Feste Reiniger und selbst gemischte Putzmittel ersetzen die Plastikflaschen unter der Spüle durch kompakte Stücke und wiederverwendbare Behälter. Das spart Verpackungsmüll, bringt weniger Chemikalien ins Abwasser und kostet langfristig weniger als gekaufte Markenprodukte. Der Umstieg gelingt schrittweise, ohne dass die Sauberkeit darunter leidet.
Feste Reiniger und DIY-Mittel sparen Verpackungsmüll und Geld
Ein durchschnittlicher Haushalt sammelt im Jahr mehrere Kilogramm Verpackungsmüll allein durch Putzmittel an. Feste Reiniger wie Putzsteine, Waschmittelblätter oder Seifenstücke kommen ohne Flüssigkeit und ohne Plastikflasche aus. Sie enthalten weniger Wasser, dadurch ist der Transport günstiger und die Konzentration der Inhaltsstoffe höher.
Selbst gemischte Mittel auf Basis von Essig, Zitronensäure, Natron und Kernseife ersetzen die meisten Allzweckreiniger. Diese Grundzutaten kosten wenig, sind in Drogerien und Supermärkten erhältlich und decken den Großteil der täglichen Reinigungsarbeiten ab. Wenige Grundrezepte reichen für die meisten Oberflächen.
Die Grundausstattung für den Start
Bevor Sie mit dem Mischen beginnen, legen Sie sich die wichtigsten Zutaten und Utensilien zu. Sie brauchen nur Dinge, die in den meisten Haushalten bereits vorhanden sind.
- Essigessenz oder weißer Tafelessig: Entkalkt, löst Fett und wirkt gegen Keime. Essigessenz mit hohem Säuregehalt müssen Sie stärker verdünnen als Tafelessig mit 5 Prozent.
- Zitronensäure als Pulver: Wirkt ebenfalls entkalkend, riecht neutraler als Essig und eignet sich für Armaturen und Wasserkocher.
- Natron und Waschsoda: Natron (Natriumbicarbonat) wirkt leicht scheuernd und neutralisiert Gerüche. Waschsoda (Natriumcarbonat) ist alkalischer und löst Fett, eignet sich aber nicht für alle Oberflächen.
- Kernseife: Reine Kernseife ohne Zusätze ist die Basis für flüssige Reiniger und Spülmittel.
- Sprühflaschen aus Glas oder stabilem Kunststoff: Sie füllen Ihre fertigen Mischungen ab und verwenden sie immer wieder.
- Mikrofasertücher und Baumwolltücher: Sie ersetzen Papiertücher und nehmen Schmutz und Feuchtigkeit gut auf.
Rezepte für die wichtigsten Reiniger
Die folgenden Mischungen reichen für den normalen Putzalltag. Mischen Sie immer nur so viel an, wie Sie in zwei bis vier Wochen verbrauchen, damit die Lösungen frisch bleiben.
Allzweckreiniger für Küche und Haushalt
Mischen Sie Wasser mit Essigessenz und einem Teelöffel Spülmittel oder Kernseifenlösung. Füllen Sie die Mischung in eine Sprühflasche. Der Reiniger eignet sich für Arbeitsplatten, Fliesen, Türen und Regale. Bei hartnäckigen Fettrückständen lassen Sie die Lösung kurz einwirken und wischen dann mit einem feuchten Tuch nach.
Badreiniger gegen Kalk und Seifenreste
Lösen Sie einen Esslöffel Zitronensäure in warmem Wasser auf und füllen Sie die Lösung in eine Sprühflasche. Sprühen Sie Armaturen, Duschkabinen und Waschbecken ein, lassen Sie die Lösung fünf bis zehn Minuten einwirken und spülen Sie mit klarem Wasser nach. Bei starken Kalkablagerungen wiederholen Sie die Anwendung oder verwenden Sie eine höhere Konzentration von zwei Esslöffeln auf die gleiche Menge Wasser.
