Die meisten Haushalte lagern Putzmittel, ohne an Reaktionen zwischen den Flaschen zu denken. Wenn Chlorreiniger neben Essig oder Zitronensäure stehen, kann ein auslaufender Deckel giftiges Chlorgas freisetzen. Säuren, Chlorprodukte und ammoniakhaltige Mittel gehören getrennt und so gelagert, dass sie sich selbst bei einem Leck nicht vermischen können.
Stellen Sie die Flaschen außerdem außerhalb der Reichweite von Kindern, denn bunte Etiketten nehmen sie gern in die Hand.
Welche Putzmittel niemals zusammen lagern
Die gefährlichste Kombination im Haushalt bilden säurehaltige und chlorhaltige Produkte. Zu den Säuren zählen Sanitärreiniger, Entkalker, Essig und Zitronensäure. Chlor steckt in Chlorreiniger, Schimmelentferner, Bleichmitteln und Chlortabs. Treffen diese Stoffe aufeinander, entsteht Chlorgas, das die Atemwege sofort reizt. In einem geschlossenen Badezimmer ohne Fenster ist das besonders kritisch, weil sich das Gas dort schnell anreichert.
Eine zweite gefährliche Mischung entsteht, wenn Chlorreiniger auf ammoniakhaltige Glasreiniger trifft; dabei bilden sich Chloramine, die ähnlich giftig wirken wie Chlorgas. Viele Allzweckreiniger und Fensterputzmittel enthalten Ammoniak, auch wenn man es ihnen nicht ansieht. Bevor Sie zwei Flaschen im selben Schrankfach stapeln, sollten Sie die Inhaltsstoffe prüfen.
Die dritte Gruppe sind Säuren und Laugen, also Basen. Backofenreiniger, Abflussreiniger und viele Entfetter sind stark basisch. Kommen sie mit Säuren zusammen, entwickelt sich Wärme. Die Flüssigkeit spritzt und kann Verätzungen verursachen. Diese Kombination kommt häufig vor, denn im Unterschrank unter der Spüle stehen Abflussreiniger oft direkt neben Essigflaschen.
Die einfache Merkregel für die Lagerung lautet: Chlorprodukte, Säuren und Laugen gehören jeweils an einen eigenen Platz. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Produkt Säure oder Lauge enthält, hilft die Inhaltsstoffliste auf der Verpackung. Angaben wie Zitronensäure, Essigsäure oder Amidosulfonsäure weisen auf Säuren hin, Natronlauge oder Kaliumhydroxid auf Laugen.
Warum umgefüllte Flaschen Verwechslungen verursachen
Konzentrate werden im Haushalt gern in kleinere Behälter umgefüllt, etwa in Wasserflaschen oder Marmeladengläser. Diese Praxis führt jedes Jahr zu Verätzungen der Speiseröhre, weil jemand den Inhalt für ein Getränk oder eine Lebensmittelzutat hält. Die Giftnotrufzentralen bekommen jährlich zehntausende Anfragen zu Putzmitteln. Ein großer Teil betrifft Kinder unter fünf Jahren, ein anderer entsteht durch Verwechslungen mit umgefüllten Produkten.
Lassen Sie Konzentrat in der Originalflasche und füllen Sie es erst direkt vor der Anwendung in den Eimer oder die Sprühflasche um. Wenn Sie dennoch eine kleinere Flasche befüllen möchten, etwa für die Reise oder den Keller, nutzen Sie ausschließlich Behälter mit kindersicherem Verschluss. Beschriften Sie die Flasche von allen Seiten deutlich mit Produktname und Gefahrenhinweis. Eine leere Wasserflasche ist kein geeigneter Behälter, weil sie auf dem Tisch oder im Kühlschrank wie ein Getränk aussieht.
Kindersichere Aufbewahrung im Haushalt
Lagern Sie Putzmittel so, dass Kinder sie weder erreichen noch öffnen können. Das bedeutet nicht nur ein hohes Regalbrett, denn Kinder klettern. Entscheidend sind drei Punkte: ein abschließbarer Schrank, kindersichere Verschlüsse an den Flaschen und eine feste Platzierung, die die Flaschen vor dem Herunterfallen schützt. Im Badezimmer ist ein normales offenes Regal kein sicherer Ort, auch wenn das Putzmittel „praktisch griffbereit“ steht. Besser ist ein Schrank mit Schloss oder ein abschließbares Fach, das für die Erwachsenen leicht zu öffnen ist, aber für Kinder verschlossen bleibt.
