Im Haushalt stehen meist mehrere Reiniger: Allzweckreiniger, fettlösende Sprays, Scheuermilch, Glasreiniger und Spezialmittel. Die Wahl hängt von zwei Fragen ab: Was soll gereinigt werden, und aus welchem Material besteht die Oberfläche? Grobe Reiniger mit Schleifpartikeln entfernen hartnäckigen Schmutz, können aber empfindliche Flächen verkratzen. Milde Allzweckreiniger reichen für viele Oberflächen, stoßen aber bei eingebrannten Rückständen an ihre Grenzen.

Was die Testergebnisse verraten

Stiftung Warentest hat Reiniger mehrfach unter die Lupe genommen, und die Ergebnisse helfen bei der Grundentscheidung. Im Test von 21 Küchenreinigern aus dem Jahr 2016 schnitten die meisten der 17 Fettsprays gut ab, ein Produkt war mangelhaft, und der einzige Bio-Reiniger erreichte nur ein ausreichend. Wichtiger als einzelne Platzierungen ist eine Beobachtung aus diesem Test: Die schwächsten Sprays entfernten Fett und Eingebranntes schlechter als schlichte Scheuermilch und Allzweckreiniger.

Bei den Allzweckreinigern prüfte Stiftung Warentest 13 Produkte von 2020 bis 2021. Sie wurden unverdünnt auf fettigem Staubschmutz auf Fliesen getestet und verdünnt auf einem Schwamm für leichtere Verschmutzungen. Das Ergebnis: Ein guter Allzweckreiniger löst beides, wenn Sie die Dosierung anpassen. Er ist damit die universellste Wahl für glatte, unempfindliche Flächen.

Auch bei Geschirrspültabs gibt es deutliche Leistungsunterschiede. Ein Test von Spülmaschinentabs zeigte: Viele Produkte reinigen gut. Einzelne arbeiteten schlecht, belasteten das Wasser stark, und ein Produkt brachte sogar die Maschine zum Ausfall. In einem weiteren Test von 15 Monotabs schnitt ein Öko-Tab besser ab als ein klassisches Produkt. Die Lehre daraus: Auf das Testergebnis kommt es mehr an als auf den Ruf der Marke oder den Preis.

Bedenken Sie: Die konkreten Produktbewertungen aus dem Jahr 2016 können veraltet sein, weil Hersteller Rezepturen ändern. Übertragbar sind die Prinzipien: Fettsprays sind auf Fett spezialisiert, Allzweckreiniger vielseitig, und Scheuermilch hilft bei eingebrannten Rückständen, verlangt aber Vorsicht auf kratzempfindlichen Flächen.

Reiniger nach Material wählen

Die Testergebnisse gelten für die getesteten Fliesen und Spülmaschinen, nicht für jedes Material im Haushalt. Für Holz, Naturstein, Edelstahl und Glas gelten eigene Regeln, die Sie besser beachten, bevor Sie zu einem Reiniger greifen.

Holz verträgt keine nassen, alkalischen Reiniger. Wasser dringt in unbehandeltes Holz ein, und aggressive Reiniger greifen die Oberfläche an. Für versiegelte Holzböden reicht nebelfeuchtes Wischen mit einem milden Allzweckreiniger oder einem speziellen Holzpflegemittel. Für unbehandeltes Holz gilt: Schmutz trocken oder mit leicht feuchtem Tuch entfernen, niemals einweichen.

Naturstein wie Marmor, Granit oder Kalkstein reagiert empfindlich auf Säuren. Essig- und Zitrusreiniger ätzen die Oberfläche an und hinterlassen matte Flecken, besonders bei Marmor und Kalkstein. Verwenden Sie einen pH-neutralen Steinreiniger oder milde Seifenlauge und wischen Sie mit klarem Wasser nach.

Edelstahl verzeiht viele Reiniger, aber nicht alle. Scheuermittel und Stahlwolle hinterlassen feine Kratzer, die mit der Zeit einen matten Grauschleier bilden. Für Edelstahlspülen und Küchenfronten genügen Spülmittel und ein weiches Tuch; hartnäckige Flecken lösen spezielle Edelstahlreiniger. Streichen Sie beim Abtrocknen immer in Maserungsrichtung, sonst bleiben Schlieren sichtbar.

