Kalk aus dem Leitungswasser setzt sich in der Kaffeemaschine ab. Er verstopft Leitungen und legt sich auf Thermoblock und Brühgruppe. Entkalken gehört deshalb zur regelmäßigen Pflege. Entscheidend sind das richtige Entkalkungsmittel und die Anleitung des Herstellers. Wer beides ignoriert, riskiert Schäden an Dichtungen und Sensoren und verliert im schlimmsten Fall die Garantie.
Wie Kalk der Maschine schadet
Kalk entsteht, wenn hartes Wasser erhitzt wird. Das darin gelöste Calcium und Magnesium setzt sich als feste Schicht ab. In vielen Regionen Deutschlands ist das Leitungswasser hart bis sehr hart, in München zum Beispiel. Dann bilden sich in Schläuchen, Ventilen, Thermoblock und Brühgruppe Ablagerungen, bis der Durchfluss spürbar nachlässt.
Die Folgen zeigen sich beim Kaffeegeschmack und bei der Technik. Der Aufheizvorgang dauert länger, weil die Kalkschicht die Wärme schlecht leitet. Das treibt den Stromverbrauch hoch und überhitzt den Thermoblock mit der Zeit. Auch der Kaffee schmeckt flacher, denn die Mineralien im Wasser binden Fruchtsäuren aus dem Kaffee. Hartes Wasser macht es also schwer, wirklich guten Kaffee zu brühen, unabhängig von der Bohnenqualität. Regelmäßiges Entkalken beugt all dem vor und verlängert die Lebensdauer der Maschine.
Den passenden Entkalker wählen
Nicht jedes Entkalkungsmittel passt zu jeder Maschine. Ein aggressives Produkt kann Dichtungen angreifen, Sensoren stören oder die Garantie ungültig machen. Ein teurer Entkalker ist nicht automatisch besser. Ein Test der Schweizer Verbraucherzeitschrift Saldo zeigt: Alle zehn geprüften Universalentkalker entfernten Kalk, aber mit deutlich unterschiedlicher Stärke. Das stärkste Mittel löste in zehn Minuten deutlich mehr Kalk als das schwächste. Ein günstiges Universalprodukt reicht für Kaffeemaschinen also aus. Wer ein schwaches Mittel nutzt, muss nur mehr Zeit einplanen oder den Vorgang wiederholen.
Bei der Materialverträglichkeit schnitten die getesteten Mittel gut ab. Silikonschläuche und Dichtungen, die in Kaffeemaschinen üblich sind, hielten sogar im unverdünnten Entkalker stand. Trotzdem gilt: Verwenden Sie Entkalker nie unverdünnt. Halten Sie sich an die Dosierung des Herstellers, sonst belasten Sie die Maschine unnötig.
Herstelleranleitung beachten
Kaffeemaschinen sind unterschiedlich aufgebaut. Ein Vollautomat von Jura hat andere Materialien und Sensoren als eine Siebträgermaschine oder ein günstiger Kapselautomat. Die Anleitung des Herstellers sagt genau, was zu Ihrer Maschine passt: welcher Entkalker erlaubt ist, in welcher Menge, wie oft und in welcher Reihenfolge. Die Vorgaben sind nicht optional, und auch der Garantieanspruch hängt an diesen Vorgaben.
Ein häufiger Irrtum: Ein Entkalker taugt nicht für alle Geräte. Manche Mittel sind für Kaffeevollautomaten gedacht, andere für Wasserkocher oder einfache Filterkaffeemaschinen. Wenn die Anleitung ein bestimmtes Mittel vorschreibt, sollten Sie sich daran halten. Wer stattdessen ein beliebiges Hausmittel verwendet, spart kurzfristig Geld, riskiert aber Schäden. Manche Hausmittel sind für Kaffeemaschinen ungeeignet, weil sie Materialien im Gerät angreifen. Genaue Angaben dazu liefert die Anleitung.
Entkalken Schritt für Schritt
Der Ablauf ist bei den meisten Maschinen ähnlich. Mischen Sie den Entkalker wie angegeben mit Wasser. Füllen Sie die Lösung in den Wassertank und starten Sie das Entkalkungsprogramm der Maschine, falls es eines gibt. Nach dem Durchlauf folgt der wichtigste Schritt: die Maschine gründlich mit klarem Wasser spülen. Dabei läuft mehrmals frisches Wasser durch das gesamte System, damit keine Rückstände in den Kaffee gelangen.
Ein paar Grundregeln gelten für alle Geräte. Lassen Sie die Entkalkerlösung nicht länger einwirken als nötig. Mehr Mittel beschleunigt nichts, sondern greift nur die Dichtungen unnötig an. Wenn die Maschine ein eigenes Entkalkungsprogramm hat, nutzen Sie es, statt manuell Wasser durchzuspülen. Viele aktuelle Geräte zeigen selbst an, wann der Entkalker fällig ist. Der Hinweis erscheint nach einer bestimmten Zahl von Bezügen oder nach einer festgelegten Zeit.
Wasserfilter reduzieren den Kalk
Wer hartes Leitungswasser vor dem Brühen filtert, reduziert die Kalkmenge, die in der Maschine ankommt. Dadurch müssen Sie seltener entkalken. Das schont Thermoblock und Leitungen. Ein Filter ersetzt das Entkalken aber nicht, denn auch gefiltertes Wasser enthält noch Mineralien. Zusätzlich lohnt sich die regelmäßige Reinigung der Maschine, etwa das Auswischen der Brühgruppe und das Leeren des Tropfblechs, damit sich außer Kalk kein Kaffeeöl und Schmutz festsetzen.
Beim Kauf eines Entkalkers gilt: Hersteller wie Jura, DeLonghi und Saeco empfehlen eigene Produkte. Ein gutes Universalmittel reicht in den meisten Fällen aber ebenfalls aus, wie der Saldo-Test gezeigt hat.