Nach dem Duschen beschlägt das Badezimmerfenster. An Glas und Rahmen bilden sich Wassertropfen. Das ist Kondenswasser: Warme, feuchte Luft trifft auf die kalte Fensterscheibe, kühlt ab und gibt die Feuchtigkeit als Wasser ab. Bleibt das Wasser liegen, bildet sich mit der Zeit Schimmel an Fenstern, Fugen und Wänden.

Die Tropfen entfernen Sie schnell: Öffnen Sie das Fenster sofort weit und wischen Sie Glas und Rahmen trocken. Dauerhaft vermeiden Sie das Beschlagen, wenn Sie das Bad regelmäßig lüften, richtig heizen und die Luftfeuchtigkeit im Blick behalten.

Warum das Fenster beschlägt

Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte. Beim Duschen und Baden gelangt viel Wasserdampf in die Raumluft. Trifft diese feuchte Luft auf die kalte Scheibe, kühlt sie ab. Der überschüssige Wasserdampf schlägt sich als Tropfen nieder. Je feuchter die Luft ist, desto mehr Kondenswasser entsteht. Im Badezimmer ist das Problem deshalb größer als in anderen Räumen. Hier verdunsten bei jeder Dusche große Mengen Wasser.

Bleibt die Feuchtigkeit dauerhaft in der Luft oder an den Oberflächen, steigt das Schimmelrisiko. Schimmel im Bad ist gesundheitlich bedenklich und kann die Bausubstanz schädigen. Als Orientierung gelten eine Raumtemperatur von 20 bis 23 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 30 bis maximal 45 Prozent. Ein Hygrometer ist ein kleines Gerät zur Messung der Luftfeuchtigkeit. Damit sehen Sie, ob die Werte im Rahmen liegen. Auch am Dachfenster zeigt sich Kondenswasser, wenn die Luftfeuchtigkeit im Bad zu hoch ist. Steigt sie nach dem Duschen deutlich über 45 Prozent, ist das ein Zeichen, dass Sie lüften und Oberflächen abtrocknen sollten.

Nach dem Duschen das Fenster weit öffnen

Der wichtigste Schritt ist der einfachste: Öffnen Sie das Fenster direkt nach dem Duschen ganz weit. Beim Stoßlüften strömt die feuchte Luft schnell nach draußen, und frische, trockenere Luft zieht nach. Ein gekipptes Fenster reicht dafür nicht, weil nur ein schmaler Spalt geöffnet ist und der Luftaustausch zu langsam läuft. Haben Sie ein zweites Fenster im Bad oder eine Tür zum Balkon, öffnen Sie auch diese, damit Durchzug entsteht. Das Querlüften transportiert die Feuchtigkeit deutlich schneller nach draußen.

Lüften Sie nach jedem Duschen und Baden und zusätzlich mehrfach am Tag. Ein kompletter Luftaustausch alle zwei Stunden ist ein guter Richtwert. Im Winter lüften Sie kürzer und achten darauf, dass die Heizung richtig eingestellt ist. In einem beheizten Bad trocknet die Luft schneller, weil warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte. Ein ausgekühltes Bad beschlägt dagegen schneller und bleibt länger feucht.

Kondenswasser schnell entfernen

Lüften allein entfernt das Wasser nicht, das sich bereits auf der Scheibe gesammelt hat. Um es schnell wegzubekommen, ziehen Sie das Glas mit einem Abzieher oder einem trockenen Mikrofasertuch von oben nach unten ab. Danach wischen Sie den Fensterrahmen und die Fensterbank trocken, denn dort sammelt sich das Wasser und kann in Dichtungen und Fugen laufen. Wringen Sie das Tuch regelmäßig aus, sonst verteilen Sie die Feuchtigkeit nur.

Wischen Sie das Wasser möglichst ab, bevor es an der Scheibe herunterläuft und auf Rahmen oder Wand tropft. Gerade im Winter ist der Temperaturunterschied zwischen warmem Raum und kalter Scheibe groß. Dadurch bildet sich mehr Kondenswasser, und das Fenster bleibt länger nass. Ein kurzes Abziehen nach jeder Dusche hält Glas und Rahmen trocken. Vergessen Sie dabei die Dichtungen und die untere Rahmenkante nicht. Dort bleibt Feuchtigkeit am längsten liegen und begünstigt mit der Zeit Schimmel an Rahmen und Mauerwerk.

Feuchtigkeit im Bad senken

Neben dem Lüften können Sie die Menge an Feuchtigkeit reduzieren, die überhaupt in die Luft gelangt. Wischen Sie nach dem Duschen die Fliesen und den Wannenrand mit einem Abzieher oder Tuch ab. Damit entfernen Sie einen großen Teil des Wassers, das sonst verdunsten würde. Auch eine nasse Duschtasse oder ein nasser Boden trocknen schneller, wenn Sie sie kurz abziehen.

In Bädern ohne Fenster ist ein Abluftventilator die einzige zuverlässige Möglichkeit, Feuchtigkeit abzuführen. Schalten Sie ihn während und nach dem Duschen ein und lassen Sie ihn laufen, bis die Luft wieder trocken ist. Auch mit Fenster kann ein Ventilator das Lüften unterstützen, ersetzt es aber nicht.

Ein Hygrometer hilft Ihnen, die Luftfeuchtigkeit im Zielbereich von 30 bis 45 Prozent zu halten. Bleiben die Werte trotz regelmäßigen Lüftens hoch, hilft ein Luftentfeuchter. Auch Pflanzen können die Luftqualität im Bad verbessern. Sie ersetzen das Lüften aber nicht.