Ein Heizkörperthermostat bestimmt, wie warm ein Raum ungefähr werden soll. Es regelt, wie viel warmes Heizwasser durch den Heizkörper fließt, und misst die Temperatur in seiner Umgebung. In der Heizperiode ist die richtige Bedienung wichtig: Räume sollen warm bleiben, beim Lüften aber nicht unnötig beheizt werden. Außerdem lässt sich so das Risiko von Feuchtigkeit an kalten Stellen begrenzen.

Die Zahlen auf dem Thermostat dienen nur als Orientierung. Skala, Modell, Raum, Heizkörper und Gebäude können sich unterscheiden. Stellen Sie die gewünschte Raumtemperatur ein. Drehen Sie das Thermostat beim kurzen Lüften herunter. Die höchste Stufe macht den Raum nicht automatisch schneller warm.

Thermostatstufen richtig einordnen

Bei vielen klassischen Thermostaten mit fünf Stufen entspricht Stufe 3 ungefähr 20 °C. Als grobe Orientierung gelten häufig folgende Werte:

Einstellung Ungefähre Raumtemperatur
Stufe 1 12 °C
Stufe 2 16 °C
Stufe 3 20 °C
Stufe 4 24 °C
Stufe 5 28 °C

Diese Zahlen gelten nicht überall genau. Manche Thermostate haben eine andere Einteilung oder zeigen direkt einen Temperaturbereich an, zum Beispiel von 16 bis 24 °C. Auch der Einbauort beeinflusst die Messung. Hinter einem Vorhang, einer Verkleidung oder direkt neben einem Möbelstück kann sich warme Luft stauen. Das Thermostat regelt dann möglicherweise früher herunter, obwohl der restliche Raum noch kühl ist.

Im Alltag können Sie sich an der gewünschten Raumtemperatur orientieren. Wohnräume sind häufig etwa 20 °C warm, Schlafzimmer eher 16 bis 18 °C. Wenig genutzte Räume sollten in der Heizperiode meist nicht stark auskühlen und ungefähr mindestens 16 °C behalten. In einem schlecht gedämmten Gebäude mit kalten Außenwänden kann eine höhere Einstellung nötig sein, während die Wärme in einem gut gedämmten Gebäude oft länger erhalten bleibt.

Wenn mehrere Heizkörper in einem Raum stehen, stellen Sie alle Thermostate auf dieselbe gewünschte Temperatur. So verteilt sich die Wärme gleichmäßiger. Halten Sie den Bereich vor dem Heizkörper frei. Vorhänge, Möbel und Heizkörperverkleidungen behindern die Wärmeverteilung und können die Messung am Thermostat verfälschen.

Warum Stufe 5 nicht schneller heizt

Ein Thermostat regelt die Zieltemperatur. Es ist kein Beschleunigungsschalter. Wenn Sie von Stufe 3 auf Stufe 5 drehen, verlangt ein übliches Modell eine deutlich höhere Raumtemperatur. Der Raum wird dadurch nicht automatisch schneller warm.

Ist der Raum deutlich kälter als die eingestellte Zieltemperatur, öffnet das Ventil ohnehin weiter. Dann fließt mehr warmes Heizwasser durch den Heizkörper. Wie schnell die Temperatur steigt, hängt unter anderem von der Heizkörpergröße, der Heizungsanlage, der Vorlauftemperatur, der Raumgröße, der Dämmung und der Außentemperatur ab. Die höchste Stufe ändert daran grundsätzlich nichts.

Wenn Sie etwa 20 °C erreichen möchten, reicht bei einem passenden Standardthermostat ungefähr Stufe 3. Auf Stufe 5 heizt das Thermostat weiter, bis eine deutlich höhere Temperatur erreicht ist, sofern Heizungsanlage und Gebäude das zulassen. Der Raum kann dadurch unnötig warm werden.

Eine niedrigere Raumtemperatur kann den Heizenergiebedarf senken. Wie stark, hängt vom Gebäude, vom Wetter, vom Heizsystem und von Ihrem bisherigen Heizverhalten ab. Eine feste Einsparung in Prozent oder Euro lässt sich aus einer Thermostatstufe nicht zuverlässig berechnen.

Programmierbare Thermostate bieten zusätzlich Zeitpläne und automatische Absenkungen. Wie viel sie bringen, hängt davon ab, ob Sie die Temperatur bisher regelmäßig von Hand gesenkt haben. Auch die Dämmung spielt eine Rolle. Lesen Sie deshalb die Bedienungsanleitung Ihres Modells, bevor Sie Zeitpläne oder Sonderfunktionen einrichten.

Lüften und Heizen koordinieren

Beim kurzen Stoß- oder Querlüften drehen Sie das Heizkörperthermostat herunter, bei vielen Modellen bis zum Frostschutz- oder Schließsymbol. Öffnen Sie das Fenster weit. Wenn möglich, öffnen Sie zusätzlich gegenüberliegende Fenster oder Türen, damit Durchzug entsteht. Schließen Sie das Fenster danach wieder und stellen Sie das Thermostat auf die gewünschte Raumtemperatur zurück.

Im Winter reichen bei niedrigen Außentemperaturen oder Wind oft etwa drei bis fünf Minuten. Im Frühjahr und Herbst kann der vollständige Luftaustausch etwa zehn bis 20 Minuten dauern. Eine feste Zeit gilt aber nicht für jede Wohnung. Außentemperatur, Wind, Fenster, Grundriss, Luftdichtheit des Gebäudes und Feuchtelast bestimmen, wie schnell die Raumluft ausgetauscht wird.

