Kalkflecken entstehen, wenn hartes Wasser verdunstet. Die im Wasser gelösten Mineralien bleiben dann als weiße oder graue Ablagerung zurück. Auf Armaturen haften sie besonders hartnäckig. Chrom, Edelstahl und schwarze Beschichtungen sind glatt, daher kleben die Rückstände dort fest. Kalk lässt sich mit milden Säuren lösen. Wichtig ist, das richtige Mittel für die jeweilige Oberfläche zu wählen. Lassen Sie das Mittel nicht zu lange einwirken.
Wer zu starken Entkalkern, Scheuermitteln oder harten Schwämmen greift, riskiert matte Stellen, Kratzer und beschädigte Beschichtungen. Prüfen Sie deshalb zuerst das Material, dann reinigen Sie. Für alle Armaturen gilt dieselbe Grundregel: mild anfangen, kurz einwirken lassen, gründlich abspülen und trockenreiben.
Essig und Zitronensäure gegen Kalkflecken anwenden
Essigessenz und Zitronensäure sind die bewährten Hausmittel gegen Kalk. Zitronensäure gibt es als Pulver. Lösen Sie etwa zwei Esslöffel davon in einem Liter warmem Wasser. Essigessenz ist stark konzentriert. Verdünnen Sie sie etwa im Verhältnis eins zu vier mit Wasser. Normalen Essig mischen Sie im Verhältnis eins zu eins mit Wasser. Beide Mittel lösen den Kalk. Die Säure wandelt das schwer lösliche Calciumcarbonat in wasserlösliche Salze um. Dabei greifen sie die Oberfläche nicht mechanisch an. Warmes Wasser beschleunigt die Reaktion. Es darf aber nicht kochen. Tragen Sie die Lösung mit einem weichen Tuch oder Schwamm auf. Lassen Sie sie wenige Minuten einwirken und spülen Sie mit klarem Wasser nach. Danach reiben Sie die Armatur trocken. Stehendes Wasser hinterlässt neue Flecken. Reinigen Sie zuerst die sichtbaren Flächen und dann die Unterseiten der Armatur. Dort sammelt sich oft Kalk, den Sie leicht übersehen.
Beim Umgang mit den Säuren ist Vorsicht nötig. Mischen Sie Essig oder Zitronensäure niemals mit chlorhaltigen Reinigern. Dabei entstehen gesundheitsschädliche Dämpfe. Achten Sie außerdem darauf, dass die Lösung nicht auf Naturstein wie Marmor tropft. Säure ätzt die Oberfläche an. Tragen Sie die Lösung mit einem Tuch auf. Dann bleibt sie dort, wo sie hingehört. Lassen Sie die Lösung nicht zu lange einwirken. Sonst greift sie die Oberfläche an. Bei hartnäckigen Ablagerungen verlängern Sie die Einwirkzeit in kleinen Schritten. Kontrollieren Sie zwischendurch, ob sich der Kalk löst. Löst er sich nach dem ersten Versuch nicht, wiederholen Sie die Prozedur. Schrubben Sie nicht mit mehr Druck. Bei empfindlicher Haut schützen Handschuhe. In kleinen Räumen hilft ein geöffnetes Fenster. Frische, leichte Kalkflecken verschwinden oft schon mit warmem Wasser und einem Mikrofasertuch. Dann müssen Sie nicht zu Säure greifen.
So reinigen Sie Chrom und Edelstahl
Verchromte Armaturen vertragen kurzen Säurekontakt gut. Empfindlich sind sie vor allem gegen mechanische Reibung. Die Chromschicht ist dünn. Sie liegt über Messing oder Kunststoff. Verwenden Sie einen weichen Schwamm oder ein Mikrofasertuch. Verzichten Sie auf Stahlwolle, raue Topfschwämme und Scheuerpulver. Sie hinterlassen feine Kratzer. In diesen Kratzern setzen sich neuer Kalk und Schmutz sofort wieder fest. Auch aggressive Kalklöser mit Salzsäure gehören nicht auf Chrom. Sie können die Chromschicht angreifen und zu Lochfraß führen. Bei dicken Kalkschichten am Wasserhahn hilft ein in Essigwasser getränktes Tuch. Wickeln Sie es für einige Minuten um die betroffene Stelle. Danach spülen Sie ab und reiben trocken. Spezielle Chrompolitur ist selten nötig. Sie enthält oft feine Schleifpartikel. Verwenden Sie sie nur, wenn die Oberfläche bereits matt ist. Testen Sie sie zuerst an einer unauffälligen Stelle. Das Sieb im Strahlregler am Auslauf lässt sich meist herausschrauben. Legen Sie es separat in die Lösung. So wird der Wasserstrahl wieder gleichmäßig.