Glas und Spiegel brauchen einen Reiniger, der rückstandsfrei abzieht und nicht schäumt. Normales Spülmittel hinterlässt Fettreste, die bei Licht Schlieren zeigen. Glasreiniger mit Alkohol oder Isopropanol trocknen ohne Streifen. Für stark verschmutzte Fenster wirkt ein kräftiger Glasreiniger besser als ein Allzweckreiniger, weil er Fett und Kalk löst, ohne zu schmieren.

Kunststoffoberflächen sind meist unproblematisch, solange Sie auf Lösungsmittel verzichten. Azeton, Nitroverdünnung oder aggressive Entfetter können Kunststoff anlösen und matt werden lassen. Ein milder Allzweckreiniger und ein Mikrofasertuch reinigen die meisten Kunststofffronten und -teile zuverlässig.

Erst mild, dann stärker reinigen

Bevor Sie zu einem starken Spezialreiniger greifen, beginnen Sie mit der schonendsten Methode. So vermeiden Sie Schäden durch Mittel, die Sie gar nicht gebraucht hätten.

Der Grundsatz lautet: Trockenen Schmutz zuerst entfernen, dann wischen. Krümel, Sand und Staub wirken beim Wischen wie Schleifpapier und verkratzen Böden und Arbeitsplatten. Kehren oder saugen Sie deshalb zuerst, bevor Sie ein feuchtes Tuch einsetzen.

Die zweite Stufe ist warmes Wasser mit Spülmittel oder einem milden Allzweckreiniger. Diese Kombination löst die meisten Alltagsverschmutzungen auf Glattflächen, ohne Rückstände zu hinterlassen. Wenn das nicht reicht, erhöhen Sie die Dosierung des Reinigers oder lassen Sie das Mittel kurz einwirken.

Erst wenn hartnäckige Ablagerungen wie eingebranntes Fett, Kalkränder oder klebrige Rückstände bleiben, wechseln Sie zu einem Spezialmittel. Fettspray für Dunstabzugshauben, Kalklöser für Armaturen und Scheuermilch für Töpfe gehören in diese Kategorie. Bei unbekannten Materialien testen Sie das Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, zum Beispiel an einer Innenseite oder einer Ecke, die niemand sieht.

Die Schmutzart bestimmt den Reiniger

Neben dem Material entscheidet die Art des Schmutzes darüber, welcher Reiniger sinnvoll ist. Sie können die Wahl auf wenige Fragen herunterbrechen:

  • Bei Fett und Öl hilft ein fettlösender Reiniger oder ein Allzweckreiniger mit ausreichender Dosierung. Reine Fettsprays übertreffen bei eingebrannten Rückständen oft die Allzweckreiniger, bieten aber bei leichter Verschmutzung keinen großen Vorteil.
  • Bei eingebrannten oder festklebenden Rückständen wirkt Scheuermilch zuverlässiger als ein Spray. Nutzen Sie sie nur auf kratzfesten Flächen wie Keramik, Glas und Edelstahl, nicht auf Kunststoff, lackiertem Holz oder polierten Flächen.
  • Bei Kalk und Wasserstein greifen Sie zu einem Kalklöser auf Säurebasis. Diese Mittel entfernen Kalk effektiv, aber niemals auf Naturstein oder säureempfindlichen Fliesen verwenden, sonst entstehen Schäden.
  • Bei Staub und leichten Verschmutzungen genügt ein Allzweckreiniger in niedriger Dosierung. Er reinigt, ohne einen Fettfilm zu hinterlassen, und eignet sich für die meisten glatten Oberflächen.

Auch die Kennzeichnung hilft bei der Entscheidung. Auf vielen Reinigern steht, für welche Materialien sie geeignet sind und bei welchen sie Schäden verursachen. Lesen Sie diese Hinweise vor dem ersten Einsatz. Eine hohe Dosierung ersetzt keine Einwirkzeit. Meist wirkt ein Mittel besser, wenn Sie es kurz einwirken lassen und dann abwischen, statt es sofort abzuspülen.

Mikrofasertücher ergänzen die Reiniger und reduzieren deren Menge. Sie entfernen Staub und leichte Verschmutzungen bereits mit Wasser, sodass Sie für die regelmäßige Pflege oft gar kein Reinigungsmittel brauchen. Bei empfindlichen Oberflächen wie Holz und Naturstein empfiehlt sich dennoch ein weiches Baumwolltuch, weil Mikrofaser bei Reibung feine Kratzer erzeugen kann.