Der Gesamtpreis zeigt den Preis der Packung. Der Grundpreis zeigt den Preis pro Kilogramm, Liter oder anderer Bezugsmenge. Erst beide Angaben zusammen helfen bei der Wahl: Eine größere Packung kann pro Menge günstiger sein, aber wegen Ihres Bedarfs, der Lagerung oder des Verderbs trotzdem unpassend sein.
Bei unterschiedlichen Packungsgrößen und Angeboten müssen Sie dieselbe Einheit vergleichen, um festzustellen, welches Angebot pro Menge günstiger ist und wie viel davon Sie tatsächlich nutzen können.
Welche Preisangabe beantwortet welche Frage?
Der Gesamtpreis beantwortet die Frage: „Wie viel bezahle ich an der Kasse für diese Packung?“ Nach § 2 der Preisangabenverordnung enthält er die Umsatzsteuer und sonstige Preisbestandteile. Kostet eine Packung 1,99 Euro, müssen Sie für genau diese Packung 1,99 Euro einplanen. Der Gesamtpreis ist deshalb für Ihr aktuelles Einkaufsbudget wichtig.
Die Füllmenge gibt an, wie viel Inhalt die Packung enthält. Typische Angaben lauten 500 Gramm, 1 Kilogramm, 750 Milliliter oder 1,5 Liter. Bei Konserven und anderen Waren mit Flüssigkeit und festen Bestandteilen kann zusätzlich das Abtropfgewicht angegeben sein. Es zeigt, wie viel nach dem Abgießen der Flüssigkeit übrig bleibt.
Der Grundpreis beantwortet eine andere Frage: „Was kostet eine festgelegte Menge dieses Produkts?“ Typische Angaben sind 3,98 Euro pro Kilogramm oder 5,49 Euro pro Liter. Nach § 2 Preisangabenverordnung ist der Grundpreis der Preis je Mengeneinheit einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile. Nach § 4 muss er bei vielen Waren neben dem Gesamtpreis stehen. Die Zuordnung muss eindeutig, die Angabe klar erkennbar und gut lesbar sein.
Die Bezugsmenge oder Mengeneinheit steht direkt hinter dem Grundpreis. Sie zeigt, auf welche Menge sich der Preis bezieht. Nach § 5 Preisangabenverordnung ist das grundsätzlich 1 Kilogramm, 1 Liter, 1 Meter, 1 Quadratmeter oder 1 Kubikmeter. Bei loser Ware können je nach Produkt und üblicher Verkaufsweise auch 100 Gramm oder 100 Milliliter verwendet werden. Bei Waren mit relevantem Abtropfgewicht muss sich der Grundpreis auf dieses Abtropfgewicht beziehen.
Achten Sie deshalb immer auf die vollständige Angabe. 3,98 Euro pro Kilogramm und 3,98 Euro pro 100 Gramm sehen ähnlich aus, stehen aber für sehr unterschiedliche Preise. Ein Kilogramm enthält zehn Einheiten zu 100 Gramm.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, unterschiedliche Packungsgrößen anhand des Grundpreises pro Kilogramm oder Liter zu vergleichen. Der Packungspreis allein und eine scheinbare Ersparnis bei der Großpackung reichen dafür nicht aus.
Einheiten ohne Kopfrechnen angleichen
Für einen klaren Vergleich müssen beide Angebote dieselbe Mengeneinheit verwenden. Bei festen Lebensmitteln rechnen Sie Gramm in Kilogramm um:
| Angegebene Menge | Entspricht |
|---|---|
| 100 g | 0,1 kg |
| 250 g | 0,25 kg |
| 500 g | 0,5 kg |
| 750 g | 0,75 kg |
| 1.000 g | 1 kg |
| 1.500 g | 1,5 kg |
Merken Sie sich: Gramm durch 1.000 teilen, dann erhalten Sie Kilogramm. Aus 500 Gramm werden also 0,5 Kilogramm. Bei einem Preis von 1,99 Euro lautet die Rechnung:
1,99 Euro ÷ 0,5 Kilogramm = 3,98 Euro pro Kilogramm
Steht auf dem Schild ein Preis pro 100 Gramm, multiplizieren Sie ihn für den Vergleich mit einem Kilopreis mit zehn. Aus 0,49 Euro pro 100 Gramm werden 4,90 Euro pro Kilogramm. Umgekehrt teilen Sie einen Kilopreis durch zehn, wenn Sie ihn auf 100 Gramm umrechnen möchten.