Lüften Sie möglichst sofort nach dem Duschen, Baden und Kochen. Auch morgens nach dem Aufstehen sollte das Schlafzimmer gelüftet werden. Beschlagene Fensterscheiben zeigen, dass die Feuchtigkeit erhöht ist. Dann sollten Sie stärker lüften. Ein Thermo-Hygrometer kann zusätzlich die relative Luftfeuchtigkeit anzeigen. Für ein behagliches Wohnklima gelten häufig etwa 18 bis 22 °C und 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit als Orientierung. Diese Werte schließen kritische Feuchtigkeit an kalten Oberflächen jedoch nicht aus.

Kurzes Stoßlüften und längeres Kipplüften erfordern unterschiedliche Entscheidungen. Beim kurzen vollständigen Luftaustausch wird das Thermostat heruntergedreht. So heizt der Heizkörper nicht gegen die kalte Außenluft. Nach dem Stoßlüften kann in besonderen Situationen ein längerer, gleichmäßiger Luftaustausch nötig sein, wenn Textilien, Bettdecken, Möbel oder Wandoberflächen Feuchtigkeit gespeichert haben. Dann sollte die Heizung nicht grundsätzlich vollständig ausgeschaltet werden. Eine kleine Heizstufe kann die Raumluft warm halten und dabei helfen, Feuchtigkeit aufzunehmen.

Halten Sie unterschiedlich beheizte Räume nach dem Lüften möglichst getrennt. Türen zwischen einem warmen Wohnraum und einem deutlich kälteren Raum bleiben besser geschlossen. Sonst kann warme, feuchte Luft in den kühleren Raum gelangen und dort an kalten Flächen kondensieren.

Typische Fehlannahmen

„Stufe 5 macht den Raum schneller warm.“
Sie erhöht vor allem die angestrebte Endtemperatur. Stellen Sie stattdessen die Temperatur ein, die Sie tatsächlich benötigen.

„Stufe 3 bedeutet in jeder Wohnung 20 °C.“
Die Werte unterscheiden sich je nach Thermostatmodell, Einbauort und Umgebung. Beobachten Sie, welche Raumtemperatur Ihre Einstellung tatsächlich ergibt, und beachten Sie die Herstellerangaben.

„Beim Lüften muss das Fenster immer exakt fünf Minuten offen bleiben.“
Die passende Dauer hängt von Wetter, Jahreszeit und Luftaustausch ab. Weit geöffnete Fenster sorgen meist schneller für einen vollständigen Luftwechsel als dauerhaft gekippte Fenster.

„Wenn das Thermostat auf Null steht, bleibt der Raum immer folgenlos kalt.“
In stark ausgekühlten Räumen kann sich an kalten Außenwänden und Wärmebrücken leichter Feuchtigkeit niederschlagen. In der Heizperiode sollten Wohn- und Schlafräume deshalb meist nicht unter etwa 16 bis 18 °C fallen. Bei einem ungünstigen Bauzustand kann mehr erforderlich sein.

„Richtiges Heizen und Lüften verhindert Schimmel sicher.“
Beides kann helfen, Feuchtigkeit zu begrenzen. Schimmel kann jedoch auch durch Wärmebrücken, kalte Außenwände, eindringende Bauteilfeuchte, unzureichende Dämmung oder Schäden an der Gebäudehülle entstehen. Selbst eine moderate Luftfeuchtigkeit in der Raummitte schließt erhöhte Feuchte an kalten Oberflächen nicht aus.

„Ein Thermostat regelt immer zuverlässig nach dem Fensteröffnen.“
Manche programmierbaren Modelle erkennen ein geöffnetes Fenster nur über einen schnellen Temperaturabfall. Die Heizung kann dann noch pausieren, obwohl das Fenster bereits geschlossen ist, oder bei geöffnetem Fenster wieder anlaufen. Ein separater Fensterkontakt kann das Öffnen und Schließen je nach System genauer erkennen. Welche Funktion vorhanden ist, steht in der Bedienungsanleitung.

Wenn sich ein Thermostat schwer bewegen lässt, der Heizkörper trotz gewünschter Wärme kalt bleibt, nach dem Herunterdrehen dauerhaft heiß bleibt oder überhaupt nicht auf die Einstellung reagiert, prüfen Sie zuerst die Anleitung des konkreten Geräts. In einer Mietwohnung informieren Sie die Vermietung oder Hausverwaltung. Bei unklaren technischen Problemen sollte ein qualifizierter Fachbetrieb die Ursache prüfen. Arbeiten an Ventilen, Rohren, Kessel, Anlagendruck oder elektrischen Bauteilen gehören nicht zur sicheren Bedienung am Thermostat.

Thermostat im Alltag einstellen

Stellen Sie das Thermostat auf die gewünschte Raumtemperatur. Die Skala dient dabei als Orientierung. Stufe 5 beschleunigt das Aufheizen nicht automatisch. Beim kurzen Stoß- oder Querlüften drehen Sie das Thermostat herunter. Schließen Sie danach das Fenster und stellen Sie die gewünschte Temperatur wieder ein.

Achten Sie außerdem auf Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und beschlagene Fenster. Bleibt ein Heizkörper dauerhaft kalt oder heiß oder reagiert das Thermostat auffällig, lesen Sie die Bedienungsanleitung oder wenden Sie sich an die Vermietung beziehungsweise qualifizierte Hilfe.