Um Schimmel in der Wohnung zu vermeiden, müssen Sie die Luftfeuchtigkeit kennen. Der wichtigste Messwert ist die relative Luftfeuchte (rH). Sie gibt an, wie viel Wasserdampf die Luft im Verhältnis zu ihrer Aufnahmefähigkeit enthält. Ein Hygrometer misst diesen Wert direkt, ohne Rechnen oder Experimentieren.
Für die professionelle Messung kommt der Taupunkt hinzu. Er ist die Temperatur, bei der die Luft gesättigt ist und Wasser kondensiert. Wer beide Werte kennt, erkennt früh, wo sich Feuchtigkeit niederschlägt.
Luftfeuchte hängt von der Temperatur ab
Warme Luft nimmt mehr Wasserdampf auf als kalte. Die relative Luftfeuchte bezieht sich deshalb immer auf die aktuelle Raumtemperatur. Das hat eine praktische Folge: Steigt die Temperatur bei gleicher Wassermenge, sinkt die relative Luftfeuchte. Sinkt die Temperatur, steigt sie. Ein einzelner Messwert ohne Temperaturangabe ist also nur begrenzt aussagekräftig.
Eine genaue Messung zeigt Probleme früher als das eigene Gefühl, das sich oft erst meldet, wenn die Messwerte außerhalb des optimalen Bereichs liegen. Gerade in Räumen mit viel Wasserdampf, etwa in Küche, Bad oder Schlafzimmer, lohnt sich der Blick auf das Hygrometer.
Hygrometer für den Wohnraum
Für den Hausgebrauch reicht ein einfaches Hygrometer, das Temperatur und relative Luftfeuchte anzeigt. Solche Geräte brauchen keine Kalibrierung im Alltag und liefern den Messwert sofort. Der Aufstellort bestimmt, wie aussagekräftig der Messwert ist. Messen Sie nicht direkt über der Heizung, am Fenster oder in der Nähe einer Wasserdampfquelle. Eine Innenwand in mittlerer Höhe liefert einen brauchbaren Mittelwert.
Ein einzelner Messpunkt genügt nicht. Die Luftfeuchte unterscheidet sich von Raum zu Raum und auch innerhalb eines Raumes. Messen Sie in mehreren Räumen, vor allem an Außenwänden, in Ecken und hinter Schränken. Dort ist die Luftzirkulation gering, und die Feuchtigkeit steigt zuerst.
Was ist der Taupunkt?
Der Taupunkt ist die Temperatur, auf die die Luft abgekühlt werden muss, bis sie mit Wasserdampf gesättigt ist. Sinkt die Oberfläche einer Wand auf diesen Wert, kondensiert Wasser auf der Wand. So entstehen feuchte Wände und Schimmel an Außenwänden.
Für die Wohnung ist der Taupunkt aussagekräftiger als die reine Luftfeuchte, weil er die Feuchtigkeit der Luft mit der Temperatur der Oberflächen verbindet. Wenn Sie wissen, dass eine Wand kalt ist und die Raumluft feucht, können Sie abschätzen, ob die Wand nass wird. Dann senken Sie die Luftfeuchte oder dämmen Sie die Wand.
Profi-Messgeräte für den Taupunkt
In Industrie, Forschung und Qualitätssicherung reicht ein einfaches Hygrometer nicht aus. Dort werden Taupunkttransmitter eingesetzt, die in Prozesse eingebunden sind. Sie messen den Taupunkt in Gasen und liefern Werte, die sich für Regelungen verwenden lassen.
Ein verbreitetes Messverfahren ist die Tunable Diode Laser Absorption Spectroscopy, kurz TDLAS. Dabei wird ein Laserstrahl durch das Gas geschickt, und die Absorption des Lichts gibt den Feuchtegehalt an. Die Methode arbeitet schnell und eignet sich für Messungen in verschiedenen Gasen. Eine andere Bauform nutzt Sensoren auf Basis von Aluminiumoxid, chemisch Al2O3. Diese Sensoren sind robust und werden in Industrie, Forschung und Qualitätssicherung eingesetzt.
Für mobile Prüfungen gibt es tragbare Geräte wie das SDHmini. Es misst den Taupunkt vor Ort, ohne dass ein fest installierter Transmitter nötig ist. Das ist nützlich, wenn Sie mehrere Messpunkte prüfen müssen, etwa bei der Abnahme von Druckluftanlagen oder der Kontrolle von Trocknungsprozessen.
Diese Werkzeuge gehören in den gewerblichen Bereich. Für die Wohnung sind sie überdimensioniert. Wer zu Hause Schimmel vermeiden will, kommt mit einem einfachen Hygrometer und einem Verständnis für den Taupunkt weiter als mit einem professionellen Messgerät.
Schimmel vorbeugen
Die Messung zeigt den Zustand, sie entfernt den Schimmel nicht. Wenn eine Wand so kalt ist, dass der Taupunkt unterschritten wird, müssen Sie die Luftfeuchte senken oder die Wand dämmen. In der Praxis heißt das: Lüften Sie regelmäßig, um feuchte Luft abzuführen, und halten Sie die Raumtemperatur so, dass die Wände nicht auskühlen.
Wenn sich Schimmel bereits gebildet hat, lässt er sich physikalisch und chlorfrei entfernen. Notieren Sie, welche Stellen Sie mit welchem Mittel behandelt haben, damit Sie später prüfen können, ob der Befall zurückgeht. Bei größeren Befällen sollten Sie einen Fachbetrieb hinzuziehen. Sonst liefert die Ursache weiterhin Feuchtigkeit, und der Schimmel tritt erneut auf.