Für Flüssigkeiten gilt dieselbe Rechnung:
| Angegebene Menge | Entspricht |
|---|---|
| 100 ml | 0,1 l |
| 250 ml | 0,25 l |
| 500 ml | 0,5 l |
| 750 ml | 0,75 l |
| 1.000 ml | 1 l |
| 1.500 ml | 1,5 l |
Milliliter durch 1.000 teilen, dann erhalten Sie Liter. Ein Preis von 0,39 Euro pro 100 Milliliter entspricht 3,90 Euro pro Liter.
Kilogramm und Liter dürfen Sie dabei nicht einfach gleichsetzen. Kilogramm messen Gewicht, Liter messen Volumen. Wie viel ein Liter wiegt, hängt von der Dichte des Produkts ab. Öl, Milch, Sirup und Wasser wiegen bei gleichem Volumen nicht exakt gleich viel. Vergleichen Sie deshalb einen Preis pro Kilogramm nur mit einem anderen Preis pro Kilogramm. Dasselbe gilt für Literpreise. Eine Umrechnung zwischen Gewicht und Volumen ist nur mit verlässlichen Angaben zum jeweiligen Produkt sinnvoll.
Zwei Angebote richtig prüfen
Vergleichen Sie zunächst nur Produkte, die bei Produktart, Sorte, Verwendungszweck und Qualität wirklich zusammenpassen. Ein Bio-Produkt und ein konventionelles Produkt können zwar ähnliche Preise haben. Der Grundpreis beantwortet dann aber nur die Frage nach dem Preis pro Menge. Unterschiede bei Zutaten, Verarbeitung, Frische oder Zusammensetzung müssen Sie zusätzlich prüfen.
Ein Beispiel:
| Merkmal | Angebot A | Angebot B |
|---|---|---|
| Gesamtpreis | 1,99 € | 3,49 € |
| Füllmenge | 500 g | 1.000 g |
| Grundpreis | 3,98 €/kg | 3,49 €/kg |
| Bedarf im Haushalt | 500 g | 500 g, Rest bleibt übrig |
Nach dem Grundpreis ist Angebot B günstiger. Die größere Packung kostet pro Kilogramm weniger. Dafür müssen Sie 3,49 Euro auf einmal bezahlen und haben 500 Gramm übrig. Wenn Sie diese Restmenge bald verbrauchen, spricht der niedrigere Grundpreis für Angebot B. Wenn sie wahrscheinlich verdirbt oder liegen bleibt, kann Angebot A trotz des höheren Kilopreises besser passen.
Für die Prüfung reicht folgende Reihenfolge:
- Vergleichen Sie Produktart, Sorte, Qualität und Verwendungszweck.
- Lesen Sie den Gesamtpreis der einzelnen Packung ab.
- Prüfen Sie Füllmenge und Mengeneinheit.
- Kontrollieren Sie, ob der Grundpreis pro Kilogramm, 100 Gramm, Liter, 100 Milliliter oder einer anderen Einheit angegeben ist.
- Rechnen Sie die Einheiten bei Bedarf auf Kilogramm oder Liter um.
- Berücksichtigen Sie das Abtropfgewicht, wenn Flüssigkeit und feste Ware zusammen verkauft werden.
- Vergleichen Sie die Grundpreise.
- Prüfen Sie danach, wie viel der Packung Ihr Haushalt tatsächlich verbraucht.
Bei Wasch- und Reinigungsmitteln reicht der Preis pro Kilogramm oder Liter oft nicht aus. Wichtig sind dort häufig die Zahl der Anwendungen und die empfohlene Dosierung. Für Haushaltswaschmittel erlaubt § 5 Preisangabenverordnung unter bestimmten Voraussetzungen auch eine übliche Anwendung als Bezugsgröße. Achten Sie deshalb auf die Dosierangaben. Vergleichen Sie möglichst gleichartige Produkte mit ähnlicher Ergiebigkeit.
Abtropfgewicht richtig verwenden
Bei Bohnen, Mais, Obst in Sirup oder Fisch in Lake entspricht die Gesamtfüllmenge nicht immer der nutzbaren Lebensmittelmenge. Eine Dose mit 800 Gramm Inhalt kann zum Beispiel nur 480 Gramm feste Ware enthalten. Für den Vergleich zählt dann vor allem das Abtropfgewicht.
Beispiel:
- Dose A: 2,49 Euro, 480 Gramm Abtropfgewicht
- Dose B: 2,29 Euro, 400 Gramm Abtropfgewicht
So sieht die Berechnung aus:
- Dose A: 2,49 Euro ÷ 0,48 Kilogramm = 5,19 Euro pro Kilogramm
- Dose B: 2,29 Euro ÷ 0,4 Kilogramm = 5,73 Euro pro Kilogramm
Der Gesamtpreis von Dose A ist höher, ihr Preis bezogen auf die feste, nutzbare Menge jedoch niedriger. Nach § 5 Absatz 4 Preisangabenverordnung muss sich der Grundpreis bei Waren mit anzugebendem Abtropfgewicht auf dieses Gewicht beziehen.