Glasreiniger ohne Schlieren
Mischen Sie Wasser und Essig zu gleichen Teilen und geben Sie einen Spritzer Spülmittel hinzu. Sprühen Sie die Lösung auf Fenster und Spiegel und wischen Sie mit einem trockenen Mikrofasertuch oder Zeitungspapier nach. Die geringe Menge Spülmittel verhindert, dass der Essig zu schnell abtrocknet und Schlieren hinterlässt.
Scheuerpaste für hartnäckigen Schmutz
Vermischen Sie Natron mit etwas Wasser zu einer dickflüssigen Paste. Tragen Sie die Paste mit einem Schwamm auf Herdplatten, Backofentüren oder Ablagerungen in der Spüle auf, lassen Sie sie kurz einwirken und reiben Sie mit kreisenden Bewegungen. Bei eingebrannten Rückständen hilft es, die Paste über Nacht einwirken zu lassen und am nächsten Tag abzuspülen.
Feste Reiniger richtig einsetzen
Feste Reiniger ersetzen Flüssigprodukte vor allem in drei Bereichen: Spülmittel, Waschmittel und Scheuermittel.
- Feste Spülmittel: Diese Stücke ähneln Seifenstücken und erzeugen beim Reiben am Schwamm genug Schaum für das Abwaschen von Hand. Sie enthalten weniger Wasser und kommen in Papierverpackungen daher. Nach dem Gebrauch sollten Sie das Stück auf einer Abtropfschale lagern, damit es nicht im Spülwasser zerfällt.
- Waschmittelblätter oder -pulver: Feste Waschmittel gibt es als Pulver in Papierbeuteln oder als kompakte Blätter, die Sie direkt in die Trommel legen. Achten Sie auf die Dosierangaben des Herstellers, denn die Konzentration unterscheidet sich von flüssigen Produkten.
- Scheuersteine oder Putzsteine: Diese Stücke ersetzen flüssige Scheuermittel für Töpfe, Spülen und Backbleche. Sie befeuchten den Stein, reiben ihn über die verschmutzte Fläche und spülen mit Wasser nach.
Naturstein, Aluminium und Holz richtig reinigen
Nicht jedes Mittel passt zu jeder Oberfläche. Essig und Zitronensäure lösen Kalk, greifen aber auch Naturstein wie Marmor oder Granit an. Die Säure löst die Oberfläche an und hinterlässt matte Flecken. Verwenden Sie für Naturstein ausschließlich pH-neutrale Reiniger oder mildes Spülmittel mit Wasser.
Aluminium und unbeschichtete Metalle reagieren ebenfalls auf Säuren. Essig kann auf Aluminiumoberflächen dunkle Verfärbungen hinterlassen. Für solche Flächen nehmen Sie besser ein mildes Spülmittel oder eine Natronlösung.
Holzoberflächen vertragen keine dauerhafte Nässe. Wischen Sie Holzmöbel und Holzböden nur nebelfeucht ab und trocknen Sie sie direkt mit einem trockenen Tuch nach. Essig kann versiegelte Holzoberflächen angreifen, deshalb gehört Essig nicht auf Holzböden.
DIY-Reiniger richtig dosieren und lagern
DIY-Reiniger wirken meist schlecht, wenn Sie zu viel dosieren. Mehr Essig oder mehr Natron bedeutet nicht automatisch bessere Reinigungswirkung. Zu viel Essig hinterlässt einen stechenden Geruch, zu viel Natron kann weiße Rückstände auf Oberflächen hinterlassen.
Halten Sie sich an die Rezepte und ändern Sie die Konzentration nur, wenn eine Oberfläche es erfordert. Für die tägliche Reinigung reichen die Standardmischungen. Für starke Verschmutzungen erhöhen Sie die Einwirkzeit, bevor Sie die Konzentration erhöhen.
Lagern Sie selbst gemischte Reiniger kühl und dunkel. Essig- und Zitronensäurelösungen bleiben bei richtiger Lagerung mehrere Wochen haltbar. Natron und Zitronensäure als Pulver lagern Sie trocken und luftdicht, damit sie nicht verklumpen.