Viele Haushalte nutzen für fast jede Verschmutzung eine Flasche Allzweckreiniger. Die Stiftung Warentest hat 13 dieser Reiniger geprüft. Trotz Namen wie „Allzweck" oder „Universal" taugen sie nicht für jeden Zweck. Gegen Fett und Staub arbeiten sie zuverlässig. Gegen Stärke, Kalk und klebrigen Schmutz oft nicht.
Ob Allzweckreiniger, Scheuermittel oder Spezialreiniger die richtige Wahl ist, hängt von zwei Fragen ab: Welche Art von Schmutz liegt vor? Welche Oberfläche soll gereinigt werden? Wenn Sie diese beiden Punkte klären, brauchen Sie nur wenige Produkte und vermeiden Schäden an empfindlichen Materialien.
Was ein Allzweckreiniger kann
Allzweckreiniger eignen sich für leichte bis mittlere Verschmutzungen auf abwaschbaren Flächen. Sie lösen Fettfilme auf Küchenfronten, Staub auf Regalen und Fingerabdrücke an Türen. In der Prüfung der Stiftung Warentest entfernten die Mittel genau diese alltäglichen Verschmutzungen zuverlässig. Sobald der Schmutz angetrocknet, eingebrannt oder mineralisch ist, reichen die meisten Produkte nicht mehr aus.
Der Testsieger zeigt: Der Preis sagt nichts über die Qualität. Der günstige Domol Allzweckreiniger von Rossmann reinigte verdünnt und unverdünnt sehr gut. Sagrotan enttäuschte im Test und schnitt deutlich schlechter ab.
Im Labor ließen einige Reiniger hartnäckige Fett-Staub-Rückstände auf Fliesen zurück, darunter Ajax und Ecover. Unverdünnter Domol entfernte diesen Schmutz dagegen mühelos. Ein aggressives Mittel beschädigte im Test sogar Oberflächen. Deshalb sollten Sie das Etikett lesen: Herstellerhinweise zu Materialverträglichkeit und Dosierung haben Vorrang. Ein Test an einer unauffälligen Stelle schützt vor Schäden.
Wo Scheuermittel besser arbeiten
Scheuermittel arbeiten mit mechanischer Reibung. Feine Schleifpartikel aus Kreide, Quarz oder ähnlichen Mineralien lösen angebrannte Speisereste, eingetrocknete Flecken und hartnäckige Ablagerungen. Ein Allzweckreiniger kann solche Rückstände nur anlösen. Typische Einsatzorte sind emaillierte Herdplatten, Backbleche, Töpfe, Spülen und Keramikwaschbecken.
Diese Kraft hat ihren Preis: Abrieb. Scheuermittel zerkratzen glänzende, lackierte und beschichtete Flächen. Auf Glas, poliertem Edelstahl, Kunststoff, Acryl und Naturstein sind sie ungeeignet. Auch Ceranfelder werden durch Scheuermittel matt. Wenn Sie die Verträglichkeit nicht kennen, testen Sie das Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle.
Für sehr hartnäckige Verschmutzungen auf robustem Metall hilft zusätzlich Stahlwolle. Auf allen anderen Flächen nehmen Sie einen weichen Schwamm oder ein Mikrofasertuch. So greifen die Schleifpartikel die Oberfläche nicht unnötig stark an.
Wann Spezialreiniger besser helfen
Die Stiftung Warentest fand: Für Küche und Bad helfen andere Produkte besser als Allzweckreiniger. Der Grund liegt in der Art des Schmutzes. Allzweckreiniger scheitern an Kalk, Stärke und klebrigen Rückständen, weil ihre Reinigungsformel auf Fett und Staub ausgelegt ist. Spezialreiniger sind genau auf diese einzelnen Schmutzarten ausgelegt.
Säurehaltige Reiniger lösen Kalkflecken auf Armaturen, Duschkabinen und Fliesen. Geeignet sind ausgewiesene Kalklöser oder Hausmittel wie verdünnte Zitronensäure. Allzweckreiniger arbeiten meist alkalisch und lassen Kalk liegen.
Eingetrocknete Lebensmittel auf dem Herd oder in der Spüle enthalten Stärke und Eiweiß. Hier wirken Küchenreiniger oder ein Scheuermittel zuverlässiger. Glas und Spiegel reinigen Sie mit Glasreiniger, weil Allzweckreiniger Schlieren hinterlassen. Für eingebranntes Fett im Backrohr ist ein Ofenreiniger die passende Wahl. Er weicht die Verkrustungen auf, ohne dass Sie lange schrubben müssen.
Entscheidungsregel für den Alltag
Die Regel ist einfach: Bestimmen Sie zuerst die Art des Schmutzes, dann die Oberfläche. Der Allzweckreiniger entfernt Fett und Staub auf abwaschbaren Flächen. Kalk braucht Säure. Angebrannte Reste brauchen mechanische Kraft. Glas braucht einen schlierenfreien Reiniger.
- Fettfilm, Staub und Fingerabdrücke: Allzweckreiniger, verdünnt oder pur.
- Kalk auf Armaturen und Fliesen: Kalklöser oder Zitronensäure.
- Angebranntes in Topf und Backrohr: Scheuermittel oder Ofenreiniger.
- Glas und Spiegel: Glasreiniger oder Wasser mit etwas Essig.
Auch die Oberfläche entscheidet. Naturstein, lackiertes Holz, Aluminium und empfindliche Kunststoffe vertragen weder aggressive Chemie noch Scheuermittel. Im Test der Stiftung Warentest beschädigte ein aggressives Mittel Oberflächen. Deshalb gilt: Herstellerhinweise beachten, Dosierung einhalten und bei neuen Flächen zuerst eine unauffällige Stelle testen.