Täglich kochen hinterlässt Keime und Fettreste auf Arbeitsflächen, in der Spüle und an den Griffen von Schränken und Geräten. Bleiben diese Rückstände liegen, vermehren sich Bakterien bei Zimmertemperatur schnell und gehen auf Lebensmittel über.

Eine feste tägliche Routine hält die Küche gepflegt und beugt Lebensmittelvergiftungen vor. Wer nach jedem Kochen zehn Minuten einplant, spart sich das große Putzen am Wochenende und verhindert hartnäckige Verschmutzungen.

Nach jedem Kochen aufräumen

Räumen Sie direkt nach dem Essen auf, solange Fett und Speisereste noch frisch sind. Eingetrocknete Soßen und angebrannte Töpfe lassen sich nur mit deutlich mehr Kraft und Reinigungsmittel entfernen. Führen Sie eine feste Reihenfolge ein, die Sie jeden Abend durchgehen. Zuerst kommen die Reste in den Müll oder Biomüll, dann spülen Sie das Geschirr oder räumen es in die Spülmaschine. Anschließend wischen Sie die Arbeitsflächen ab und reinigen zuletzt das Spülbecken. Diese Abfolge verhindert, dass Sie bereits gespültes Geschirr erneut mit Schmutzpartikeln in Berührung bringen.

Ein Abwaschschwamm oder eine Spülbürste reicht für den täglichen Bedarf. Wringen Sie den Schwamm nach der Benutzung aus und legen Sie ihn an einem trockenen Ort ab, damit er nicht dauerhaft feucht bleibt. Feuchte Schwämme sind ein idealer Nährboden für Bakterien. Wechseln Sie den Schwamm mindestens einmal pro Woche oder wenn er unangenehm riecht. Wer eine Spülmaschine besitzt, sollte sie nicht erst befüllen, wenn sie überquillt. Ein täglicher Spülgang bei normaler Temperatur hält Geschirr und Maschine sauber und verhindert, dass Essensreste antrocknen.

Arbeitsflächen und Schneidebretter reinigen

Die Arbeitsfläche ist die Fläche, auf der Sie Lebensmittel vorbereiten. Hier gilt: warmes Wasser und ein Spülmittel reichen für den Alltag. Nach der Zubereitung von rohem Fleisch, Fisch oder Geflügel sollten Sie die Fläche zusätzlich mit einem Desinfektionsreiniger behandeln oder kurz mit kochendem Wasser übergießen. Rohe tierische Produkte können Krankheitserreger wie Salmonellen oder Campylobacter hinterlassen, die auf andere Lebensmittel oder Ihre Hände übergehen.

Schneidebretter brauchen eine eigene Behandlung. Holzbretter nehmen Flüssigkeiten auf und sollten nach der Benutzung mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt und anschließend gut getrocknet werden. Kunststoffbretter vertragen auch die Spülmaschine. Bewährt hat sich, zwei Bretter zu verwenden: eines für rohes Fleisch und Fisch, ein anderes für Gemüse, Obst und Brot. So vermeiden Sie, dass Keime vom rohen Fleisch auf Lebensmittel gelangen, die Sie roh verzehren.

Die Spüle als Keimquelle

Gleich nach der Toilette ist das Spülbecken der Ort im Haushalt mit den meisten Bakterien. Hier landen Reste von rohem Fleisch, Gemüseschalen und schmutziges Spülwasser. Reinigen Sie die Spüle daher jeden Abend mit einem Spülmittel und einer Bürste oder einem Schwamm. Achten Sie besonders auf den Rand und den Bereich um den Abfluss, wo sich Speisereste festsetzen. Einmal pro Woche können Sie den Abfluss mit einer Mischung aus Backpulver und Essig oder einem handelsüblichen Abflussreiniger behandeln, um Gerüche und Ablagerungen zu vermeiden.

Auch der Wasserhahn gehört zur täglichen Reinigung. Sie fassen ihn mit schmutzigen Händen an, wenn Sie während des Kochens Wasser brauchen. Wischen Sie Griff und Auslauf abends mit einem feuchten Tuch ab. Das verhindert, dass sich Keime über den Hahn auf sauberes Geschirr oder Lebensmittel übertragen.

Mikrowelle, Herd und Kühlschrank reinigen

Mikrowelle, Herd und Kühlschrank werden regelmäßig benutzt, aber nicht immer regelmäßig gereinigt. Wischen Sie die Mikrowelle nach jedem Gebrauch kurz aus, solange Speisereste noch weich sind. Hartnäckige Verschmutzungen lösen Sie, indem Sie eine Tasse Wasser für zwei Minuten bei hoher Leistung erhitzen. Der entstehende Dampf weicht die Rückstände auf, danach lassen sie sich mit einem Tuch abwischen.

