Sie planen einen Haushaltsratgeber, betreiben einen Blog oder bewerben ein Putzunternehmen? Dann zeigt Google Trends, welche Begriffe in Deutschland gerade gesucht werden und wie sich das Interesse entwickelt. Die Nachfrage entscheidet, ob Sie über Reinigen, Pflegen oder Aufräumen schreiben.
Suchbegriffe mit Google Trends vergleichen
Google Trends ist ein kostenloses Tool. Es zeigt, wie oft bestimmte Begriffe in der Google-Suche vorkommen. Die Daten sind relativ, nicht absolut. Sie sehen also, ob ein Begriff häufiger gesucht wird als ein anderer. Wie viele Suchanfragen es genau gibt, sehen Sie nicht.
Gehen Sie auf trends.google.de, um "reinigen", "pflegen" und "aufräumen" zu vergleichen. Geben Sie die Begriffe nacheinander in das Suchfeld ein. Sie können bis zu acht Gruppen von Suchbegriffen gleichzeitig vergleichen. Jede Gruppe kann bis zu 50 Begriffe enthalten. Für den Haushaltsbereich reichen meist drei bis fünf Begriffe pro Vergleich.
Wählen Sie als Region Deutschland und als Zeitraum die letzten zwölf Monate. Die Grafik zeigt dann eine Linie für jeden Begriff. Liegt die Linie für "aufräumen" deutlich über der für "reinigen", interessieren sich mehr Menschen für Ordnung schaffen als für Oberflächen säubern. Das ist ein erster Hinweis, wo Sie Ihre Inhalte setzen sollten.
Was die Google-Trends-Kurven bedeuten
Die Suchkurven zeigen relative Werte. Ein Wert von 100 steht für den höchsten Stand des jeweiligen Begriffs im gewählten Zeitraum. Ein Wert von 50 steht für die Hälfte davon. Liegt ein Begriff höher als ein anderer, heißt das nicht, dass er proportional mehr Suchanfragen hat. Es heißt nur, dass der Begriff im Vergleich zu seinem eigenen Höchstwert häufiger vorkommt.
Deshalb lohnt sich der direkte Vergleich in einer Grafik. Google Trends normiert die Begriffe auf eine gemeinsame Skala. So sehen Sie die relativen Unterschiede zwischen den Begriffen. Liegt ein Begriff konstant über einem anderen, hat er in der Regel das höhere Suchinteresse. Achten Sie auch auf den Verlauf: Steigt die Linie über das Jahr, wächst das Interesse. Fällt sie, nimmt es ab.
Zusätzlich zeigt die Seite "Trending now" aktuelle Ausreißer. Dort sehen Sie Suchbegriffe, die in den letzten Stunden oder Tagen stark angestiegen sind. Das Wachstum wird prozentual zu einem erwarteten Basiswert angegeben. Diese Seite eignet sich, um kurzfristige Trends zu erkennen. Zum Beispiel, wenn ein bestimmtes Reinigungsmittel durch eine TV-Sendung oder einen viralen Beitrag plötzlich gefragt ist.
So entscheiden Sie, welches Thema Vorrang bekommt
Liegen die Kurven nah beieinander, entscheidet die Suchintention. Menschen, die nach "aufräumen" suchen, wollen meist Anleitungen und Systeme. Zum Beispiel: Wie räume ich meine Wohnung auf, wie organisiere ich Schränke, wie reduziere ich Besitz. Menschen, die nach "reinigen" suchen, wollen konkrete Anwendungen. Zum Beispiel: Wie entferne ich Kalk, wie reinige ich eine bestimmte Oberfläche, welches Mittel hilft gegen was.
"Pflegen" ist ein Sonderfall. Der Begriff ist mehrdeutig. Er wird auch für Körperpflege, Pflanzenpflege oder Autopflege verwendet. Wenn Sie Haushaltsinhalte planen, vergleichen Sie "pflegen" mit einem Zusatz, etwa "Möbelpflege" oder "Lederpflege". Sonst verfälschen fremde Suchintentionen das Bild.
Eine einfache Entscheidungsregel: Planen Sie kurze, lösungsorientierte Inhalte, die schnell gelesen werden, setzen Sie auf das Thema mit der höheren Kurve. Wollen Sie langfristige Inhalte aufbauen, die Menschen speichern und wiederverwenden, wählen Sie das Thema mit dem stabileren Verlauf über zwölf Monate. Ein Begriff mit saisonalen Spitzen, etwa "Fenster putzen" im Frühjahr, eignet sich für zeitlich passende Beiträge, nicht für dauerhafte Ratgeber.
Grenzen von Google Trends
Google Trends zeigt nur relative Werte. Es zeigt nur Werte für Begriffe, die häufig genug gesucht werden. Sehr spezifische Suchanfragen wie "Dampfreiniger für Fliesen reinigen" liefern oft keine oder unbrauchbare Kurven. Dann hilft ein Blick auf die Autovervollständigung von Google: Tippen Sie "reinigen" in das Suchfeld und sehen Sie, welche Ergänzungen vorgeschlagen werden. Diese Vorschläge spiegeln häufige Suchkombinationen wider.
Prüfen Sie zusätzlich die Konkurrenz. Ein hohes Suchvolumen nützt wenig, wenn Dutzende große Portale bereits umfassende Inhalte zu dem Thema haben. Suchen Sie nach dem Begriff und schauen Sie, welche Seiten auf den ersten Plätzen stehen. Sind es etablierte Ratgeber mit langen, aktuellen Texten, brauchen Sie einen spezifischeren Winkel, etwa "reinigen ohne Chemie" oder "aufräumen mit Kindern".
Die Daten aus Google Trends ersetzen keine Marktkenntnis. Sie zeigen, wonach Menschen suchen, nicht, was sie kaufen oder welche Inhalte sie als hilfreich empfinden. Kombinieren Sie die Suchdaten mit Kommentaren, Forenfragen oder eigenen Erfahrungen aus Beratungsgesprächen, um ein vollständiges Bild zu bekommen.