Der Frühjahrsputz ist der große Putz nach dem Winter. Die meisten Haushalte planen ihn einmal im Jahr zwischen Februar und April.

Wer den Putz mit klaren Schritten, Prioritäten und einem realistischen Zeitplan angeht, erledigt mehr und bleibt motiviert. Zuerst ausmisten, dann putzen: Ordnung vor der Reinigung spart Arbeit und zeigt, was wirklich gepflegt werden muss.

Zeitpunkt und Ablauf planen

Der klassische Frühjahrsputz findet nach dem Ende der Heizperiode statt, wenn die ersten stabilen milden Frühlingswochen beginnen. Dann können Sie Fenster weit öffnen, ohne dass die Wohnung auskühlt, und die getrocknete Heizungsluft weicht frischer Außenluft. Wählen Sie einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen und verteilen Sie die Arbeit auf mehrere kurze Einheiten von zwei bis drei Stunden, statt alles an einem Tag zu erledigen.

Erstellen Sie vorab eine Liste aller Räume und notieren Sie, welche Arbeiten dort anstehen. Priorisieren Sie nach Nutzungshäufigkeit: Küche und Bad zuerst, dann Schlafzimmer und Wohnzimmer, zuletzt Abstellkammer und Keller. Planen Sie Puffer ein, denn manche Aufgaben wie das Waschen von Gardinen oder das Entkalken von Geräten brauchen Zeit zum Trocknen oder Einwirken.

Erst ausmisten, dann putzen

Bevor Sie Regale, Schränke und Ablagen reinigen, sortieren Sie deren Inhalt. Räumen Sie alles aus einem Bereich heraus und legen Sie es auf eine freie Fläche. Entscheiden Sie für jedes Stück nach einer festen Regel: Habe ich es im letzten Jahr benutzt? Habe ich es doppelt? Würde ich es heute noch kaufen? Was Sie mit Nein beantworten, gehört in eine von vier Kisten: behalten, wegwerfen, spenden oder verkaufen.

Die Vier-Kisten-Methode verhindert, dass Sie beim Aussortieren ins Grübeln geraten. Die Kiste „behalten" kommt zurück in den Schrank, die anderen drei verlassen den Raum direkt nach dem Sortieren. Stellen Sie die Spendenkiste ins Auto oder an die Haustür, damit sie nicht wochenlang im Weg steht. Für den Verkauf von gut erhaltenen Möbeln oder Elektrogeräten lohnen sich Online-Kleinanzeigen, für Kleidung und Hausrat sind Sozialkaufhäuser und Altkleidercontainer die einfachere Lösung.

Raum für Raum vorgehen

Die Raum-für-Raum-Checkliste hilft, nichts zu übersehen und die Arbeit in überschaubare Abschnitte zu teilen. Beginnen Sie immer oben, also an Decken, Lampen und oberen Schrankfächern, und arbeiten Sie sich nach unten vor, damit herunterfallender Staub nicht bereits geputzte Flächen wieder verschmutzt.

In der Küche gehören der Kühlschrank, der Backofen, die Dunstabzugshaube und die Oberschränke zu den Stationen. Räumen Sie den Kühlschrank vollständig aus, werfen Sie Abgelaufenes weg und wischen Sie die Fächer mit warmem Wasser und etwas Spülmittel aus. Die Dunstabzugshaube sammelt über den Winter Fett und Staub. Reinigen Sie die Filter nach Herstellerangabe, meist reicht ein Spülbad mit heißem Wasser und Entfetter.

Im Bad sind Fugen, Armaturen und die Bereiche hinter der Toilette und unter dem Waschbecken zu reinigen. Schimmel an Silikonfugen entfernen Sie mit einer Paste aus Natron und Wasser, die Sie einwirken lassen und dann mit einer weichen Bürste abreiben. Bei hartnäckigem Schimmel hilft eine handelsübliche Chlorlösung, tragen Sie dabei Handschuhe und lüften Sie gut. Kontrollieren Sie die Fugen nach der Reinigung auf Risse, denn beschädigtes Silikon sollten Sie erneuern, bevor sich Feuchtigkeit darunter setzt.

