Google Trends zeigt, wie oft ein Begriff bei Google gesucht wird, wie sich die Nachfrage über die Zeit verändert und in welchen Regionen sie besonders hoch ist. Die Werte sind relativ: Das Tool liefert Kurven und Vergleiche, keine Gesamtzahl der Suchanfragen. Für Content-Planung, Produktideen und Marktbeobachtung sind diese Kurven nützlich, wenn Sie die Begriffe richtig eingeben und die Ergebnisse richtig einordnen.

Die meisten Auswertungen scheitern an drei Stellen: der Eingabe der Begriffe, dem Aufbau von Vergleichen und der Interpretation der Kurven. Wer diese beachtet, erhält aus Google Trends verlässliche Entscheidungshilfen.

Was Google Trends zeigt

Die Startseite von Google Trends zeigt das weltweite Suchinteresse der vergangenen 24 Stunden. Sie macht sichtbar, was gerade viele Menschen beschäftigt, etwa nach einem großen Nachrichtenereignis. Für eine stabile Datenbasis reicht diese Tagesansicht allein nicht. Ein kurzer Anstieg innerhalb von 24 Stunden kann auf eine Nachricht zurückgehen, ohne dass dahinter ein längerfristiges Interesse steht.

Google Trends wertet eine Stichprobe der Suchanfragen aus und normiert die Werte auf eine relative Skala. Der höchste Punkt im gewählten Zeitraum erhält den höchsten Wert, alle anderen Werte werden dazu ins Verhältnis gesetzt. Ein Wert von 50 bedeutet also halb so viel Interesse wie der Höchstwert, nicht eine bestimmte Anzahl von Suchanfragen. Für Vergleiche zwischen Begriffen, Regionen und Zeiträumen reicht diese relative Darstellung aus. Nachrichtenredaktionen, gemeinnützige Organisationen und Unternehmen nutzen das Tool, um zu verstehen, wonach ihre Zielgruppe sucht.

Suchbegriffe richtig eingeben

Der häufigste Fehler bei Google Trends ist, dass Sie Begriffe uneinheitlich eingeben. Das Tool wertet Tippfehler, Schreibvarianten, Synonyme sowie Singular- und Pluralformen in der Regel nicht gemeinsam aus. Wer „Fahrrad“ mit „Fahrräder“ vergleicht, sieht zwei getrennte Kurven für dasselbe Produkt. Entscheiden Sie sich deshalb vor jeder Suche für eine Schreibweise und verwenden Sie sie in allen Vergleichsgruppen. Bei Markennamen orientieren Sie sich an der Schreibweise, die Ihre Zielgruppe tatsächlich verwendet.

Um Begriffe zu vergleichen, suchen Sie zuerst nach dem ersten Begriff, etwa „java“. Im Eingabefeld für weitere Begriffe ergänzen Sie einen zweiten Begriff wie „coffee“. Nicht benötigte Begriffe entfernen Sie über das Menü neben dem jeweiligen Eintrag. So entsteht eine Vergleichsgruppe, in der die Kurven direkt nebeneinander liegen.

Die Größe solcher Vergleichsgruppen ist begrenzt. Die klassische Explore-Ansicht, also die normale Vergleichsansicht, unterstützt fünf Gruppen mit jeweils bis zu 25 Begriffen. Die erweiterte Ansicht für Echtzeit-Vergleiche über verschiedene Sprachen hinweg erlaubt acht Gruppen mit jeweils bis zu 50 Begriffen. Wenn Sie viele Schreibvarianten oder gleichzeitig mehrere Sprachen berücksichtigen möchten, nutzen Sie die erweiterte Ansicht.

Sprachübergreifende Vergleiche anlegen

Bei nicht-lateinischen Schriften verhält sich Google Trends anders. Wer das japanische Wort ねこ eingibt, erhält Daten aus Ländern und Regionen, die diese Zeichen nutzen. Die Kurve zeigt dann nur die Suchanfragen, die diese Zeichen enthalten. Ein direkter Vergleich mit einem lateinisch geschriebenen Begriff hält die Suchräume getrennt, statt das gemeinsame Interesse zu zeigen.

Für einen sprachübergreifenden Vergleich kombinieren Sie die Begriffe mit einem Pluszeichen, zum Beispiel ねこ + cat. Mit dem Pluszeichen führen Sie beide Schreibweisen zu einer gemeinsamen Kurve zusammen. Nach dem gleichen Muster lassen sich weitere Sprachpaare aufbauen, etwa wenn Ihre Zielgruppe in mehreren Sprachen sucht.

Standortvergleiche einbauen

Google Trends bietet neben dem Begriffsvergleich auch einen Standortvergleich. Nach einer Suche wie „hamburger“ ergänzen Sie im Vergleichsbereich einen Standortvergleich und sehen, in welchen Ländern oder Regionen der Begriff besonders stark gesucht wird. Für lokale Angebote ist das nützlich: Sie prüfen damit, ob ein Begriff nur in einer bestimmten Region relevant ist oder überregional nachgefragt wird.

Suchdaten richtig interpretieren

Die wichtigste Regel bei der Interpretation: Trennen Sie kurzfristige Bewegung von langfristigen Mustern. Die 24-Stunden-Ansicht auf der Startseite zeigt Spitzen, die oft auf Nachrichten zurückgehen. In der Explore-Ansicht stellen Sie den Zeitraum auf mehrere Monate oder Jahre um und sehen, ob ein Anstieg sich hält oder nur eine einmalige Spitze war.

Vergleichen Sie Begriffe nur bei identischem Zeitraum und identischer Region. Die relative Skala bezieht sich jeweils auf den gewählten Zeitraum. Auswertungen mit unterschiedlichen Einstellungen sind nicht direkt vergleichbar. Wenn Sie die Kurven für eigene Begriffe mit verwandten Suchbegriffen gegenüberstellen, sehen Sie, wonach Ihre Zielgruppe gerade Antworten sucht. Daraus lässt sich eine Content-Strategie entwickeln und die Ansprache der Zielgruppe genauer ausrichten.