Wann die kleinere Packung sinnvoller ist
Der niedrigere Grundpreis ist nur dann ein Vorteil, wenn Sie die zusätzliche Menge verwenden können. Prüfen Sie deshalb auch diese praktischen Punkte.
Bedarf: Kaufen Sie nur 500 Gramm für ein bestimmtes Rezept, bleibt bei einer 1-Kilogramm-Packung möglicherweise ein großer Rest. Gibt es dafür in absehbarer Zeit keine weitere Verwendung, ist der niedrigere Kilopreis allein kein ausreichendes Argument.
Budget: Eine Großpackung kann pro Kilogramm günstiger sein und trotzdem den höheren Zahlbetrag haben. Wenn Sie Ihre Ausgaben für den aktuellen Einkauf begrenzen müssen, zählt die Summe auf dem Preisschild. Der Grundpreis ersetzt keine Budgetplanung.
Lagerplatz: Große Packungen brauchen Platz im Vorratsschrank, Kühlschrank oder Gefrierfach. Je nach Produkt müssen Lebensmittel trocken, kühl, dunkel oder gut verschlossen lagern. Passt die Packung nicht sachgerecht in den vorhandenen Stauraum, verliert der Preisvorteil an praktischer Bedeutung.
Haltbarkeit und Verderb: Nach dem Öffnen gelten oft kürzere Haltbarkeitsbedingungen als für die ungeöffnete Packung. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist zwar kein automatisches Wegwerfdatum, bei empfindlichen Lebensmitteln mit Verbrauchsdatum gelten jedoch strengere Regeln. Frische, gekühlte oder schnell verderbliche Waren sollten Sie nur in einer Menge kaufen, die Sie realistisch rechtzeitig verbrauchen.
Abfall: Zu große Packungen und eine falsche Einkaufsplanung gehören zu den Gründen für Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten. Das Umweltbundesamt weist für 2023 insgesamt 10,9 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle entlang der Versorgungskette aus, rund 58 Prozent davon entfielen auf private Haushalte. Diese Zahl sagt nicht, dass eine bestimmte Großpackung automatisch mehr Abfall verursacht. Sie spricht aber dafür, die Kaufmenge am tatsächlichen Verbrauch auszurichten.
Produktqualität: Der Grundpreis misst den Preis pro Menge. Er bewertet weder Geschmack noch Zutaten, Frische, Verarbeitung, Ergiebigkeit oder Gebrauchstauglichkeit. Wenn zwei Produkte qualitativ unterschiedlich sind, ist der niedrigere Grundpreis keine vollständige Wertung. Bei Reinigungsmitteln kann eine kleinere Packung mit höherer Ergiebigkeit pro Anwendung günstiger sein, obwohl der Preis pro Liter höher ausfällt.
Zwei-Angebote-Arbeitsblatt
| Prüffeld | Angebot A | Angebot B |
|---|---|---|
| Produkt, Sorte und Verwendungszweck | ||
| Qualitäts- oder Inhaltsunterschiede | ||
| Gesamtpreis | ||
| Füllmenge | ||
| Abtropfgewicht, falls relevant | ||
| Grundpreis | ||
| Mengeneinheit | ||
| Nutzbare Menge für meinen Haushalt | ||
| Voraussichtlicher Verbrauchszeitraum | ||
| Geeigneter Lagerplatz vorhanden? | ||
| Risiko von Verderb oder Resten | ||
| Entscheidung |
Tragen Sie bei der nutzbaren Menge nicht einfach die gesamte Füllmenge ein. Bei einer Konserve kann das Abtropfgewicht entscheidend sein. Bei einem schnell verderblichen Produkt kann die praktisch nutzbare Menge kleiner sein, wenn Sie den Inhalt nicht rechtzeitig aufbrauchen. So verbinden Sie den gesetzlichen Mengenvergleich mit Ihrer tatsächlichen Haushaltsplanung.
So entscheiden Sie zwischen zwei Packungsgrößen
Der Grundpreis macht unterschiedliche Packungsgrößen vergleichbar. Lesen Sie dafür immer Gesamtpreis, Füllmenge, Bezugsmenge und gegebenenfalls Abtropfgewicht zusammen. Stimmen Kilogramm, Gramm, Liter oder Milliliter nicht überein, rechnen Sie beide Angebote in dieselbe Einheit um.
Wählen Sie die Packung mit dem niedrigeren Grundpreis nur, wenn Sie die Menge tatsächlich verbrauchen, bezahlen und richtig lagern können. Berücksichtigen Sie neben dem Grundpreis auch Bedarf, Qualität, Haltbarkeit sowie das Risiko für Reste oder Abfall.