Natron, Soda, Essig und Zitronensäure ersetzen die meisten Haushaltsreiniger. Sie kosten wenig, sind biologisch abbaubar und enthalten keine Duft- oder Konservierungsstoffe. Keines ist ein Universalreiniger. Jedes Mittel löst andere Verschmutzungen und greift andere Materialien an. Wer die Unterschiede kennt, kommt in Küche, Bad und Alltag ohne Spezialreiniger aus und schont empfindliche Oberflächen.

Die vier Hausmittel im Vergleich

Beim Reinigen wirken vier Dinge zusammen: die chemische Wirkung des Mittels, die Einwirkzeit, die Temperatur und die mechanische Arbeit. Hausmittel ersetzen die chemische Reinigung nicht vollständig. Sie verlagern die Arbeit auf Einwirkzeit, Temperatur und Muskelkraft. Wer mit Natron, Soda, Essig oder Zitronensäure arbeitet, muss mehr Zeit einplanen, warmes Wasser verwenden oder kräftiger schrubben. Bei den meisten Verschmutzungen ist das Ergebnis dasselbe.

Mittel Chemische Wirkung Am besten geeignet für Vorsicht bei
Natron Mildes Alkali, feines Schleifmittel, bindet Gerüche Eingebrannte Töpfe, Fugen, Gerüche in Kühlschrank und Teppich Glänzenden, empfindlichen Oberflächen, da es leicht kratzt
Soda Starkes Alkali, löst Fett und Eiweiß Fettige Küchenflächen, Wäsche, fettige Abflüsse Aluminium, empfindlicher Haut, Wolle und Seide
Essig Säure, löst Kalk und Seifenreste Armaturen, Duschkabine, Fenster, Entkalken Naturstein, Aluminium, Gummidichtungen
Zitronensäure Säure, löst Kalk Duschkabine, Wasserkocher, Kaffeemaschine, Toilette Naturstein, Aluminium, Emaille bei langer Einwirkzeit

Natron und Soda

Natron, chemisch Natriumhydrogencarbonat, ist das mildeste der vier Mittel. Es wirkt leicht alkalisch, neutralisiert Säuren und bindet Gerüche, ohne sie zu überdecken. Als feines Pulver hat es eine sanfte Schleifwirkung. Es löst eingebrannte Speisereste und hartnäckigen Schmutz, ohne die meisten Oberflächen zu verkratzen. Für eine Scheuerpaste mischen Sie Natron mit etwas Wasser zu einer dickflüssigen Paste. Tragen Sie sie auf die verschmutzte Stelle auf, lassen Sie sie kurz einwirken und reiben Sie dann mit einem Schwamm nach.

Soda, chemisch Natriumcarbonat, ist deutlich aggressiver als Natron. Es löst Fett und Eiweißrückstände, die Natron nicht schafft. Deshalb eignet es sich für stark verschmutzte Küchenflächen, Dunstabzugshauben und fettige Abflüsse. Ein Esslöffel Soda im Waschgang verstärkt die Reinigungswirkung des Waschmittels. Wegen der starken alkalischen Wirkung sollten Sie Soda nicht mit bloßen Händen anfassen und Handschuhe tragen. Auf Aluminium, Wolle und Seide richtet Soda Schäden an.

Essig und Zitronensäure

Essig und Zitronensäure lösen Kalk, Seifenreste und Urinstein, weil sie Säuren sind. Sie eignen sich für Armaturen, Duschkabinen, Wasserkocher, Kaffeemaschinen und Toiletten. Essig enthält etwa fünf Prozent Essigsäure. Essigessenz ist stärker konzentriert und muss vor der Anwendung verdünnt werden. Zitronensäure gibt es als Pulver, das Sie in Wasser auflösen.

Der praktische Unterschied liegt im Geruch. Essig riecht deutlich, Zitronensäure fast gar nicht. Für die Entkalkung von Geräten ist Zitronensäure daher angenehmer. Für Fenster und Spiegel greifen viele zu Essig, weil er Fett löst und streifenfrei trocknet. Für eine Glasreinigung mischen Sie einen Teil Essig mit drei Teilen Wasser und wischen mit einem trockenen Tuch nach.

Diese Materialien vertragen die Mittel nicht

Die größte Gefahr beim Putzen mit Hausmitteln ist nicht die Chemie, sondern die Materialschädigung. Säuren wie Essig und Zitronensäure ätzen Naturstein. Marmor, Kalkstein und manche Granitsorten bestehen aus kalkhaltigem Gestein. Die Säure greift das Gestein an und lässt es matt werden. Auf solchen Flächen verwenden Sie besser nur Wasser oder ein mildes Spülmittel.

Aluminium verträgt weder Säuren noch starke Laugen. Essig und Zitronensäure fressen die schützende Oxidschicht an, Soda greift das Metall direkt an. Aluminiumtöpfe, Fensterrahmen und Duschprofile reinigen Sie daher nur mit Wasser und Spülmittel. Gummidichtungen an Waschmaschine, Geschirrspüler und Fenstern werden durch Säuren mit der Zeit brüchig. Spülen Sie nach der Entkalkung gründlich mit klarem Wasser nach, damit keine Säurereste in den Dichtungen bleiben.

Achtung beim Mischen: Essig oder Zitronensäure dürfen Sie niemals mit chlorhaltigen Reinigern kombinieren. Dabei entsteht giftiges Chlorgas. Auch das Zusammenmischen von Säure und Soda bringt keinen stärkeren Reinigungseffekt. Die beiden heben sich gegenseitig auf.

Die Mittel in Küche, Bad und Alltag einsetzen

In der Küche löst eine Natron-Paste eingebrannte Töpfe und Backbleche. Verteilen Sie die Paste auf der verschmutzten Stelle, lassen Sie sie einwirken und reiben Sie mit einem Schwamm. Fettige Dunstabzugshauben und Spülen reinigen Sie mit einer Soda-Lösung aus einem Esslöffel Soda und einem Liter warmem Wasser. Kalk an Wasserhähnen und Spüle entfernen Sie, indem Sie ein mit Essig oder Zitronensäure getränktes Tuch um die betroffene Stelle wickeln und kurz einwirken lassen.

Im Bad löst Zitronensäure Kalk an Duschkabine, Armaturen und Toilette. Für die Toilette geben Sie zwei Esslöffel Zitronensäure ins Wasser, lassen sie über Nacht einwirken und bürsten dann. Natron eignet sich für Fugen und Fliesen. Schrubben Sie sie mit einer Paste aus Natron und Wasser und einer alten Zahnbürste. Essig hilft gegen Seifenreste an Duschwänden. Sprühen Sie die Fläche ein, warten Sie kurz und spülen Sie ab.

Im Alltag bindet eine offene Schale mit Natron im Kühlschrank Gerüche. Ein Esslöffel Natron im Waschgang neutralisiert Gerüche in der Wäsche und unterstützt das Waschmittel. Soda löst Fettflecken auf Arbeitskleidung. Weichen Sie das Kleidungsstück vor dem Waschen in einer Soda-Lösung ein. Für Teppiche streuen Sie Natron aus, lassen es einige Stunden einwirken und saugen es ab.