Wer allein lebt und wenig Geld zur Verfügung hat, muss zuerst sehen, welche Ausgaben bezahlt werden und was danach übrig bleibt. Mit einem Haushaltsbudget vergleichen Sie Ihre Einnahmen mit Ihren Ausgaben. Die Budgetplanung richtet sich nach den tatsächlichen Kosten und kommt ohne komplizierte Prozentregeln aus.

Rechnen Sie mit verlässlichen Einnahmen, notieren Sie feste Rechnungen und teilen Sie das übrige Geld auf wenige Alltagsbereiche auf. So sehen Sie früh, ob das Monatsbudget eine Ausgabe deckt oder Geld fehlt.

Mit verlässlichem Einkommen rechnen

Planen Sie nur Geld ein, das regelmäßig eingeht. Dazu gehören zum Beispiel Lohn, Rente oder eine bewilligte Leistung. Unregelmäßige Einnahmen wie Geschenke oder eine gelegentliche Nachzahlung sollten Sie erst einplanen, wenn sie tatsächlich eingegangen sind.

Notieren Sie die monatlichen Einnahmen und ziehen Sie davon zuerst die festen und notwendigen Ausgaben ab. Den Rest brauchen Sie für veränderliche Alltagskosten und mögliche Rücklagen. Übersteigen die Ausgaben die Einnahmen bereits, sollten Sie früh prüfen, ob Ausgaben gekürzt werden können oder Unterstützung infrage kommt. Eine bessere Übersicht allein schließt die Lücke nicht.

Fixkosten zuerst erfassen

Beginnen Sie mit Miete und Nebenkosten. Ergänzen Sie Strom, Telefon und Internet sowie notwendige Versicherungen und feste Raten. Nehmen Sie auch planbare Fahrtkosten auf. Prüfen Sie dafür Kontoauszüge, Verträge und Rechnungen. So entdecken Sie auch regelmäßige Abbuchungen, die Sie im Alltag leicht übersehen.

Rechnungen, die nur jährlich oder halbjährlich anfallen, gehören ebenfalls ins Monatsbudget. Teilen Sie den Betrag durch die Zahl der Monate bis zur nächsten Zahlung und legen Sie den entsprechenden Anteil zurück. Dadurch müssen Sie die ganze Rechnung nicht aus einem einzigen Monatsbudget bezahlen.

Wohnen nimmt bei vielen Einpersonenhaushalten einen großen Teil der Ausgaben ein. Destatis zufolge entfielen 2023 bei Einpersonenhaushalten im Durchschnitt 42,6 Prozent der privaten Konsumausgaben auf Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung. Der Wert ist nur ein Vergleich. Er gibt nicht vor, wie viel Sie persönlich fürs Wohnen ausgeben sollten, denn Einkommen, Wohnort und Mietkosten sind verschieden. Die Statistik umfasst außerdem Konsumausgaben und nicht sämtliche finanziellen Verpflichtungen.

Variable Ausgaben einteilen

Teilen Sie das Geld nach den festen Kosten in wenige Kategorien für Ausgaben ein, die jeden Monat anders hoch ausfallen. Starten Sie zum Beispiel mit diesen Bereichen:

  • Lebensmittel und Haushaltsbedarf
  • Mobilität
  • Gesundheit und Körperpflege
  • Kleidung sowie persönliche Ausgaben
  • Freizeit und Essen außer Haus

Halten Sie Kartenzahlungen, Bargeldkäufe und kleine Einkäufe vollständig fest. Wenn eine Kategorie zu kleinteilig wird, fassen Sie ähnliche Ausgaben zusammen. Eine Übersicht, die Sie regelmäßig pflegen, hilft mehr als eine sehr genaue Aufteilung, die nach kurzer Zeit liegen bleibt.

Legen Sie für jede Kategorie höchstens so viel Geld fest, wie nach Abzug der festen Kosten übrig ist. Eine feste Sparquote passt nicht zu jeder knappen Haushaltslage. Bleibt am Monatsende Geld übrig, können Sie es für erwartbare Rechnungen, notwendige Anschaffungen oder einen Notfallpuffer zurücklegen. Wenn nichts übrig bleibt, ist das zunächst eine Information über den finanziellen Spielraum und kein persönliches Versagen.

Ausgaben jede Woche prüfen

Sammeln Sie Belege und notieren Sie Kartenzahlungen einmal pro Woche. Vergleichen Sie dabei nicht jede einzelne Ausgabe mit einem starren Limit. Prüfen Sie, ob die laufenden Kosten noch zum verfügbaren Monatsbetrag passen und welche Kategorie schneller wächst als geplant.

Teilen Sie den Betrag für veränderliche Ausgaben durch vier, um eine grobe Wochengrenze als Orientierung zu erhalten. Die Umrechnung ist nicht für jeden Monat genau. Gleichen Sie deshalb am Monatsende die Gesamtausgaben mit dem Monatsbudget ab. Wenn Sie eine Kategorie überschritten haben, suchen Sie zuerst nach dem konkreten Grund. Passen Sie den Plan dort an, wo eine Änderung realistisch ist.

Die wöchentliche Kontrolle muss nicht lange dauern. Ein fester Termin, etwa nach dem Wocheneinkauf, reicht vielen Menschen, um Belege einzutragen und den verbleibenden Betrag zu prüfen. Feste Kosten müssen Sie nur dann neu erfassen, wenn sich ein Vertrag, eine Rechnung oder Ihr Einkommen ändert.

Lebensmittel passend planen

Bei einem Einkauf für eine Person lohnt es sich, zuerst Vorräte und bereits geöffnete Lebensmittel zu prüfen. Planen Sie anschließend einige Mahlzeiten für die nächsten Tage und schreiben Sie nur die fehlenden Zutaten auf. Verderbliche Lebensmittel sollten Sie zuerst verwenden; Reste lassen sich für den nächsten Tag einplanen oder einfrieren.

Vergleichen Sie den Grundpreis, also den Preis pro Kilogramm, Liter oder Stück, und kaufen Sie größere Packungen nur, wenn Sie die Menge aufbrauchen können. Eine größere Packung ist kein Vorteil, wenn Lebensmittel verderben. Prüfen Sie außerdem den Kassenzettel und ersetzen Sie einzelne Produkte bei Bedarf durch preiswertere Alternativen. Planung kann unnötige Einkäufe verringern, garantiert aber keine bestimmte Ersparnis.

Bei einer Budgetlücke zuerst handeln

Wenn das Geld für Miete, Energie oder Lebensmittel nicht reicht, zahlen Sie diese Ausgaben zuerst. Verschieben Sie nicht einfach Zahlungen, ohne den Anbieter zu kontaktieren. Klären Sie früh, ob eine Ratenzahlung möglich ist, und prüfen Sie, ob Wohngeld oder andere staatliche Leistungen infrage kommen. Für eine Einschätzung wenden Sie sich an die zuständige Stelle, denn ein Anspruch hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.

Sind die festen Ausgaben bereits höher als die Einnahmen, überprüfen Sie kündbare Verträge und andere regelmäßige Kosten. Bleibt die Lücke bestehen oder wachsen Schulden, hilft eine kostenlose Schuldnerberatung bei den nächsten Schritten. Ein Haushaltsbuch macht die Zahlen sichtbar, ersetzt aber weder ausreichendes Einkommen noch notwendige Unterstützung.