Im Schlafzimmer ist der Kleiderschrank die größte Aufgabe. Sortieren Sie Kleidung nach der Vier-Kisten-Methode, waschen Sie Winterjacken und dicke Pullover, bevor Sie sie einlagern, und legen Sie Mottenschutzmittel wie Zedernholz oder Lavendelsäckchen dazu. Drehen Sie die Matratze, saugen Sie sie ab und lüften Sie das Bettzeug ausgiebig.

Im Wohnzimmer gehören Regale, Elektronik und Polstermöbel auf die Liste. Wischen Sie Bücher und Deko ab, entstauben Sie die Rückwände der Möbel und saugen Sie Sofa und Sessel mit der Polsterdüse. Bei abnehmbaren Bezügen lohnt sich ein Waschgang, bei Lederpolstern genügt ein feuchtes Tuch mit mildem Lederpflegemittel.

Abstellkammer und Keller sammeln oft den meisten Staub. Arbeiten Sie hier zügig und entscheiden Sie radikal: Was seit zwei Jahren nicht gebraucht wurde, wandert in die Spenden- oder Wegwerfkiste. Prüfen Sie gleichzeitig auf Feuchtigkeit und Schimmel, denn Keller und Abstellräume sind anfällig für Kondenswasser, besonders nach dem Winter.

Salzränder, Ruß und Kondenswasser entfernen

Der Winter hinterlässt typische Spuren, die beim normalen Wischen oft übersehen werden. Salzränder an Schuhen und Fußböden im Eingangsbereich lösen Sie mit lauwarmem Wasser und einem Schuss Essig, bei Fliesen hilft auch eine Zitronensäurelösung. Ruß und Schmutz von Heizungen setzen sich auf Fensterbänken und an Heizkörpern ab. Wischen Sie diese Flächen mit einem feuchten Mikrofasertuch ab und saugen Sie die Heizkörper von innen.

Kondenswasser an Fenstern hinterlässt im Winter Kalkränder und manchmal schwarze Schimmelflecken am Rahmen. Reinigen Sie die Rahmen mit Essigwasser und trocknen Sie die Dichtungen gründlich, denn feuchte Dichtungen sind die häufigste Ursache für Schimmel im Fensterbereich. Gardinen und Vorhänge gehören in die Waschmaschine, sofern das Pflegeetikett es erlaubt, und können bei milder Witterung direkt an der frischen Luft trocknen.

Nachhaltig putzen und entsorgen

Für den Frühjahrsputz brauchen Sie keine Spezialreiniger für jeden Zweck. Essig, Zitronensäure, Natron und Kernseife ersetzen die meisten chemischen Mittel: Essigwasser reinigt Fenster und Armaturen, Zitronensäure entkalkt Wasserkocher und Kaffeemaschine, Natron neutralisiert Gerüche in Kühlschrank und Abfluss. Mikrofasertücher und ein Wischmopp mit auswringbarem Kopf reichen als Grundausstattung, Altkleider und ausgediente Baumwolltücher ersetzen Papierküchenrolle.

Beim Entsorgen gilt: Was noch brauchbar ist, gehört nicht in den Restmüll. Funktionierende Elektrokleingeräte nehmen Wertstoffhöfe und manche Supermärkte zurück, Bücher können Sie an Bibliotheken oder Sozialkaufhäuser spenden, und alte Handtücher eignen sich als Putzlappen für die nächsten Monate. Prüfen Sie vor dem Wegwerfen, ob Ihre Gemeinde eine Sperrmüllabholung anbietet, bei der Sie größere Möbel kostenlos oder gegen geringe Gebühr abholen lassen können.

Wann Profis helfen

Manche Aufgaben gehören nicht in den eigenen Frühjahrsputz. Wenn Sie Schimmel auf einer Fläche von mehr als einem halben Quadratmeter entdecken, sollten Sie einen Fachbetrieb hinzuziehen, denn die Ursache liegt dann meist in der Bausubstanz und nicht an der Oberfläche. Auch bei einem bevorstehenden Umzug lohnt sich die Hilfe einer Entrümpelungsfirma, die den Hausrat sortiert, abtransportiert und verwertet, statt dass Sie wochenlang mit dem Aussortieren beschäftigt sind.

Wer körperlich eingeschränkt ist oder allein in einer großen Wohnung lebt, kann für einzelne Aufgaben wie Fensterputzen oder Teppichreinigung einen Reinigungsdienst engagieren. Das ist sinnvoll, wenn der eigene Aufwand die Gesundheit gefährdet oder die Arbeit sonst liegen bleibt.