbstzweck.
Wer wenig Zeit hat, etwa im Studium, kommt mit zwei Gewohnheiten weit. Erstens: Nehmen Sie nur dann etwas Neues in die Wohnung auf, wenn ein fester Platz dafür frei ist. Zweitens: Räumen Sie die Arbeitsfläche auf, bevor Sie die Lernphase beenden oder am nächsten Tag beginnen. Ein aufgeräumter Arbeitsplatz erleichtert das Lernen, weil Sie alle Materialien sofort finden und sich weniger ablenken lassen. Es gibt Hinweise, dass sich das Aufräumen direkt vor dem Lernen positiv auf die Konzentration auswirkt.