Wenn ein Saugroboter plötzlich gegen Möbel fährt, dieselbe Stelle mehrfach abfährt oder ganze Räume auslässt, sind oft verschmutzte Sensoren schuld. Die Sensoren sind die Sinnesorgane des Geräts. Sie erkennen Wände, Hindernisse, Teppichkanten und Treppen. Meist steckt Verschmutzung oder falsche Kalibrierung dahinter, kein technischer Defekt.

Bevor Sie das Gerät reparieren lassen oder ein neues kaufen, reinigen Sie die Sensoren gründlich und schonend. Das behebt viele Navigationsstörungen und dauert nur wenige Minuten.

Warum verschmutzte Sensoren die Navigation stören

Saugroboter orientieren sich über mehrere Sensortypen gleichzeitig. Moderne Geräte von Herstellern wie Roborock, Dreame oder Ecovacs arbeiten mit bis zu sieben verschiedenen Sensortypen. Jeder liefert Daten für die Navigation: Der Laser misst Abstände, die Sturzsensoren prüfen den Boden direkt vor dem Gerät, die Stoßstange meldet Berührungen. Bedecken Staub, Tierhaare oder Fettreste eine dieser Messflächen, bekommt die Steuerung falsche oder gar keine Werte. Die Folge: Der Roboter fährt gegen Hindernisse, weil der Abstandssensor nichts mehr erkennt. Oder er bricht die Reinigung ab, weil ein Sturzsensor dauerhaft ein Hindernis meldet.

Eine Reinigung der Sensoren ist deshalb der erste und günstigste Schritt bei Navigationsproblemen. Sie ersetzt keine Reparatur, behebt aber die häufigste Störungsursache, bevor Sie Geld für einen Service ausgeben.

Die Sensoren im Saugroboter

Die wichtigsten Sensortypen sitzen an unterschiedlichen Stellen:

  • Der LiDAR-Sensor auf der Oberseite ist ein drehender Laser, der den Raum abtastet und eine Karte erstellt. Bei vielen Geräten erkennen Sie ihn an einem kleinen Turm.
  • Die Sturzsensoren an der Unterseite sind kleine runde Fenster. Sie erkennen Treppen und Absätze und verhindern, dass der Roboter herunterfällt.
  • Die Stoßstange vorn enthält Sensoren, die Zusammenstöße melden und die Fahrtrichtung korrigieren.
  • Wand- und Kantensensoren an der Seite halten den Abstand zu Wänden und Möbeln.
  • Kamera-Sensoren gibt es bei einigen Modellen zusätzlich; sie erkennen Hindernisse und nutzen die Decke zur Orientierung.
  • Gyroskop und Rad-Encoder messen Drehung und gefahrene Strecke. Sie sitzen im Inneren und brauchen normalerweise keine Reinigung.

Wo genau die Fenster und Linsen bei Ihrem Modell sitzen, steht in der Bedienungsanleitung. Bei den meisten Geräten finden Sie die Sturzsensoren an der Unterseite und den LiDAR-Turm auf der Oberseite.

Sensoren schonend reinigen

Schalten Sie das Gerät aus, trennen Sie es vom Netz und entfernen Sie den Akku, wenn er herausnehmbar ist. Wischen Sie die Sensorfenster mit einem trockenen Mikrofasertuch oder einem weichen, fusselfreien Tuch ab. Für kleine Öffnungen und Ecken eignen sich Wattestäbchen. Hartnäckigen Schmutz lösen Sie mit einem leicht feuchten Tuch, das Sie gut ausgewrungen haben. Verwenden Sie keine aggressiven Reinigungsmittel, keine Scheuermittel und keinen Alkohol. Sie trüben die Linsen oder greifen die Elektronik an.

Den LiDAR-Sensor reinigen Sie nur von außen. Wischen Sie das Fenster des Turms ab und entfernen Sie Staub aus den Spalten. Drehen oder blockieren Sie das rotierende Teil nicht mit Gewalt. Bei den Sturzsensoren an der Unterseite reicht meist ein Wattestäbchen, um Staub und Haare aus den Vertiefungen zu holen. Die Stoßstange wischen Sie außen mit einem leicht feuchten Tuch ab. So haben die Sensoren dahinter wieder freie Sicht. Kamera-Linsen, falls vorhanden, behandeln Sie wie ein Brillenglas: nur trocken und ohne Druck. Druckluft aus kurzer Distanz hilft bei hartnäckigem Staub in engen Spalten. Halten Sie die Dose aufrecht und sprühen Sie nicht zu lange auf eine Stelle, damit keine Feuchtigkeit entsteht.

Bei starker Staubbelastung oder Haustieren prüfen Sie die Unterseite häufiger. Ein regelmäßiger Blick auf die Sensorfenster kostet wenig Zeit und verhindert, dass sich Schmutz festsetzt.

Räder, Bürsten und Filter prüfen

Wenn die Sensoren sauber sind und der Roboter weiterhin Probleme macht, prüfen Sie die Teile, die das Fahrverhalten beeinflussen. Antriebsräder sind eine häufige Fehlerquelle: Haare und Fäden wickeln sich um die Achsen. Der Roboter fährt dann schief oder bleibt hängen. Drehen Sie die Räder von Hand und entfernen Sie Fäden mit einer Pinzette oder einer Schere. Auch Seitenbürste und Hauptbürste verheddern sich schnell. Eine blockierte Bürste verändert das Fahrverhalten auf Teppichen.

Ein voller Staubbehälter oder ein verstopfter Filter reduziert die Saugleistung. Der Roboter fährt dann zwar weiter, erkennt Teppichkanten aber schlechter, weil der Unterdruck fehlt. Leeren Sie den Behälter und reinigen Sie den Filter nach Herstellerangabe. Verschmutzte Ladekontakte führen zu Ladeunterbrechungen. Der Roboter startet dann mit leerem Akku und bricht die Route ab. Wischen Sie die Kontakte am Gerät und an der Ladestation mit einem trockenen Tuch ab.

Nach der Reinigung starten Sie das Gerät neu. Wenn Ihr Modell eine Karte in der App speichert und der Roboter Räume verwechselt, löschen Sie die Karte und lassen Sie ihn neu fahren. Das behebt auch Fehler, die durch Möbelumstellungen entstanden sind.

Wann eine Reinigung nicht mehr hilft

Wenn alle Sensoren sauber sind, die Räder frei drehen und ein Neustart nichts ändert, kann ein Defekt vorliegen. Prüfen Sie zuerst, ob die App eine Fehlermeldung anzeigt und ob eine Firmware-Aktualisierung verfügbar ist. Bei Geräten innerhalb der Garantiezeit kontaktieren Sie den Hersteller, bevor Sie selbst Schrauben lösen. Das Öffnen des Gehäuses kann die Garantie beenden. Die empfindlichen Sensoren lassen sich ohne Fachwissen leicht beschädigen.