Wer unter Hausstaubmilben, Pollen oder Tierhaaren leidet, spürt die Belastung in der eigenen Wohnung am stärksten. Allergene – die Stoffe, die die Beschwerden auslösen – lagern sich in Teppichen, Polstern, Bettwäsche und Bodenecken ab. Ganz entfernen lassen sie sich nicht. Wer regelmäßig mit den richtigen Geräten und Putzmitteln reinigt, senkt die Menge an Staub und Pollen spürbar und entlastet die Atemwege.

Entscheidend sind der richtige Staubsauger, feuchtes Wischen statt trockenem Staubwischen und eine Luftfeuchtigkeit, die Milben und Schimmel nicht fördert. Zusätzlich sollten Sie Pollen möglichst nicht in die Wohnung lassen.

Staubsaugen mit HEPA-Filter

Ein Staubsauger muss für Allergiker mehr leisten, als sichtbaren Schmutz aufzunehmen. Die Partikel, die Beschwerden auslösen, sind winzig. Ein gewöhnlicher Staubsauger bläst einen Teil davon mit der Abluft wieder in den Raum. Ein HEPA-Filter (das Kürzel steht für High Efficiency Particulate Air) hält auch sehr kleine Partikel zurück, wenn die Luft den Staubsauger wieder verlässt. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Filter die Abluft reinigt und nicht nur den Motor schützt.

Saugen Sie Teppiche, Polstermöbel und Matratzen regelmäßig, in der Pollensaison öfter als im Winter. Verwenden Sie für Matratzen und Polster die passenden Düsen, damit der Staub nicht nur an der Oberfläche bleibt. Staubsauger mit Beutel entleeren Sie draußen oder in einen geschlossenen Müllbeutel. Bei beutellosen Geräten leeren Sie den Behälter langsam, damit der Staub nicht hochwirbelt. Auch ein Luftreiniger mit HEPA-Filter kann helfen, Pollen und Feinstaub aus der Raumluft zu ziehen. Er ergänzt das Putzen, ersetzt es aber nicht.

Immer feucht wischen

Ein trockener Lappen oder ein Staubwedel verteilen den Staub, statt ihn zu binden. Die Partikel wirbeln auf und setzen sich später wieder ab, auf Möbeln und in den Atemwegen. Wischen Sie Böden und glatte Flächen deshalb mit einem feuchten Mikrofasertuch oder einem feuchten Mopp. Das Tuch nimmt den Staub auf, statt ihn zu verlagern. Danach können Sie es auswaschen. Spülen Sie das Tuch beim Wischen regelmäßig aus oder wechseln Sie es. Sonst verteilen Sie den bereits aufgenommenen Staub wieder.

Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 50 Prozent

Hausstaubmilben vermehren sich bei feuchter Luft besonders gut. Auch Schimmelpilze brauchen Feuchtigkeit. Halten Sie die Raumluft dauerhaft zwischen 40 und 50 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. Ein Hygrometer (ein einfaches Messgerät für die Luftfeuchtigkeit) zeigt Ihnen, wo Sie stehen. Weicht der Wert davon ab, hilft richtiges Lüften. Stoßlüften mit weit geöffnetem Fenster für einige Minuten bewegt die Luft, ohne die Wände auskühlen zu lassen. In der Pollensaison lüften Sie am besten, wenn der Pollenflug gering ist. Sonst halten Sie die Fenster geschlossen.

Pollen draußen halten

Der einfachste Weg, Pollen aus der Wohnung herauszuhalten, beginnt am Fenster. Pollenschutzgitter sitzen feinmaschig vor dem geöffneten Fenster. Sie lassen Luft herein und halten Blütenstaub zurück. Auch ein Windfang vor der Haustür verhindert, dass Pollen direkt durch den Eingangsbereich in die Wohnung ziehen. Wenn Sie draußen unterwegs waren, bringen Sie Pollen an Kleidung, Schuhen und Haaren mit herein. Wechseln Sie nach einem Aufenthalt im Freien die Kleidung und lassen Sie die Straßenschuhe am Eingang. In der Hochsaison im Frühjahr hilft es, die Fenster an Tagen mit starkem Pollenflug geschlossen zu halten und nur kurz zu stoßlüften.

Putzmittel mit Bedacht wählen

Reinigungsmittel können die Beschwerden verschlimmern. Ihre Duftstoffe und Inhaltsstoffe reizen die Schleimhäute und die Haut. Bevorzugen Sie Produkte ohne Parfum und mit möglichst kurzer Inhaltsstoffliste. Bei empfindlicher Haut schützen Handschuhe vor dem Hautkontakt mit dem Putzmittel. Lüften Sie während und nach dem Putzen, damit sich die Dämpfe nicht in der Wohnung sammeln. Für viele Zwecke reicht warmes Wasser mit einem milden, parfümfreien Spülmittel, etwa für Böden und abwischbare Oberflächen. Testen Sie ein neues Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, falls Sie empfindlich darauf reagieren.

Schlafzimmer und Polster reinigen

Das Schlafzimmer ist für Allergiker der wichtigste Raum. Sie verbringen dort viele Stunden, und die Atemwege reagieren nachts auf Staub und Milben. Waschen Sie Bettwäsche regelmäßig und so heiß, wie es das Pflegeetikett erlaubt. Hohe Temperaturen inaktivieren Milben und entfernen ihre Allergene. Bezüge für Matratzen und Bettdecken, die sich komplett abziehen und waschen lassen, erleichtern die Pflege erheblich. Polstermöbel und Teppiche sammeln Staub und müssen deshalb regelmäßig gesaugt werden. Wenn Sie die Wahl haben, sind abwischbare Materialien wie Leder, Holz oder Linoleum im Alltag leichter allergenarm zu halten als dicke Stoffe. In Haushalten mit Katzen oder Hunden bürsten Sie die Tiere regelmäßig und saugen ihre Liegeplätze häufig.

Allergenbelastung testen lassen

Wer wissen will, ob die eigenen Maßnahmen ausreichen, kann die Belastung in der Wohnung messen lassen. In Apotheken gibt es Tests, bei denen eine bestimmte Fläche abgesaugt wird. Anschließend bestimmt ein Labor die Menge an Allergenen im eingesaugten Staub. Das Ergebnis zeigt, ob etwa die Milbenbelastung im Schlafzimmer hoch ist und wo sich Nachbesserung lohnt. Sinnvoll ist so ein Test besonders, wenn trotz regelmäßiger Reinigung weiterhin Beschwerden auftreten.