Der Herd braucht je nach Modell eine unterschiedliche Pflege. Ceranfelder reinigen Sie am besten mit einem speziellen Ceranfeldschaber für eingebrannte Reste und anschließend mit einem feuchten Tuch. Gasherde mit Rosten und Brennern sollten Sie regelmäßig abnehmen und in warmem Spülwasser einweichen. Wischen Sie die Herdoberfläche nach jedem Kochen ab, solange sie noch handwarm ist. Fett, das über Nacht eintrocknet, wird sonst zur hartnäckigen Kruste.

Im Kühlschrank sammeln sich Flüssigkeiten von Verpackungen und vergessene Reste. Kontrollieren Sie einmal pro Woche, ob abgelaufene Lebensmittel darin liegen, und wischen Sie verschmutzte Fächer sofort aus. Eine gründliche Reinigung mit warmem Wasser und etwas Spülmittel reicht; spezielle Reiniger müssen Sie nicht verwenden. Achten Sie darauf, dass der Kühlschrank nach der Reinigung gut trocken ist, bevor Sie die Lebensmittel zurückstellen.

Rohes und Gegartes trennen

Die tägliche Reinigung der Küche schützt nur dann zuverlässig, wenn Sie auch bei der Zubereitung auf Hygiene achten. Rohes Fleisch, Geflügel und Fisch sollten Sie nicht auf derselben Fläche schneiden wie Gemüse, das Sie roh essen. Nutzen Sie getrennte Bretter und Messer oder waschen Sie das Brett gründlich, bevor Sie die nächste Zutat verarbeiten. Nach dem Anfassen roher tierischer Produkte waschen Sie sich mit Seife die Hände, bevor Sie andere Lebensmittel oder Küchenutensilien berühren.

Auch das Auftauen gehört zur Lebensmittelhygiene. Tauen Sie Fleisch und Fisch nicht bei Zimmertemperatur auf, sondern im Kühlschrank oder in kaltem Wasser. Beim Auftauen im Kühlschrank tropft Flüssigkeit ab, die Keime enthalten kann. Stellen Sie das Gefäß auf einen Teller oder in eine Schüssel und reinigen Sie die Stelle danach gründlich. Tauen Sie Lebensmittel in der Mikrowelle auf, erhitzen Sie sie direkt im Anschluss vollständig.

Hände waschen und Handtücher wechseln

Ihre Hände sind das wichtigste Werkzeug in der Küche. Waschen Sie sie vor dem Kochen, nach dem Anfassen roher Lebensmittel, nach dem Husten oder Niesen und nach dem Toilettengang mit warmem Wasser und Seife. Das dauert etwa so lange, wie zweimal "Happy Birthday" zu summen. Trocknen Sie die Hände mit einem sauberen Handtuch oder Einmalpapier ab.

Küchenhandtücher und Geschirrtücher sind ein häufig unterschätzter Keimherd. Sie werden feucht, hängen in der warmen Küche und werden immer wieder benutzt. Wechseln Sie Geschirrtücher alle zwei bis drei Tage, bei starker Nutzung auch täglich. Waschen Sie sie bei hoher Temperatur, um Bakterien abzutöten. Ein feuchtes Handtuch, das nach Schimmel riecht, gehört sofort in die Wäsche, auch wenn es erst einen Tag benutzt wurde.

Was täglich, was wöchentlich

Nicht alles muss jeden Tag gereinigt werden. Eine sinnvolle Aufteilung spart Zeit und sorgt trotzdem für eine hygienische Küche. Täglich reichen das Abwaschen oder Einräumen der Spülmaschine, das Abwischen der Arbeitsflächen und des Herds sowie die Reinigung der Spüle. Auch der Fußboden sollte nach dem Kochen kurz gefegt werden, damit keine Krümel und Fettspritzer liegen bleiben.

Einmal pro Woche nehmen Sie sich die größeren Aufgaben vor: Kühlschrank auswischen, Backofen reinigen, Spülmaschine entkalken oder mit einem Maschinenreiniger durchlaufen lassen, Schrankgriffe und Lichtschalter abwischen und den Fußboden gründlich wischen. Wenn Sie diese Aufgaben an einen festen Wochentag legen, etwa samstags vormittags, werden sie zur Gewohnheit und dauern insgesamt nicht länger als eine halbe Stunde.