Edelstahl ist robust, reagiert aber empfindlich auf Chlor. Chlorhaltige Reiniger und Bleichmittel können die Oberfläche verfärben und anfressen. Sie zerstören die schützende Passivschicht. Reinigen Sie Edelstahl mit etwas Spülmittel oder einer milden Zitronensäurelösung. Wischen Sie in Richtung der Maserung. Fingerabdrücke und Fettreste entfernt Spülmittel zuverlässig. Für Kalk reicht die Zitronensäurelösung. Nach dem Spülen trocknen Sie die Fläche ab. Sonst zeigen sich Wasserflecken. Stahlwolle ist auch hier tabu. Sie hinterlässt winzige Stahlpartikel. Diese rosten und verursachen braune Flecken. Beide Oberflächen bleiben am längsten glänzend, wenn Sie sie nach jedem Gebrauch kurz mit einem weichen Tuch abwischen. So verhindern Sie, dass sich dicke Kalkschichten bilden. Die Armatur braucht dann seltener eine gründliche Reinigung.
So pflegen Sie Messing und schwarze Armaturen
Messingarmaturen sind oft lackiert. Der Lack schützt das Metall vor dem Anlaufen. Auf lackiertem Messing greifen Säuren den Lack an. Deshalb reicht ein weiches Tuch mit mildem Spülmittel. Unlackiertes Messing dunkelt mit der Zeit nach. Das ist eine natürliche Patina. Gegen Kalk hilft eine milde Seifenlauge. Gegen die dunkle Verfärbung gibt es spezielle Messingpolitur. Essig und Zitronensäure sind für Messing keine gute Wahl. Sie können Flecken hinterlassen und die Oberfläche ungleichmäßig aufhellen. Prüfen Sie bei einer neuen Armatur, ob die Oberfläche lackiert ist. Im Zweifel behandeln Sie sie wie lackiertes Messing. Das schont das Material.
Schwarze Armaturen haben meist eine dünne, aufgedampfte Beschichtung. Sie ist empfindlicher als Chrom. Aggressive Entkalker, säurehaltige Reiniger und scheuernde Schwämme können diese Schicht beschädigen. Ist die Beschichtung erst einmal porös, dringt Wasser darunter ein. Die Oberfläche blättert ab. Reinigen Sie schwarze Armaturen nur mit einem weichen Mikrofasertuch und lauwarmem Wasser mit etwas Spülmittel. Bei Kalkflecken hilft eine kurz aufgetragene Zitronensäurelösung. Spülen Sie sie sofort ab. Lassen Sie keine Reiniger eintrocknen. Reiben Sie die Armatur nach dem Putzen trocken. Auf schwarzen Flächen fallen Wasserflecken besonders schnell auf. Regelmäßiges Abtrocknen zahlt sich hier doppelt aus. Auch weiche Spülschwämme mit rauer Seite können feine Kratzer hinterlassen. Nutzen Sie die glatte Seite oder ein Tuch. Bewahren Sie die Pflegehinweise des Herstellers auf. Manche Beschichtungen haben besondere Vorgaben.
So entkalken Sie Duschköpfe
Verkalkte Duschköpfe verteilen das Wasser ungleichmäßig. Die Düsen sind verstopft. Nehmen Sie den Duschkopf ab, wenn das möglich ist. Legen Sie ihn in ein Gefäß mit Essigwasser oder Zitronensäurelösung. Nach etwa einer halben Stunde lösen sich die Ablagerungen. Bei hartnäckigem Kalk dauert es länger. Gummilippen an den Düsen lassen sich danach mit den Fingern oder einer weichen Bürste abreiben. Stecken Sie keine Nadeln oder Draht in die Öffnungen. Das beschädigt die Düsen dauerhaft. Ein weicher Zahnbürstenkopf erreicht die Düsen von innen, ohne sie zu verkratzen. Spülen Sie den Duschkopf gründlich unter klarem Wasser ab, bevor Sie ihn wieder anbringen.
Für fest installierte Duschköpfe eignet sich ein Gefrierbeutel. Füllen Sie ihn mit der Lösung und befestigen Sie ihn mit einem Gummiband um den Duschkopf. Lassen Sie die Lösung einwirken. Nehmen Sie den Beutel ab und spülen Sie nach. Kontrollieren Sie vorher, aus welchem Material der Duschkopf besteht. Modelle mit verchromtem Kunststoff vertragen keine stundenlangen Säurebäder. Die Chromschicht kann sich lösen. Im Zweifel wählen Sie eine kürzere Einwirkzeit und reinigen dafür öfter. Ein Blick in die Herstellerhinweise klärt, ob der Duschkopf für Säurelösungen geeignet ist. Nach dem Entkalken spülen Sie den Duschkopf einmal kurz lauwarm durch. So bleiben keine Säurereste in der Leitung. Wenn der Duschkopf aus Edelstahl ist, gelten die gleichen Regeln wie bei Edelstahlarmaturen: keine chlorhaltigen Reiniger, nach dem Reinigen trockenreiben.
Kalkflecken an Armaturen vorbeugen
Die schonendste Methode ist fast immer die mildeste. Lassen Sie Essig oder Zitronensäure nur kurz einwirken. Nehmen Sie weiche Tücher und spülen Sie gründlich ab. Chrom und Edelstahl verzeihen kleine Fehler. Messing und schwarze Beschichtungen nicht. Wenn Sie unsicher sind, testen Sie das Mittel an einer unauffälligen Stelle. Halten Sie sich an die Herstellerhinweise. Wer regelmäßig putzt und die Armaturen trockenreibt, verhindert, dass sich dicke Kalkschichten bilden.