Preissuchmaschinen vergleichen Angebote von Händlern, berücksichtigen aber nicht immer alle Shops. Manchmal zeigen sie Preise, die der Händler nicht mehr verlangt. Suchen Sie nach genau dem passenden Produkt, vergleichen Sie den Gesamtpreis und nutzen Sie den Preisverlauf als Orientierung. Prüfen Sie das Angebot vor der Bestellung direkt beim Händler.
Filtern Sie zuerst nach dem richtigen Produkt
Ein günstiger Preis hilft nur, wenn das Angebot genau zu Ihrem Bedarf passt. Suchen Sie bei Geräten möglichst nach der vollständigen Modellbezeichnung oder Modellnummer. Bei ähnlichen Varianten zählen Merkmale wie Größe, Speicher, Farbe oder Ausstattung. Schon kleine Unterschiede können einen niedrigeren Preis erklären.
Wenn Sie noch kein konkretes Modell ausgewählt haben, überlegen Sie zuerst, welche Eigenschaften das Produkt mindestens haben muss. Suchen Sie etwa einen Monitor, filtern Sie nach der benötigten Bildschirmgröße und schließen Sie kleinere Modelle aus. So vergleichen Sie nur Produkte, die tatsächlich infrage kommen. Bei Kleidung sollte die Größe ebenfalls vor dem Preisvergleich feststehen, sofern das Portal einen passenden Filter anbietet.
Prüfen Sie die Produktbeschreibung des Händlers, wenn mehrere Varianten unter ähnlichen Namen erscheinen. Vergleichen Sie Modellnummer und Ausstattung mit dem Treffer in der Preissuchmaschine. Vergleichen Sie den Preis einer anderen Ausführung nicht mit dem Preis Ihres Wunschprodukts.
Vergleichen Sie den Gesamtpreis
Sortieren Sie nach dem Gesamtpreis, wenn das Portal diese Möglichkeit bietet. Fehlt sie, rechnen Sie den Warenpreis und die Versandkosten zusammen. Bevor Sie Angebote vergleichen, prüfen Sie beim Händler auch Lieferbedingungen und mögliche weitere Gebühren.
Ein Test der Deutschen Gesellschaft für Verbraucherstudien aus dem Jahr 2024 fand bei zehn untersuchten Preissuchmaschinen deutliche Unterschiede: Alle ließen sich nach Produktpreis sortieren, aber nur eine nach dem Gesamtpreis einschließlich Versand und weiterer Kosten. Ein Angebot ganz oben kann wegen hoher Versandkosten mehr kosten als ein Angebot weiter unten.
Die Händlerabdeckung variiert je nach Portal. Finanztip und die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien kamen in ihren Tests auch bei einzelnen Produktgruppen und Funktionen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die Tests ergeben keine Rangliste, die dauerhaft gilt: Für einen wichtigen Kauf lohnt sich ein zweiter Vergleich auf einem anderen Portal, besonders wenn die Trefferzahl klein ist oder der Preis ungewöhnlich niedrig erscheint.
Lesen Sie den Preisverlauf richtig
Der Preisverlauf zeigt, wie sich die Preise der vom Portal erfassten Angebote für ein Produkt entwickelt haben. Er hilft Ihnen einzuschätzen, ob der aktuelle Preis im Vergleich zu den vergangenen Monaten niedrig oder eher üblich ist. Er bildet jedoch nicht zwangsläufig den gesamten Markt ab. Händler, Angebote und Aktualisierungen unterscheiden sich von Portal zu Portal.
Achten Sie darauf, ob der Verlauf zur richtigen Produktvariante gehört. Ein einzelner plötzlicher Tiefpunkt ist weniger aussagekräftig als ein niedriger Preis, der über mehrere Tage bestehen bleibt. Finanztip weist darauf hin, dass fehlerhaft übermittelte oder dem falschen Produkt zugeordnete Preise Fehlalarme auslösen können. Prüfen Sie deshalb auch, ob der Händler den angezeigten Preis noch anbietet.
Einige Portale zeigen Preisentwicklungen bis zu zwölf Monate rückwirkend. Das kann den jüngsten Preis besser einordnen, macht den Verlauf aber nicht zu einem vollständigen Marktüberblick. Nutzen Sie ihn als Entscheidungshilfe und vergleichen Sie anschließend das konkrete Händlerangebot.
Setzen Sie einen sinnvollen Preisalarm
Ein Preisalarm ist hilfreich, wenn Sie nicht sofort kaufen müssen. Legen Sie vorher einen Zielpreis fest, bei dem Sie kaufen möchten. Die Benachrichtigung sagt nur, dass das Portal diesen Preis meldet. Prüfen Sie danach, ob die Produktvariante stimmt. Kontrollieren Sie anschließend Händler und Verfügbarkeit sowie den Gesamtpreis.
Ein Alarm sollte nicht allein den Kauf auslösen. Wenn Versandkosten den Preisvorteil aufheben oder das Angebot nur für eine andere Ausstattung gilt, ist der gemeldete Wunschpreis für Ihren Kauf nicht erreicht.
Prüfen Sie den 30-Tage-Referenzpreis
Bei einer angekündigten Preisermäßigung muss ein Händler in Deutschland grundsätzlich den niedrigsten Gesamtpreis angeben, den er in den vergangenen 30 Tagen verlangt hat. Es gibt gesetzliche Ausnahmen, etwa für bestimmte schnell verderbliche Waren und individuelle Preisermäßigungen.
Dieser Referenzpreis beantwortet eine andere Frage als der Preisverlauf einer Preissuchmaschine. Die gesetzliche Angabe bezieht sich auf den Preis des jeweiligen Händlers im festgelegten Zeitraum. Der Verlauf zeigt dagegen die vom Portal erfasste Preisentwicklung. Ein beworbener Rabatt allein belegt daher nicht, dass der aktuelle Preis im Vergleich zu den Angeboten anderer Händler günstig ist.
Gehen Sie vor der Bestellung so vor
- Legen Sie Ihre Anforderungen fest. Suchen Sie nach dem genauen Modell oder filtern Sie passende Varianten heraus.
- Vergleichen Sie Gesamtpreise einschließlich Versand und prüfen Sie Lieferbedingungen.
- Sehen Sie im Preisverlauf nach, ob ein niedriger Preis länger anhält oder nur als einzelner Ausschlag auftaucht.
- Öffnen Sie das Angebot beim Händler und kontrollieren Sie Preis, Verfügbarkeit und Produktdetails.
- Prüfen Sie bei einem unbekannten Händler auch Bewertungen und angebotene Zahlungsarten.
In einem Test der Deutschen Gesellschaft für Verbraucherstudien stimmten die Preise nicht bei allen untersuchten Angeboten mit dem später beim Händler angezeigten Preis überein. Beim bestplatzierten Portal fand der Test bei acht von 20 Produkten das günstigste Angebot. Das Ergebnis zeigt, warum ein Portalpreis eine gute Vorauswahl ermöglicht, aber die Kontrolle beim Händler nicht ersetzt.