Auch Putzmittel unter der Spüle sind für Kleinkinder erreichbar, sobald sie die Schranktür öffnen können. Sicherungsschlösser an Unterschränken sind günstig und leicht nachzurüsten. Wenn Kinder älter werden, reicht es nicht, die Flaschen einfach höher zu stellen, denn auch Schulkinder können an höhere Regale gelangen. Die Regel sollte im Familienhaushalt also dauerhaft gelten: Putzmittel kommen in einen Schrank mit Schloss, nicht in ein offenes Regal.
Praktische Lagerung in der kleinen Wohnung
Auf wenig Raum stehen oft Küchenunterschrank, Badschrank und ein Abstellregal zur Verfügung. Der Platz reicht trotzdem, wenn Sie die Flaschen nicht nach Hersteller, sondern nach Gefahrengruppe sortieren. Nutzen Sie eine Ablage mit Rand oder eine Kunststoffwanne pro Gruppe, damit auslaufende Flüssigkeit nicht über den Schrankboden läuft und andere Produkte erreicht. Kunststoffwannen lassen sich leicht auswischen und verhindern, dass sich Säuren und Chlorprodukte auf demselben Boden vermischen.
Im Badezimmer eignet sich ein abschließbarer Hochschrank über der Waschmaschine oder dem Handtuchschrank. Wer keinen eigenen Schrank hat, kann eine kleine abschließbare Box oder einen Werkzeugkasten mit Kindersicherung verwenden, der auf dem Regalbrett steht. Alkoholhaltige Desinfektionsmittel und Händedesinfektionsmittel mit einem Ethanolgehalt über 60 Prozent gehören an einen kühlen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Bei Wärme bilden sich entzündliche Dämpfe.
Wasserstoffperoxid und Peressigsäure stecken in manchen Fleckenentfernern und Desinfektionsmitteln. Unter Wärme und Licht zersetzen sie sich, wodurch Druck in der Flasche entsteht. Bewahren Sie diese Produkte deshalb kühl, dunkel und verschlossen auf. Ein Platz im Vorratsschrank neben dem Herd ist nicht geeignet. Ein Schrank unter der Spüle in Küchennähe ist nur geeignet, wenn dort keine Wärmequelle liegt.
Ordnungssysteme für Familienhaushalte
In einem Haushalt mit mehreren Personen entscheidet die Beschriftung über die Sicherheit. Jedes Produkt sollte im Originalgebinde bleiben, und der Lagerort sollte so gewählt sein, dass alle Erwachsenen wissen, wo was steht. Ein bewährtes System ist die Trennung nach Einsatzbereich mit farbigen Körben: ein Korb für Badreiniger, einer für Küchenreiniger, einer für Waschmittel. Zusätzlich kommt eine Kennzeichnung der Gefahrengruppe dazu, etwa ein Streifen in Rot für Chlor, in Gelb für Säure, in Blau für Laugen. Diese Farbcodierung hilft besonders, wenn mehrere Personen putzen und nicht jedes Etikett genau lesen.
Für die wöchentliche Reinigung reicht es, zwei oder drei Produkte griffbereit in einem Eimer mit Deckel zu stellen, der im Schrank verschlossen ist. Die restlichen Flaschen bleiben im abgeschlossenen Lagerort. So vermeiden Sie, dass im Bad ständig mehrere offene Flaschen herumstehen. Achten Sie außerdem darauf, dass Flaschen immer aufrecht stehen und der Verschluss fest geschlossen ist. Konzentrate und dünnflüssige Produkte lecken leichter als dickflüssige. Deshalb gehören sie in eine Wanne oder auf ein Tablett mit Rand, nicht direkt auf das Regalbrett.
Wenn Sie ältere Menschen oder Personen mit Sehschwäche im Haushalt haben, spricht nichts gegen zusätzliche große Aufkleber mit dem Produktnamen. Diese Aufkleber machen den Inhalt auch dann erkennbar, wenn das Originaletikett durch Feuchtigkeit unleserlich wurde. Prüfen Sie bei der Gelegenheit regelmäßig, ob Flaschen beschädigt oder Deckel spröde sind. Entsorgen Sie defekte Behälter fachgerecht.